27.4.24
12.4.24
Das Massaker am Wendigo Creek
6.9.23
Otto und Herr Bimbo
"Otto - Der Film" ist von 1985, der erste und einzige Film, der am selben Tag sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR gestartet ist.
28.6.23
Tote und Tabu
Als ich noch der Waldbauernbub war, habe ich im Schwarz-weiß-Fernsee eine der ganz frühen Winnetou-Inszenierungen der Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg gesehen. Wie das bei Indianerkunst häufiger geschieht wurde einer erschossen und lag dann tot in der Kalksteinkulisse herum. Die Handlung ging weiter und irgendwann war die Kamera ziemlich nahe am Toten dran und ich konnte deutlich sehen, wie sich die Bauchdecke des Toten hob und wieder senkte. Ich wies meine kindlichen Mitschauer auf diesen Umstand hin und rief empört: "Aber der ist doch gar nicht tot!" Eines der älteren Kinder meinte, so sei das im Theater, bei Morden und anderen Peinlichkeiten wie etwa Geschlechtsverkehr werde das auf der Bühne nicht echt gemacht, sondern nur angedeutet.
Ich war empört, ich fühlte mich betrogen, ich forderte Authentizität, obwohl ich damals dieses Wort noch nicht mal hätte aussprechen können.
Noch heute schaue ich mir keine Filme an, wenn ich auch nur den Verdacht habe, die dargestellten Vorgänge könnten nicht echt sein, auch wenn das ständige Anschauen von Überwachungsvideos und Webcams auf Dauer doch etwas langweilig ist.
Nebenbei gesagt: Die meisten Pornos - in denen einiges ja doch echt ist - sind noch viel langweiliger als das Wasserloch in der Namib-Wüste.
28.5.23
Kriegt der Brandauer den Oskar?
Klaus Maria Brandauer war 60 Jahre lang ein weitgehend unbeachteter kleiner Komödiant, nur ausgefuchsten Branchenkennern in den Besetzungsbüros der Filmgesellschaften war sein Name bekannt. Bei allen anderen hieß es "Klaus Maria... wer?" Erst seit er jetzt diese grandiosen Auftritte beim Impfluenzer hat ist er einem größeren Publikum bekannt geworden. Eigentlich darf ich's noch gar nicht sagen, aber Brandauer ist sogar für einen Oskar nominiert worden, in der Sparte "Beste Hauptrolle in einer grottenschlechten Nebenserie". Die Folge "Der Grottenschlächter" ist bereits produziert, darf aber vorerst nicht gezeigt werden, weil die Folge so ultrabrutal ist, daß die Zuseher reihenweise schbeiben würden. Wer eifrig "Fisch und Fleisch" liest weiß eh, daß in Deutschland das Kriegsrecht und das Matriarchat herrschen.
12.4.23
Rattenscharf
Nix macht so absolut rattenscharf wie das Elend anderer Leute. Es sind für gewöhnlich vor allem Leute in einigermaßen bis sehr angenehmen Lebensumständen, die literarische Trauerspiele und Tragödien oder Theater- oder Filmtragödien (Arthouse) zu schätzen wissen. Wenn du dagegen auf der Scheißhausseite der Welt, dem weitaus größten Bereich unseres Planeten lebst, möchtest du wenigstens in der Kunst ein bisserl lachen.
Es gibt einen wunderschönen Film zu diesem Thema, Hollywood natürlich: "Sullivans Reisen".
"Der berühmte Hollywood-Komödienregisseur John L. Sullivan ist seines Genres überdrüssig und möchte neue Wege beschreiten. In einem sozialkritischen, dem Realismus verpflichteten Film will er das Elend der Ärmsten der Gesellschaft ungeschminkt auf die Leinwand bringen. Er kostümiert sich als Landstreicher, um das rauhe Leben ganz unten am eigenen Leib zu erfahren.
Durch eine Reihe unglückseliger Umstände wird er zu 6 Jahren Arbeitslager verurteilt. Im Arbeitslager muß er unter einem brutalen Aufseher Schwerstarbeit verrichten und lernt das Leben von seiner bittersten und ausweglosesten Seite kennen.
