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16.8.26

Nicht Bärlauch sondern Bohrloch

Was Sie schon immer über Sex wissen wollten aber bisher nie zu fragen wagten. Heute "Sexuelle Duldungsstarre"

"Die Duldungsstarre ist ein Zustand vor allem weiblicher Säugetiere (zum Beispiel Schweinen) während der Begattung durch das Männchen. Dabei verharrt das Weibchen in einer für die Penetration günstigen Stellung, bis der Geschlechtsakt vollzogen ist. Beim Schwein wird die völlige Apathie durch Androstenon, das Duftdrüsen-Sekret des Ebers, ausgelöst."

Dies machte sich der Mensch dann bei der Trüffelsuche durch Schweine (also Säue) zunutze: "Die Trüffel sind im Geruch den Sexuallockstoffen des Ebers sehr sehr ähnlich. Bleibt die Sau wie versteinert stehen, dann hat sie die Witterung der Trüffel aufgenommen, was ein Indiz dafür ist, daß sich Trüffel an dieser Stelle im Erdreich befinden."

1990 hat eine Oberpfälzer Bäuerin bei Windischeschenbach beobachtet, wie eine über die Felder gehende Sau urplötzlich erstarrte. Die aus der Toskana stammende Frau, die als Eheweib in die Oberpfalz verkauft worden war, wußte sofort, was das bedeutete. Man grub ein Loch in das Erdreich und grub und grub und vier Jahre später war das Bohrloch von Windischeschenbach bei über 9 km Tiefe angelangt und ist seither das tiefste noch offene Bohrloch der Welt.

Gefunden hat man die Trüffel bis heute nicht, wenn auch einige "Fisch und Fleisch"-Tiefbohrer argwöhnen, die Lügenpresse habe den brisanten Fund schlicht vertuscht. Die Sau mußte im übrigen später notgeschlachtet werden, weil sie aus sexueller Frustration in tiefe, unheilbare Depression verfallen war.

Seit dem Mittelalter, eigentlich schon seit der Antike ist sich die Wissenschaft darüber einig, daß Frauen das feuchte, triebgesteuerte Geschlecht sind, während die trockenen Männer eher zum rationalen Denken neigen.

7.6.26

Wie dumm kann ein Mensch sein?

 Gestern erschien es mir hoch an der Zeit, meinen großen Computer, der seit ein paar Tagen spinnt und nicht mehr zum richtigen Laufen zu bringen ist, zum Reparieren zu bringen. Ich nahm den Computer, steckte ihn in meinen größten Rollkoffer und machte mich dann auf den Weg zum PC-Experten am anderen Rande des Gewerbeparks. Es war ein ruhiger Tag, wenig Menschen unterwegs, kaum Autos auf den Straßen, die Sonne schien, es war warm aber noch nicht heiß, ein schöner, nicht allzu langer Spaziergang, wenn nur der Rollkoffer mit dem schweren PC nicht wäre.

Als ich ankam war der Laden geschlossen, ein Werbeaufsteller stand im Eingang. Ich schaute auf die Uhr, es war wenige Minuten nach zwei Uhr, der Laden öffnet um 14.00 Uhr, soweit also alles im Lot. Bald würde jemand kommen und den Laden aufsperren. Direkt beim Laden gab es nichts, wo man sich einigermaßen bequem hätte hinsetzen können, aber 20 Meter weiter gab's ein Bushäuschen. Da saß ich nun und wartete und alle paarundzwanzig Sekunden schaute ich hinüber zum Laden. Es kam aber keiner und nach einer halben Stunde merkte ich auch, daß kein Bus kam.

Jetzt, jetzt erst kam die Erkenntnis, daß heute ein Feiertag ist, Fronleichnam.

Wie dumm kann ein Mensch sein?

Wie mich ChatGPT einmal sehr enttäuscht hat

Im Rahmen einer neulich stattgefunden Diskussion mit dem forumseigenen Superhirn wollte ich abklären, ob Gerhard Schröder noch in der SPD ist. Was macht der Mann (m/w/d) von Welt in so einem Fall? Er wendet sich an die KI, in meinem Falle ist das die ChatGPT, die erstens irgendwie mit Google verbunden ist und zweitens nix kostet.

