16.8.26

Zur Politischen Ökonomie der Abtreibung

Eine ganz kurze Anmerkung

Würde sich für die Rechte geborener Kinder auch nur halb soviel eingesetzt wie für die Rechte ungeborener Föten, wäre die Welt ein besserer Ort, las ich einst in einer Internet-Diskussion.

Das ist der springende Punkt. Leute, die sich strikt gegen die Abtreibung, genauer: gegen das Recht auf straffreie Abtreibung (was etwas völlig anderes ist) aussprechen, sind durchaus für die Todesstrafe zu begeistern, sie begrüßen die rigorose Flüchtlingspolitik, soviel Opfer sie immer kosten mag, sie stehen hinter Kriegseinsätzen etc. pp.

Das bei der Abtreibung kreischend verteidigte absolute Recht auf Leben ist in anderen Zusammenhängen für dieselben Leute gar nicht so absolut. Das gibt zu denken. Was steckt dahinter?

Wenn ich im Wald Holz sammele, auf eine Wiese verbringe und dort einfach so verbrenne, dann ist das eine sinnlose Verschwendung von Brennstoffen. Nehme ich das Holz dagegen mit nachhause und heize damit meine Wohnung, so habe ich von dem Holz meinen Nutzen.

Abgetriebene Föten sind sinnlos verschwendete Arbeitskraft, sie haben noch niemandem Nutzen gebracht, noch werden sie  jemals jemandem Nutzen bringen. Geborenes Leben dagegen, das heranwächst, bringt irgendwann irgend jemandem, der ihre Arbeitskraft kauft (Sklaverei) oder mietet (Lohnarbeit) großen ökonomischen Nutzen. Wer die Möglichkeit hat, fremde Arbeitskraft für sich zu nutzen, wird sehr viel eher dazu neigen, gegen Abtreibung zu sein.

Das hört sich alles ganz entsetzlich eiskalt an, ich wollte die Eiseskälte, die mich beim Nachzeichnen dieser ökonomischen Mechanismen erfaßt hat, rüberbringen.

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