Eines Sonntags dürfen die Gefangenen in der Kirche einer afroamerikanischen Gemeinde einer Filmvorführung beiwohnen und erleben den aussichtslosen Kampf Plutos gegen ein besonders klebriges Fliegenpapier. Schon bald biegen sich die geschundenen Sträflinge vor Lachen, bis selbst Sullivan davon angesteckt wird. Er realisiert, dass eine Komödie mehr für die Armen tut als jegliches Betroffenheit heuchelnde didaktische Werk." (Wikipedia)
Ist sie nicht wunderbar herzerwärmend, so eine Tragödie wie etwa "Tristan und Isolde"? Tristan verzweifelt, Isolde nicht minder und der Deibel lacht sich ins Fäustchen. Ich aber verlasse mit meiner Begleiterin gut gelaunt das Opernhaus auf dem Grünen Hügel, beklage bei Prosecco und Lachsschnittchen die Brüchigkeit menschlicher Existenz und das Geworfensein des Menschen in eine kaltes Universum und kann damit rechnen, sie (das heißt meine Begleiterin) am Ende des Abends zum Beischlaf überredet zu haben. Mehr kann und mehr sollte man von Kunst nicht erwarten. Nichts macht, wie erwähnt, so absolut rattenscharf wie das Elend anderer Leute.In Komödien sollte man nur mit Personen gehen, die einem eh schon angetraut oder sonstwie verpflichtet sind. Für einen Aufriß empfehle ich erschötternde Tragik. Schubi du.
Was den "Tristan" betrifft, so ist die Musik zwar göttlich, die Oper als Oper aber ist der hinterletzte Schund.
7.8.22
Der Gute Alte Atomkrieg
Im Jahre 19 nach Hiroshima/Nagasaki drehte Stanley Kubrick seinen längst legendären Film "Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben". Ein meschuggener Kommandant einer Bomber-Staffel setzt die amerikanische Atombombenflotte gegen die Russen in Marsch. Einer dieser Bomber ist nicht mehr zu stoppen...
Ein lustiger Film; grimmig, bitterbös. Ein bedrückender Film. Damals.
Mit den Augen von heute gesehen, wirkt "Dr. Seltsam" erstaunlich nostalgisch; rührend altmodisch. Gott, was waren das aber auch damals für Zeiten, in den Tagen des guten, alten Atomkrieges der 60er Jahre!
Als Zeitgenossen der vollautomatisierten, chipgesteuerten Vernichtung durch Lang- und Mittelstreckenraketen, Marschflugkörper und strategischen Atomgranaten feuchten sich die Augen im Gedenken an die altväterliche Tapsigkeit und Gemütlichkeit des atomaren Mittelalters. Das war noch Handarbeit damals, echte, gute Handarbeit. Richtige, lebendige Menschen setzten sich eigenhändig in Flugzeuge und brachten die Bombe höchstpersönlich an's Ziel. Damals warf man die Bombe noch mit der Hand ab. Denk an die Szene im Film, wo Major Kong auf der Bombe reitet und mit ihr als atomarer Cowboy jauchzend und hutschwenkend erdwärts zum Schlachtfeld reitet.
22.4.22
Die Ferfilmung fon "Fisch und Fleisch"
Die wenigsten werden es wissen, aber "Fisch und Fleisch" ist als Serie mit 25 Folgen verfilmt worden. "Das wurde aber auch Zeit" werden einige jetzt sagen, und sie haben natürlich recht. Was merkwürdig ist und zu denken gibt ist allerdings der Umstand, daß "Fisch und Fleisch" in den Jahren 1973 bis einschließlich 1976 verfilmt worden ist.
Auch damals schon hatte die unendliche Dummheit der Politiker den Gesunden Menschenverstand - den man in Österreich Hausverstand nennt - besiegt, schon damals waren Sozialisten und Sozialdemokraten eifrig dabei, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft zu zerstören. Ausländer aus den verdächtigen Herkunftsländern im Süden waren schon seinerzeit eine wahre Landplage, obwohl es noch kaum welche gab, im Vergleich. In dem meist freundlichen und zugewandten, stets kompetenten und hinter die Oberfläche der Verschwörung blickenden Herrn Tetzlaff wird jeder hier sein ganz persönliches @Lieblingsarschloch bei "Fisch und Fleisch" entdecken können.