ICH: ist gerhard schröder noch in der SPD?

GPT: Kurz gesagt: Nein. Gerhard Schröder ist nicht mehr Mitglied der SPD; er ist seit vielen Jahren aus der Partei ausgetreten. Wenn du willst, kann ich dir weitere Details zu seinem politischen Werdegang geben.

(Daß Schröder vor kurzem aus der SPD ausgetreten ist... das ist möglich. Aber daß er schon "seit vielen Jahren" draußen ist kann definitiv nicht sein. Ich hake also nach.)

ICH: Erzähl mir bitte, wann Schröder ausgetreten ist. Ich habe nachgeschlagen, nach meinen Informationen gab es viele Versuche, Schröder auszuschließen, die alle gescheitert sind. Ausgetreten aber ist er meines Wissens nicht.

GPT Schröder bezieht sich hier vermutlich auf Gerhard Schröder, den ehemaligen deutschen Bundeskanzler. Er ist bisher offiziell nicht aus der SPD ausgetreten; er blieb parteiloses Mitglied der SPD mit gelegentlichen Kontroversen. Falls du von einem anderen Schröder sprichst (z. B. eine andere öffentliche Person), sag mir kurz, wer gemeint ist, dann suche ich dir die passenden Informationen.

(Die KI verhält sich wie nicht wenige Diskutanten und -onkel hier im "Fisch und Fleisch"-Forum: Sie stellt sich dumm und frägt "Gerhard wer?" während er in seiner ersten Antwort sofort wußte, welcher Schröder gemeint war. Aber mei. Ich fuhr fort:)

ICH: 1. Was könnte ein parteiloses Mitglied der SPD sein? 2. Als prominenter anderer Gerhard Schröder fällt mir lediglich der Außenminister Gerhard Schröder, noch aus Zeit von Adenauer ein.

GPT: Danke fürs Nachfragen. Hier zwei klare Antworten:

Parteilos bedeutet, man ist offiziell kein Mitglied einer Partei. Ein prominentes Mitglied der SPD, das kein Parteimitglied ist, kann theoretisch wie ein ausgeschlossener oder ehemaliger Parteigänger auftreten, bleibt aber offiziell parteilos. In Schröders Fall heißt das: Er war formell SPD-Mitglied, ist aber meist als parteilos oder nicht aktiv in der Partei beschrieben worden, trotz enger Bindung.

Zum anderen Schröder: Der Außenminister in der Ära Adenauer war nicht Schröder. Der erste Bundesaußenminister in der Ära Adenauer war Heinrich von Brentano (1955–1961) gefolgt von Gerhard Schröder erst viel später. Falls du eine andere Person meinst, nenne mir bitte den vollen Namen oder Kontext, dann kläre ich das.

ICH: Du bist erstaunlich schlecht infomiert. Schröder war von 1961 bis 1963 Außenminister im Kabinett Adenauer, als unmittelbarer Nachfolger von von Brentano. Von 1963 bis 1966 war er in der gleichen Funktion im Kabinett Erhard. Und erster Außenminister im Kabinett Adenauer war Adenauer himself, von 1951 bis 1955.

GPT: Danke für die Klarstellung. Du meinst vermutlich Gerhard Schröder, der in den 1960er Jahren als Außenminister im Adenauer-/Erhard-Kabinett fungierte. Allerdings ist das historisch nicht korrekt: Der Außenminister in der genannten Zeit war tatsächlich Heinrich von Brentano (1955–1961) und danach Franz-Josef Strauß (1961–1966) bzw. danach in einigen Konstellationen andere. Es gab keinen Außenminister namens Gerhard Schröder in der Ära Adenauer oder Erhard. Es könnte Verwechslung mit einer späteren Person vorliegen oder eine mix‑up von Namen vornehmen.

