9.6.23

Arschgesicht

Dieses zornige Rumpelstilzchen in britischer Richterrobe fand ich einst auf der Plattenhülle, 3. Seite von Pink Floyds "The Wall". Je länger ich den bedrohlich tanzenden Herrn betrachtete, desto zwingender wurde mir der Eindruck, ich müßte den Herrn von irgendwo her kennen - und sei es aus Film, Funk und Fernsehen.

Andererseits - denke ich mir - war britischen Graphikern damals das Antlitz irgendeines deutschen Provinz-Chefs kaum bekannt. Er wird's wohl doch nicht sein, er:

Oder?

Zum Thema fallen mir folgende Gedichtzeilen von Hölderlein (oder war's doch Klopfstock?) ein:

Erwin hat ein Arschgesicht,

Ein arschgesicht'res findst du nicht.

Eine lustige Naziparty mit Schalldämpfern

Montag auf Dienstag war ich mit meiner Frau zu einer Party bei Führers eingeladen. Die ganze, wirklich die ganze Naziprominenz der Ersten Garnitur war da. Als Partyspaß hatten wir je eine Pistole mit viel Munition und je einem Schalldämpfer mitgebracht. Der Plan war, jedem der Nazis, der uns auf dem Flur oder dem Scheißhaus oder sonstwo alleine begegnete ohne Schnickschnack und Smalltalk eine Kugel in den Kopf zu jagen. Keine schlechte Idee wirst du sagen, auf jeden Fall lustiger als Topfschlagen oder Sackhüpfen. Aber...

Aber wo versteckst du zwischenzeitlich die Leichen, denn natürlich durfte keiner der toten Nazis gefunden werden, solange nicht alle auf der Party tot waren. Das Problem wurde größer und größer, je mehr wir bereits erschossen hatten, bald gab es keine freien Besenkammern mehr. Das konnte nicht gut gehen, sagte ich mir. Es ging dann doch gut, weil ich mich der Katastrophe durch Aufwachen entzog.

Wie wieder einmal die Welt untergegangen ist

Sonntag auf Montag war ich auf einem Kreuzfahrtschiff. Plötzlich hat es vom Himmel Steine oder sonst etwas Ärgerliches geregnet, geblitzt und gedonnert hat's wohl auch. Die ganze Elektrik und Elektronik des Schiffes hat auf einmal nicht mehr funktioniert. Das Bemerkenswerte war, daß ganz schnell jedem klar war, daß von jetzt an überall auf der Welt die gleiche Art von Chaos herrscht und dieses Chaos sich auf keine Weise wieder besser würde. Ganz, ganz viele Menschen würden in relativ kurzer Zeit sterben, denn ohne Elektrizität funktioniert die heutige Welt nicht und zwar gar nicht mehr. 8 Milliarden Menschen können ohne Elektrizität nicht überleben.

Nach dem Erwachen dauerte es mehrere Minuten bis mir wirklich klar war, daß in meinem Zimmer die Elektrizität noch da war. Der Rest von Verstand, der noch in mir war, bewahrte mich davor, mich bei der Steckdose neben dem Bett mit Cunnilingus zu bedanken.

Die schöngeflötete Reichskristallnacht

Seit den achtziger Jahren erscheint vielen wohlmeinenden Menschen in Deutschland der Begriff " Reichskristallnacht " als bedenklic...