Allerdings ist diese frühe Ferfilmung fon "Fisch und Fleisch" insofern unrealistisch, als Alfred Tetzlaff im Vergleich mit meinen @Lieblingsarschlöchern hier doch sehr weltoffen und zugewandt wirkt.
27.1.22
Sado-Maso-Porno
Jedes Jahr zur Winterzeit ist es in Regensburg dasselbe. Am Himmel läßt Gott viele Tage hintereinander einen Sado-Maso-Porno laufen.
Fifty Shades of Grey.
12.10.21
I hob amoi oan kennt
A: I hob amoi aon kennt, der hot... Oba mei, den hams dann aa daschoßn.
B: A da Wahnsinn. Den host du kennt?
A: Heile. Des war da Dings, du kennst'n aa... da..., wia hoaßt a iatz glei?
B: Da Schorsch?
A: Ah, Schmarrn, den hams do net daschoßn.
B: Stimmt, der lebt a no.
A: Ah, iatz woaß i's, des war da Dings... Des war aber a Film.
1.11.20
Die schwimmende Stadt
Ich möchte Ihnen heute einen Dokumentarfilm vorstellen, so altmodisch, wie ein Dokumentarfilm von früher nur immer altmodisch sein kann.
Ich sag's gleich vorneweg: Es vergehen satte 5 Minuten und 20 Sekunden. ehe der erste Satz gesprochen wird. Davor gibt es nur Impressionen, Originalgeräusche, langsame bedächtige Bilder und eine dazu passende ruhige Musik.
Stell dir einen Moment lang vor, du wärst, vor dem Fernseher sitzend, nur zufällig in diese Sendung geraten. Als der Schriftzug mit dem Ortsnamen eingeblendet wurde, hast du dir gerade ein Bier eingeschenkt und nicht hingeschaut. Du siehst nur die folgenden Worte des Titels "Die schwimmende Stadt" und siehst dann die Bilder - 5 Minuten, 20 Sekunden lang. Was denkst du dir in dieser langen Zeit? Was für eine Stadt!, denkst du. Bella Italia!
Pfeifendeckel. Es ist nicht Venedig und auch sonst keine ins Meer gebaute italienische Stadt, es ist Passau bei Österreich.
1975 hat Dieter Wieland im Rahmen seiner Dokumentarfilmreihe "Topographie" den Film "Passau, die schwimmende Stadt" gedreht.
Wer sich diesen Film anschauen will, sollte sich einen Sack Zeit als Wegzehrung mitnehmen. So langsam der Film beginnt, so bedächtig geht es weiter. Keine schnellen Schnitte, keine dynamischen Schwenks, kein aufgeregter Kommentar. Den Text spricht Dieter Wieland selbst, er spricht keine einfachen Sätze, gewiß, aber er spricht langsam, bedächtig, er läßt dir die nötige Zeit, seine Sätze abzuschmecken und zu verstehen. Die ruhige Sprechweise ist beruhigend, ohne einschläfernd zu wirken. Das ist großes, ganz großes Kino!Wieland spricht vom heutigen Passau, vor allem aber erzählt er dir was vom früheren Passau. Keltensiedlung, Römerkastell, Bischofssitz, Missionszentrum.
Passau ist die Mutter Österreichs. Von Passau aus, das seinerseits von den Römern kolonisiert und kultiviert worden war, ist die untere Donau, bis nach - mindestens - Ungarn christianisiert und kultiviert worden. Aber was red ich, laßt euch die Geschichte Passaus von Dieter Wielands Film direkt erzählen.
Eine Bitte habe ich: Wenn es euch möglich ist, schaut euch den Film am Stück an, keine Unterbrechungen. Geht vorher pinkeln und wenn das Telefon klingelt, laßt es klingeln oder besser noch: Schaltet das verdammte Klingelphon für eine Dreiviertelstunde aus. Und vor allem: Während ihr den Film anschaut, macht nichts anderes.
Und? Ging's?