Falls du eine andere Person meinst, gib mir bitte den vollen Namen oder den Kontext, dann prüfe ich das genau.

ICH: Strauß war niemals Außenminister. Strauß war unter Konrad Adenauer Bundesminister für besondere Aufgaben (1953 bis 1955), für Atomfragen (1955 bis 1956) und für Verteidigung (1956 bis 1962). Er trat am 30. November 1962 wegen der Spiegel-Affäre zurück. In der Großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger war Strauß Bundesminister der Finanzen im Kabinett Kiesinger (1. Dezember 1966 bis 22. Oktober 1969). Er wurde nach der Landtagswahl in Bayern 1978 erstmals bayerischer Ministerpräsident und blieb es nach den Wahlen 1982 und 1986 bis zu seinem Tod. Mal im Ernst: Bist du wirklich der Doktor Allwissend aus dem Märchen der Brüder Grimm oder bist du lediglich der Aushilfspraktikant?

GPT: Danke für deinen Hinweis. Du hast recht: Franz Josef Strauß war nie Außenminister; er hatte andere Ministerämter. Die Diskussion dazu war verwirrend, und ich entschuldige mich für die Ungenauigkeiten.

Zu deiner Frage: Bin ich der Doktor Allwissend aus dem Märchen oder der Aushilfspraktikant? Ich bin ein AI-Assistent, der versucht, zuverlässig zu informieren, aber kein allwissender Experte. Falls du willst, prüfen wir die Fakten gemeinsam schrittweise.

ICH: Lieber nicht. Wenn ich noch länger mit dir diskutiere werde ich noch arrogant.

GPT: Verstanden. Wenn du magst, sag einfach kurz, womit ich dir sofort helfen soll. Ich bleibe höflich und sachlich.

(Immerhin hat er verstanden, daß ich ihn beleidigt habe und er hat gebührend vergrätzt reagiert. Respekt!)

In der Psychiatrie gab es mal das Wort "Salonidiot". Alder (m/w/d) ischwör, das hab ich mir nicht ausgedacht. Das Wort gab's früher wirklich, auch wenn Google sich dumm stellt. Im Zuge der political correctness und der damit verbundenen Schönflöterei nennt man heutigentags einen Salonidioten höchstwahrscheinlich anders, ich weiß aber nicht wie. Möglicherweise haben sie aber auch den Begriff als solchen abgeschafft. Ein Salonidiot war nach früherem Verständnis jemand, der bei gesellschaftlichen oder auch nur geselligen Anlässen geschliffene Sentenzen absondert und auf den ersten und zweiten Blick für sehr klug und gebildet gilt. Beobachtet man ihn allerdings länger merkt man (falls man selber kein Salonidiot ist), daß er im Grunde von nichts keine Ahnung nicht hat. Ich habe in meinem Leben zwei Salonidioten kennengelernt, beide waren analog und biologisch. Der dritte ist digital und elektrisch.

20.11.25

Streng vegan

Ich bin ein Mensch, dessen Gedanken beständig um Alkohol kreisen, also ein Alkoholphilosoph, ein Alkosoph, wenn man es knackig kurz formulieren will.

Wir alle wissen - oder könnten und sollten es doch wissen -, daß  Alkohol streng vegan ist, Muttermilch dagegen nicht. Verantwortungsbewußte Eltern verweigern ihren Babies deshalb die Brust und stillen die Kleinen von der Nabelschnur weg mit Schnaps. Amerikanische Wissenschaftler (wer sonst?) haben festgestellt, daß Menschen, die als Babies mit Wodka gestillt worden sind, wesentlich seltener heroin- oder kokainsüchtig werden als konventionell großgezogene Menschen.

3.11.25

Wasser trinken - leicht gemacht

1. Öffne deinen Hals

1.1. Leg deinen Kopf in einem 45-Grad-Winkel zurück. Dein Hals sollte beinahe vertikal sein. Leg den Kopf so weit in den Nacken, dass das Wasser allein durch die Schwerkraft in deinen Magen fließt. So musst du keinen einzigen Muskel bewegen, um das Wasser aktiv zu trinken. Es läuft einfach in dich hinein und du solltest dadurch besonders schnell trinken können.