Falls ja... Gratulation! Ich habe es nicht geschafft, ich bin beschämt. Ich habe mir den Film bereits x-mal angeschaut und immer war was, das mich den Film unterbrechen ließ. Nicht beim ersten Mal, klar, 1975, als ich den Film original während des laufenden Programms angeschaut habe. Damals hatte ich noch keinen Videorecorder, damals mußte ich den Film noch am Stück anschauen. Eine Dreiviertelstunde fokussiert sein auf eine Sache, damals war das selbstverständlich, zum Lebensgefühl passend, von der Technik erzwungen.
Von früher Jugend an hatte ich davon geträumt, Filme handhaben zu können wie Bücher, unabhängig vom Spielplan der Kinos und dem aktuellen Fernsehprogramm. Eines Tages, so dachte ich, werden sich die Menschen in der fernen Zukunft einen Film aus dem Regal holen können, wann immer sie grad Zeit und Lust haben und sie werden sich den Film anschauen, solange sie Zeit und Lust haben, und so oft sie das wollen. Ende der siebziger Jahre wurden Videorecorder auch für Privatpersonen erschwinglich, mein Traum war lange vor der von mir erseufzten Zeit Wirklichkeit geworden.
Heute ist es für mich in dieser Hinsicht eher traurig. Heute ist es die Ausnahme, daß ich eine 45minütige Dokumentation, geschweige einen anderthalb Stunden langen Spielfilm am Stück anschaue. Und - das vor allem! - ich habe es mir angewöhnt, während des Anschauens ein weiteres Fenster offen zu halten, in welchem ich gleichzeitig das Computer-Kartenspiel Freecell spiele [1].
So ein Verhalten ist beunruhigend, es ist pathologisch, ich mache mir da keine Illusionen.
Ich bin in eine Zeit hineingewachsen, in der sensible Säusler anfingen, die Gefühlskälte der Bürgerlichen Gesellschaft zu kritisieren. Quirlige, vor Dynamik vibrierende Frauen redeten auf mich ein und langten mir, kaum daß wir uns eine halbe Stunde kannten, an den Rücken und meinten, Gott, sei ich verspannt, ich müßte unbedingt Entspannungsübungen machen. Meinen Einwand, für Entspannungsübungen sei ich viel zu träge und faul, nahmen sie nicht ernsthaft zur Kenntnis. Für sie waren Entspannung, Yoga und Meditation eine Art Leistungssport, sie strebten danach, Hochleistungsbuddhisten zu werden.
Und wenn ich dann irgendwann - das dauerte, ich bin ein geduldiger Mensch - grantig wurde und ihnen meinen Zorn wegen ihrer übergriffigen Antatscherei entgegenknurrte, war das offene Ausleben von Gefühlen plötzlich gar nicht mehr so positiv.
Inzwischen hätte ich Entspannungstraining wahrscheinlich bitter nötig. Je älter ich werde, desto wepsiger werde ich. Wenn man freundlich ist könnte man es auch "temperamentvoll" nennen, muß es aber nicht.
Was soll ich mir vormachen? Ich tu mir mittlerweile schwer, bei einer Sache zu bleiben. Das ist die berühmte Multitasking-Fähigkeit [2], ruft einer, der von nix was versteht. Ich sollte doch froh sein, daß ich in meinem Alter noch gedanklich so locker hin- und her-switchen könne. Ich bleibe eher skeptisch. Multi-Tasking-Künstler, gleich welchen Geschlechts, bekommen von allem, das sie gleichzeitig machen, nur einen Teil mit. Und "nur einen Teil mitbekommen" heißt in letzter Konsequenz fast immer: Nichts mitbekommen.
Aber ich schweife ab, dabei wollte ich noch ein bisserl über Passau reden.
Wenn man es genau nimmt - und man sollte es genau nehmen, wenn es sich um Wissenschaft handelt - dann mündet nicht die Donau in das Schwarze Meer. Sondern? Sondern der Inn.
Schau dir mal dieses Bild an:
Da kommt am oberen Bildrand die immer noch junge Donau angeflossen und an der Ortsspitze von Passau gesellt sich der Inn dazu. Überdeutlich sieht man die Spuren, das hellere Lehmwasser des Inn drückt das dunkle Donauwasser regelrecht zur Seite. Hoppla, jetzt komm ich!
Welcher Narr ist damals und seinerzeit auf die Idee gekommen, den durch den Zusammenfluß entstandenen Fluß Donau zu nennen? Regensburg liegt an der Donau, klar, Wien und Budapest dagegen definitiv am Inn.
Und dann war da noch der Nebel. Als Schüler war ich mal auf einem Wochenend-Seminar auf der Veste Oberhaus in Passau (auf dem Satellitenbild ganz oben, etwas links von der Bildmitte). Das Thema war die Sowjetunion, der Referent war Graf Dracula oder doch einer, der ausgesehen hat, als wäre er Graf Dracula. Es war im September/Oktober, die Nächte waren bereits ziemlich kalt, die Erderwärmung noch nicht erfunden und die Heizung hatten sie in der Jugendherberge nachts abgedreht. Ich hab gefroren wie ein Schneider oder wie zwei nackerte Schuhlehrer.
Endlich war die Nacht vorbei, der Sonntag war angebrochen. Ich ging hinaus, um einen Blick auf die tief unter mir liegende Stadt zu werfen. Die Sonne war bereits aufgegangen, es war wolkenlos, hell, aber Passau war weg. Wo Passau hätte sein müssen, war ein Nebelmeer. Schneeweißer Nebel im Sonnenschein zwar, aber eben doch Nebel. So muß sich Beowulf, der Held, gefühlt haben, damals in grauer Vorzeit, als unsere alt gewordene Welt noch jung und bunt war und erfüllt von Leben.
Ich atmete tief durch, genoß den Anblick. Heilige Schauer durchrieselten mich, als mit einem Male die Glocken zu läuten anfingen, ein Klang, der mahnend aus dem Nebel kam: "Jesus Christus ist unser Herr." Und dann erschien ein Kreuz. Nichts als ein aus dem Weißen Meer ragendes Kreuz, dazu das christkatholische Sonntagsläuten. Wäre ich nicht schon katholisch gewesen, ich hätte mich unverzüglich taufen lassen. Und dann eine Zwiebel unter dem Kreuz und noch ein Kreuz und noch eine Zwiebel, und immer noch die Sonntagsglocken.
Zwei Monate später ritt ich mit meinem Heer in Jerusalem ein, nachdem ich zuvor die heidnischen Muselmanen niedergemetzelt hatte. Nie war Religion schöner.
2.3.20
Lovely Rita
Gewiß, Lovely Rita war schon damals keine sonderlich strahlende Schönheit, aber ich war hingerissen von ihr, mein Geschmack in puncto Frauen war immer schon ein bisserl merkwürdig. Ich muß allerdings und überdies anmerken, daß ich - bis heute - keinen einzigen der Filme von Rita Tushingham gesehen habe, abgesehen vom oben erwähnten Agatha-Christie-Krimi. So gesehen war ich über meine Gedächtnisleistung schon sehr erstaunt.
7.7.19
Der Macher von Verzweiflungs-Klamotten
Rainer Werner Fassbinder
Es gibt Leute, die in ihrem Sozialleben behindert sind, weil sie unter stetig rieselnden Schuppen leiden. Andere wiederum werden durch unstillbare Achselnässe zum gemiedenen Außenseiter. Mir macht in dieser Hinsicht der Fassbinder zu schaffen, der Fassbinder. Na nun, nicht er selber natürlich; noch nicht mal seine Filme sind es - eigentlich -, die mich belasten (Simples Nicht-Ansehen wäre hier die Therapie der Wahl).Ein Kaffeehaus in Sirup
Die Publikumsbeschimpfung findet nicht statt
Es dachte niemand daran, das Stück abzubrechen. Das ging so weiter, das zog sich hin, ich-weiß-nicht-mehr-wie-lange. (Gerade die Langweilerkunst zeichnet sich oft durch Überlänge aus - Je Ödsack, desto dauert das.) "Stets mußte er ausprobieren, wie weit er gehen konnte, wieviel sich die Leute von ihm gefallen ließen", schrieb Peter Buchka in der SZ vom 9. 2. 82. Das würde eine Menge erklären; Peter Buchka bezog diesen Satz aber gar nicht auf Fassbinders Werk, sondern auf seine Art, mit Menschen umzugehen; besser: umzuspringen.