1.1.1. Lass den Kopf im Nacken, bis du mit dem Trinken fertig bist. Wenn du dich bewegst, während das Wasser noch durchläuft, könnte der Wasserfluss durch Muskelkontraktionen verlangsamt werden und du verschluckst dich.

1.1.2. Trink niemals im Liegen. In einer horizontalen Position fließt das Wasser wesentlich wahrscheinlicher in deine Luftröhre und du verschluckst dich.

Obigen Text habe ich mir natürlich nicht ausgedacht, so viel Phantasie hätte ich gar nicht. Der Text ist pures und echtes und wahres Internet.

Es ist unglaublich, was du in Internet-Tutorials alles lernen kannst und unterm Lernen frägst du dich, wie die Leute vor dem Internet so ganz ohne Wasser überlebt haben. Die Antwort ist leicht: All die vielen, vielen internetlosen Leute von früher sind in Wirklichkeit tot oder werden es in Kürze sein.

Ich habe bei Gelegenheit dieses Blogbeitrages im Umfeld rescherschiert und bin auf diesen lehrreichen Dokumentarfilm gestoßen. Wie oft hab ich mich nicht schon gefragt, wie man es anstellt, zwei Flüssigkeiten zusammenzugießen, jetzt weiß ich es.

Weiters bin ich noch auf diesen Dokumentarfilm gestoßen, der Hausfrauen (m/w/d) interessieren könnte. Ein wirklich faszinierendes Gericht, dieses Rührei. Leider konnte ich es nicht nachkochen, da ich in meinem süddeutschen Haushalt keine Fanne gepfunden habe. Der Schluß des Filmes ist insofern interessant, als der Lehrkoch anscheinend bislang noch nicht auf die Idee gekommen ist, das fertige Rührei auf den Teller gleiten zu lassen, indem er die Fanne schräg hält.

P. S.: Ich gehöre übrigens einer anderen Rührei-Sekte an, ich verquirle die rohen Eier vor der Fanne und schütte dann erst das Geschleime in die Fanne (in Süddeutschland - ich erwähnte es bereits - verwenden wir allerdings Pfannen, keine Fannen. Bei uns wird - anders als in Berlin oder Hannover - die deutsche Sprache gepflegt).

7.1.25

Ein Kapitel Spültheorie

Flachspüler nennt man jenes Entladegeschirr, welches die allermeisten von Ihnen vom heimischen Abtritt her kennen dürften. Die frisch und fromm abgezwickte Braunwurst plumpst bei diesem Modell fröhlich und frei auf eine Plattform, wo sie bis zur Abwicklung weiterer Formalitäten liegen bleibt. Defäkanten, welche sich im Stehen zu säubern pflegen, haben also Zeit und Muße, die Produkte ihres Tuns und (Fallen-)Lassens ausgiebig in Augenschein und Nasenatmung zu nehmen.

Bei den - hierzulande eher seltenen - Tiefspülern hingegen, platscht die Biomasse unvermittelt ins Wasser. Nur der Un­erfahrene benetzt sich dabei den Po. Gewitztere Konsumenten dagegen wissen sich auf einfache Weise zu helfen: ein Blatt Papier auf die Wasserfläche gelegt und man bleibt von ungebetener Nässe verschont. Die Geruchsentwicklung - und darauf beruht der exzellente Ruf des Tiefspülers in Kennerzirkeln - ist wesentlich geringer als beim Flachspüler: die Stinkmaterie verschwindet zur Gänze oder doch zum überwiegenden Teil sofort mit sattem Glucksen im Wasser läßt am Ende Deiner Mühe all das verschwinden, was den Tag und die Oberfläche mit Recht zu scheuen hat. Geruchsstoffe werden gebunden und können sich nicht weiter entfalten.

Soviel zur braunen Theorie.