Das zweite Stück, dieselbe Masche
Der Held ist tot - gottlob! - der Film ist aus
Von den Wonnen der Verzweiflung
| - Das Kaffeehaus | 1969 |
| - Katzelmacher | 1969 |
| - Götter der Pest | 1969 |
| - Rio das Mortes | 1969 |
| - Der Händler der vier Jahreszeiten | 1971 (angeblich "ein frühes Meisterwerk" (Ponkie, AZ) |
_______________________________
18.4.17
Make Tomania great again!
Weil 1940 die US-Regierung auf gute Beziehungen zu Nazi-Deutschland bedacht war. In der Sowjetunion war zu dieser Zeit Kritik an Hitler-Deutschland sogar lebensgefährlich. Im Juni 1941 überfiel Nazi-Deutschland die Sowjetunion, plötzlich war Hitler in sowjetischen Augen ein Monster. In den USA dagegen war Hitler immer noch gut angesehen. Im Dezember 1941 überfielen die Japaner Pearl Harbor, damit waren die USA im Krieg mit Japan und damit auch mit Deutschland.
26.1.14
Die SoKo 5113 und die Literatur
Theater light
Im Februar 2010 lief im Fernseh eine weitere Folge von "Soko 5113", der Titel war "Unter der Eiche".
Mord auf dem Land. Ein Großbauer wird unter einer alten Eiche erschlagen aufgefunden. Die Dorfbewohner verhalten sich gegenüber der ermittelnden Polizei sehr reserviert, gelegentlich läuft eine ältere, distinguierte Dame durchs Bild und erzählt, sie sei aus Sylt und verbringe hier ihren Urlaub.
Der Ermordete erweist sich als der Herr des Dorfes, die meisten dort sind bei ihm hoch verschuldet, er hat einen Beratervertrag für eine Entsorgungsfirma, die dort illegal Giftmüll abkippt, geplant ist ein Riesenprojekt für ein Feriendorf auf dem Gelände der Gemeinde.
Was soll ich erzählen? Am Schluß jedenfalls stellt sich heraus, daß die alte Dame aus Sylt aus dem Dorf stammt, daß sie vor 40 Jahren von dem ermordeten Großbauern vergewaltigt und anschließend aus dem Ort weggegrault wurde, weil sie die Dörfler ständig an ihre eigene feige Haltung gegenüber dem Großbauern erinnert hat. Das ganze Dorf hat damals von der Vergewaltigung gewußt, aber keiner wollte etwas wissen. Die Dame hat reich geheiratet, ist nun Witwe, sie erweist sich als Besitzerin sowohl der Entsorgungsfirma als auch der Holding, welche den Ferienpark errichten will.
Sie hat den Leuten aus dem Dorf mitgeteilt, sie bekämen das Projekt nur, wenn sie dafür den Großbauern erschlügen, es sei ihr egal, wer das mache, irgendeiner halt.
Das ganze letzte Drittel des Films über, als sich die Lösung allmählich abzeichnete, habe ich drauf gewartet, daß einer der Kriminaler zum anderen sagt, daß ihm die Geschichte bekannt vorkäme. Nichts. Da krallt sich ein Drehbuchautor den Plot von Dürrenmatts "Besuch der Alten Dame", weiß Gott kein unbekanntes Stück, und glaubt, er käme damit durch.
Nun haben sie wieder zugeschlagen, in der Folge "Bis daß der Tod euch scheidet" vom Mai 2013. Die eigentliche Krimihandlung - ein Student wird erschlagen aufgefunden - spielt nur eine Nebenrolle. Der Doktorvater des Studenten wird in seiner Wohnung befragt, seine Ehefrau ist anwesend. Das alternde Ehepaar liefert sich, reichlich Whisky nachschüttend, vor den beiden Kommissaren, einem jungem Mann und einer jungen Frau, eine Zimmerschlacht zwischen Haß und Liebe. Mehr und mehr steigern sich die Eheleute, reichlich Whisky nachschüttend, darin, sich wechselseitig vorzuführen, lächerlich zu machen und zu demütigen. Dieses Ehedrama (das für die Krimihandlung relativ nebensächlich ist, das Geständnis des Ehemannes erweist sich als falsch) nimmt den weitaus größten Teil des Films ein.
Herrgottsnein, denke ich beim Zuschauen, die Szenen kennst du doch, was war das nur. Dann fällt, zum wiederholten Male, der Name der Frau: Martha. Ich schlage in der Personenliste nach und tatsächlich: der Mann heißt Georg. Ah, jetzt wußte ich es.
Hat's klick gemacht? Wer erst mal selber in Ruhe rätseln will, soll dies tun. Wer nicht auf die Lösung kommt, darf sie hinter diesem Link aufdecken.
22.11.12
Immer diese rumänischen Polen
Eben grad im Fernsee (Internet: Sendung verpaßt) folgenden Dialog gehört [1]:
B: Na ja, vor 10 Jahren waren es auch die Rumänen. Wahrscheinlich.
A: Aber dieser Mann ist Pole.
Schöner kann man die Denke von Sarrazin gar nicht zusammenfassen, ohne dabei an Sarrazin auch nur zu denken.
21.7.12
A Rumba de Scugnizz
Der Lindinger Opa hat mal gsagt: "Kunst is, wennst moanst, des kunst du aa." Damit hat der Lindinger Opa treffend und sehr konkret den Begriff der dissimulatio artis erklärt: Große Kunst, die so leicht rüberkommt, als sei sie locker aus dem Ärmel geschüttelt, als brauche es dafür keine sonderliche Kunstfertigkeit.
Wieviel Talent, wieviel allgemeine Ausbildung steckt in diesem Tanz, wieviel Mühe und Schweiß müssen die Proben für diesen speziellen Tanz im Spielwarenladen gekostet haben. Und dann sieht es für dich so aus, als sei Fred Astaire eben mal schnell ins Studio gekommen, habe ein Tänzchen mit einigen Trommeln gewagt und sei dann, freundlich winkend, wieder heimgegangen. Ein kleiner Spaß für ihn, zwischendurch. All der vergossene Schweiß ist nicht zu riechen. Perfektes Handwerk, ganz große Kunst.
Auf Fred Astaire und den Lindinger Opa komm ich, weil ich Massimo Ranieri auf YouTube gesehen habe.
"A Rumba de Scugnizz", was für eine perfekte Bühnenshow. Hier stimmt alles, vom ersten "Hou!" weg, über die Musik bis in den kleinsten Fußschlenker der steppenden Tänzerinnen. Und es wirkt, als würden die zwei Jungs und die Mädels auf einem privaten Fest nur ein bisserl übermütig rumhüpfen, keine Anstrengung ist zu merken, dabei ist alles von höchster Präzision. Das vibriert vor Temperament, Lebenslust - und Erotik, klar.
Jetzt, wo ich das sage, frage ich mich natürlich. Ich frage mich, warum die Mädels so erotisch auf mich wirken, obwohl sie eigentlich gar nicht viel dazu tun. Sie wackeln nicht lasziv mit Arsch und Unterleib, sie verbiegen sich nicht aufreizend. Sie führen im Grunde einen Schreittanz auf, der in seiner stiefelklappernden Mechanik fast militärisch wirken könnte, wäre er nicht gar so... äh, unmilitärisch.
Nach heutigen Kriterien sind die Tänzerinnen durchaus sittsam bekleidet, die Röcke sind knöchellang und wegen eines Dekolletés regt sich schon seit dem Rokoko keiner mehr auf. Ja, gut, ich bin nicht blind, mir ist aufgefallen, daß die Röcke geschlitzt sind und daß die Mädels ihre Röcke gelegentlich so kunstvoll wirbeln, daß man ihre Beine und ihr Hoserl sehen kann. Aber dergleichen hat schon vor 30 Jahren das NDR-Fernsehballett geboten. Von Jacques Offenbachs Can Can (inzwischen schon über 100 Jahre alt) will ich gar nicht erst reden.
Das Gegenstück zur obigen Frage ist: Wieso wirken nackte, bzw. fast nackte tanzende Frauen oft so enttäuschend unerotisch?
Die Tutti-Frutti-Mädels sehen aus wie erwachsene Frauen, bewegen sich aber wie kleine Mädchen aus dem Kindergarten oder der Grundschule bei der Balletteinlage der Märchenaufführung. Die bunten Schleiferl am Po lassen an Kinderfasching denken, da nützt das Aufreißen des Bluserls auch nichts mehr. Das gibt sich als Champagner aus und ist doch günstigstenfalls Mineralwasser medium. So nackt können bei diesem Micky-Maus-Gehopse die Tänzerinnen gar nicht sein, daß das erotisch wirken könnte.