 Der Wiener sagt so herzerfrischend ordinär: Bei mir sads olle im Oasch dahaam.

28.11.24

Zur Psychodynamik umbauter Räume

Geiler Titel, wa? Jetzt müßte ich natürlich nur noch das Buch schreiben, was schwer sein wird, da ich vom Thema keine Ahnung habe.

Hätte ich einen Verleger, der auf Abgabe des Manuskriptes drängt, würde mir aber schon was einfallen. Ich aber habe im Normalfall ein fertiges Buchmanuskript (genau genommen deren viele), aber kein Verleger interessiert sich dafür.

Na ja.

28.8.24

Was das einzig Gute an Träumen ist

Kleiner Mittagsschlaf. Im Traum versuche ich, Leuten, die mit einer aus Holz gefer­tig­ten Rakete in's Weltall starten wollen, ihr Vorhaben als unrealistisch und höchst gefährlich auszureden. Und falls sie es doch tun wollten, gab ich ihnen Gute Ratschläge, was sie dabei be­achten müßten. Hört sich irgendwie sozial­de­mo­kratisch an, ich weiß aber auch nicht genau. Jedenfalls, als ich gerade dabei war, ihnen die Sache zu erklären, bin ich aufgewacht. Ich hatte meine Argumentationslinie noch nicht fertig gestaltet, da gab es noch dran zu feilen. Und ich feilte, wach wie ich inzwischen war. Es hat eine Minute, vielleicht auch deutlich länger gedauert, bis ich endlich gemerkt hatte, daß es meine Gesprächspartner gar nicht gab, nie gegeben hatte, mein weiteres Mühen also sinnlos war. Mir balst nicht gangst, bleibts mir bloß weg mit den Träumen.

Das einzige Gute an Träumen ist noch, daß man die meisten Träume gottlob verschläft.

18.6.24

Warum Rentner so häufig sterben

Um's vorwegzunehmen bevor einer höhnisch lacht: Die Überschrift ist etwas unglücklich formuliert, denn natürlich sterben auch Rentner nur ein einziges Mal.

Die Frage müßte streng genommen lauten: "Warum sterben in einem bestimmten Zeitraum mehr Rentner als - sagen wir mal: - Mitglieder der Jungen Union?"

Die Antwort ist ebenso klar: Rentner haben 1 Leben lang hart gearbeitet und ganz, ganz viele von ihnen tun es noch, weil sie sonst nicht über die Runden kommen, während Mitglieder der Jungen Union und andere Leute in diesem Alter faule, verzogene Hundskrüppel sind.

Während die einen träge in der Sozialen Hängematte von MamisPapis Aktiendepot lümmeln und den Lieben Gott einen Guten Mann sein lassen, streunen die anderen durch die Straßen von Westerland und sammeln Pfandflaschen oder machen Kurse für junge Straftäter, die sich noch während der Führerscheinprobezeit mit Alkohol oder anderen Drogen im Straßenverkehr haben erwischen lassen. Und irgendwann brechen die einen erschöpf zusammen und verröcheln in der Gosse, während die anderen sich einen Übergangspullover über die Schulter hängen und "Ausländer raus!" grölen.

 

P. S.: Ich merke gerade, daß ich diesen Blogbeitrag bereits nach dem ersten Absätzlein hätte beenden sollen.

13.6.24

Und der Haifisch, der hat Zähne...

Seit Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" von Kurt Weill wissen alle, daß der Haifisch

1. Zähne hat und er diese Zähne

2. im Gesicht trägt.

Was viele nicht wissen ist, daß die Zähne des Haifisches im Falle des Verlustes nachwachsen, mehrere Male gar.

Vor einigen Monaten mußte ich leider erkennen, daß ich kein Haifisch bin. Vor einigen Tagen nun - ich hatte mich schon so lala an das Nicht-Hai-Sein gewöhnt - vernahm ich tief in mir drinnen ein Knicken und Knacken, Britzeln und Bratzeln und als ich den Mund wieder öffnete waren mit einem Male die Zähne wieder da, so wie es mir einst der Zwerg Rumpelstilzchen an der Wiege gesungen hatte.

13.5.24

Gravitationstoilette

Selbst Gebildete - nein: vor allem Gebildete - glauben bis heute, daß die Gravitationstoilette eine Erfindung von Isaac Newton wäre, während sie in Wirklichkeit bereits im Frühen Mittelalter unter dem Namen Plumpsklo urkundlich erwähnt wird.

18.3.24

Das Parkplatzorakel und der Fasching

Am diesjährigen Tag nach Rosenmontag war, wie fast jedes Jahr, Faschingsdienstag. Als ich noch der Waldbauernbub war bin ich fast jedes Jahr am Nachmittag des Hl. Faschingsdienstags auf den Uferwiesen der Rott spazierengegangen. Ich habe diese Spaziergänge geliebt, denn meistens war am Faschingsdienstag schon Vorfrühling. Die Sonne war zwar rar und immer noch ziemlich schwach, die Wiesen neigten eher zu braun als zu grün, aber der richtige und wahre Frühling war bereits zu fühlen. Der Fluß und seine Auen verströmten einen unbeschreiblich zarten Duft. Ein bisserl Tod vom Winter war noch da, aber die Verheißung von Leben lag bereits in der Luft. Welch' Narretei wäre es gewesen, an so einem Tag mit Clownsnase durch die Stadt zu laufen und Luftschlangen hinter sich flattern zu lassen...

Damals mußten wir auch an Fasching am Vormittag in die Schule gehen und am Samstag sowieso. Heute dagegen hab ich keine Ahnung mehr, an welchen Tagen ein Feiertag ist oder ein halberter oder gar ein ganzer Arbeitstag. Heute schalte ich den Laptop an und weiß innerhalb weniger Minuten, wie es sich mit dem Datum verhält [1]. Schneller geht's natürlich, wenn ich mich vom Schreibtischstuhl erhebe und aus dem Fenster auf den angrenzenden Gewerbepark blicke: Wenn auf dem Parkplatz im Hinterhof des Gewerbeobjektes mehr als zwei Autos stehen, dann muß heute ein Arbeitstag sein, so einfach ist das.

Die Gegenprobe zeigt, daß die zweite Aufnahme von einem Sonn- oder Feiertag stammt. So, Leute, funktioniert empirische Wissenschaft.

Im Sommer allerdings kann mir das Parkplatzorakel nicht weiterhelfen, denn im Sommer schirmt mich eine grüne Wand vor dem Anblick und weitgehend auch vor den Geräuschen des Gewerbeparks (Gewerbepark, was für ein Wort!) ab. Deswegen hat es Gott in seiner unendlichen Weisheit so eingerichtet, daß es im Sommer kaum Feiertage gibt. Harmonie der Welt.

Harmonie der Welt, so nannte Kepler dergleichen glückliche Fügungen. Vielleicht meinte er aber auch etwas anderes damit, womöglich war es auch gar nicht Kepler.



[1]   Man denke nur an das wohlbekannte Gedicht von Detlef von Lilienkron: Der Rebbe frägt den Schabbesgoi / Ob Mon- heut oder Dienstag sei. / Drauf sprach der Schabbesgoi zum Rebben, / Daß Mittwoch sei, und zwar seit ebben.

25.9.23

Von den Letzten Worten

Als ich noch der Waldbauernbub war, wollte ich eine zeitlang den Moment des Einschlafens bewußt erleben. Ich hab's damals fast geschafft, bin aber jedes Mal Sekundenbruchteile vor dem Einschlafen  eingeschlafen.

​Der Tod sei - so sagt ein altes Scherzwort - der Bruder des Schlafes, in der griechischen Mythologie ist Hypnos der Gott des Schlafes; sein Bruder ist Thanatos, der Gott des Todes. Derzeit grübele ich über die für mich passenden Letzte Worte nach, also so was wie das bekannte "Mehr Licht!" von Altmeister Goethe. Führende Goethologen meinen allerdings, der Meister habe "Mer licht hier so unbequem" gesagt, sei aber wegen des sterbensbedingten Nuschelns von den Weimaranern - des hessischen Dialektes unkundig - mißverstanden worden.