Ach, übrigens: Kann mir einer sagen, woher ich die Geigerin im Video von Massimo Ranieri kenne?
1.2.12
Lebt Loriot noch?
Die drei Mädels in der Runde - Lilo Fischer, Lea Rosh und die Maischberger herself - waren optisch soweit unauffällig, sieht man mal von den doch sehr tubenroten Haaren von Frau Fischer ab. Aber die drei Herren im Studio...
Da war zum einen Dieter Wedel, der Regisseur. Mit wirrem Haar, unrasiert und verkatert dreinblickend sah er aus, als hätte man ihn eben grade aus der Mülltonne gezogen und ins Studio getragen. Ich bin nun selber keiner, der auf tadelloses Aussehen sonderlichen Wert legt, ich erwarte das auch nicht von anderen. Morgens, oft auch zu anderen Tageszeiten, sehe ich in etwa so aus wie Dieter Wedel. Aber, wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wenn ich eines Tages aus wirren Träumen erwachte, mich in einem Fernsehstudio wiederfände und mich selbst auf dem Monitor sähe, so würde ich als erstes, ganz spontan, in mein Haupthaar langen und es glätten. Daß es zum Rasieren zu spät ist, würde ich seufzend akzeptieren.
Als nächster kam Prof. Arnulf Baring, der Historiker, ins Bild. Er, der sonst in Diskussionen wirkt, als habe er eine Überdosis Speed eingeworfen, saß da, die Augen geschlossen, ab und an mit dem Kopf nickend, wie ein mit sich und der Welt zufriedener Narr. Einen Moment lang hatte ich den Eindruck, er würde noch während der Sendung, wahrscheinlich in den nächsten Minuten, sanft und für immer entschlummern.
Damit hätte es nun des Grotesken genug sein können. Manchmal aber ist das Echte & Wahre Leben unersättlich.
Als nächster nämlich wurde der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach vorgestellt. Stocksteif saß er da, mit aufgerissenen Augen, die einige Sekunden lang nicht einmal blinzelten. Nur der Kopf wackelte leicht; vor - zurück - vor - zurück. Dazu die Fliege, das sichere Zeichen, daß wir im Reich von Satire und Humor sind (1).
Diese Sendung ist nicht echt! Sie kann nie & nimmer echt sein, dachte ich, wider jede Evidenz. Das ist lupenreiner Loriot, so grotesk ist die Wirklichkeit nicht, nicht in dieser dichten Aufeinanderfolge.
Dabei sollte ich es wirklich besser wissen, inzwischen.
___________
1 Ich schwöre, daß ich die Screenshots nicht heimtückisch ausgewählt habe, ich habe nicht jeweils das Standbild genommen, auf dem die drei Männer am skurrilsten ausgesehen haben, die saßen wirklich sekundenlang so da. Wer es nicht glaubt, kann sich hier die Sendung selber ansehen.
30.9.11
Love Story
"Hören Sie mal", sagt er, "Seniorengeschichten laufen inzwischen ja recht gut, auch über Seniorensex ließe ich mit mir reden. Aber Ihre Geschichte ist so was von an den Haaren herbeigezogen, so unrealistisch, so ein hanebüchener Scheißdreck, daß es nicht zu sagen ist."
7.4.11
Je Information desto nix verstehn
Nicht Bärlauch sondern Bohrloch
Was Sie schon immer über Sex wissen wollten aber bisher nie zu fragen wagten. Heute "Sexuelle Duldungsstarre" " Die Duldu...
-
Am 8. Januar habe ich eine E-Mail der FREITAGs-Moderation erhalten, in der mir mitgeteilt wurde, daß mein Account für drei Monate gesp...
-
Die Amerikanerin Lauren Angela (das sind nur die beiden Vornamen) stammt aus Florida, die Mutter ist kubanischer Abstammung. Sie lebt seit...
-
Das Photo ist gestellt, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Die Frau auf dem Hemd ist allerdings dem Vernehmen nach echt. ...