In den dunklen Momenten rabenschwärzester Depression denke ich mir ohnehin, es werde die Wahl meiner Letzten Worte so was von wurscht sein. Denn siehe, im Augenblick meines Hinscheidens, wenn das Leben sekundenkurz an mir vorüberrollt, ehe es verlischt wird höchstwahrscheinlich eh kein Schwanz da sein, meine Letzten Worte zu protokollieren.

Eine Frau - wer sonst? - schrieb mir mal "Mal ehrlich, was nützen dir die schönsten eigenen letzten Worte, wenn du nachher tot bist?"

Anschließendes Totsein ist natürlich der Nachteil bei der Geschichte mit den Letzten Worten, obwohl es Leute gibt, die behaupten, es werde Zeiten geben, in denen die Lebenden die Toten beneiden würden. Wie auch immer: Wenn ich Letzte Worte flüsterte und dann nicht stürbe, würde ich disqualifiziert und man würde noch eine Ewigkeit lang über mich spotten "Kein Gespür für's Timing, der Mann".

Von Machiavelli ist folgende - höchstwahrscheinlich erfundene - Anekdote überliefert: Auf dem Sterbebett nimmt ihm der Priester die Beichte ab und meint dann, er solle jetzt den Teufel und all seine Werke verfluchen. Machiavelli soll angeblich den Kopf geschüttelt und gesagt haben: "Dies ist nicht der Moment, sich Feinde zu machen."

Im übrigen merke ich an: Letzte Worte werden nur dann von dir überliefert oder dich betreffend erfunden, wenn du ein Mindestmaß an Bekanntheit erreicht hast, Prominentsein ist für uns Menschen der einzige Weg, unsterblich zu werden. Prominent kannst du werden, wenn du dir den Nobelpreis für Physik ergeierst, sicherer ist es hingegen, wenn du dir vor laufender Kamera irgendwelche Schwänze in Möse oder Mund stecken läßt.

17.9.23

Bestialität statt Humanität!

Gewalt, also innerartliche Aggression, ist beim Menschen sehr viel virulenter als bei jedem anderen Raubtier. Als mein Hund, ein Rüde, ein gutes Dreivierteljahr alt war, ist ein anderer Rüde ähnlichen Alters in unser umzäuntes Grundstück eingedrungen [1], hat also das Revier meines Hundes eklatant verletzt. Als ich das bemerkte war ich besorgt, ich erwartete heftigste, womöglich blutige Revierkämpfe. Was ich vorfand war, daß die beiden Rüden (die sich an diesem Tag erstmals getroffen hatten) ganz friedlich miteinander balgten und spielten, ganz so als wären sie aus dem gleichen Wurf und miteinander aufgewachsen

Bestialität statt Humanität!



[1]   Aber was heißt schon "eingedrungen"? Die Gartentür war nicht richtig zugedrückt.

22.7.23

Vom fehlenden Verstande

Der Franze hat gsagt, er versteht vieles nicht. Weil, sagt er, wenn er's verstünd tät ihn sein Chef rauswerfen.

*

Der Franze hat gsagt, die Wahrheit wär oft deprimierend. Aber, sagt er, nicht für den, der sie nicht versteht.

*

26.6.23

Laster

Es ist wahr, Neugier ist ein Laster, wenn sie nicht der Wissenschaft dient. Was es hinter der Mauer zu sehen gibt, wüßte ich aber schon ganz gerne, Wissenschaft hin oder her.

12.6.23

Atombombe auf dem Mond explodiert

Die Russen - wer sonst? - haben eine Atombombe auf dem Mond zur Explosion gebracht. Seht selbst. 

Die Folgen werden schwerwiegend und grauenvoll sein, das Ende wird kommen!

Bayreuth! Bayreuth!

Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld

I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...