Früher, es ist lange her, las ich was von CR7.
CR - das könnte Cristiano Ronaldo
bedeuten (obwohl, es im Fußball Ronaldos und Ronaldinhos zum Schweinefüttern gibt,
fast mehr noch als Müllers), was aber bedeutet in diesem Zusammenhang die 7? Ich
hab's mir schon mehrfach erklären lassen, hab es aber sofort wieder vergessen,
weil es mir so was von wurscht war und ist.
Die Abkürzung CR7 - dies immerhin
- regte mich zu einer etwas grundsätzlicheren Anmerkung über das Schreiben an
sich und über Abkürzungen vor allem an. Die Lage spitzte sich zu, als ich in
einem Text im Internet von der "Frau
BK" las.
Du glaubst es nicht, du magst es nicht glauben, was ich
rumgerätselt habe, wer diese "Frau
BK" eigentlich sein könnte, von der die Rede war. Dann kam ich
nochmal, eher zufällig, auf die Seite, grübelte wieder ein wenig und plötzlich
fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: BK
heißt "Bundeskanzlerin".
Diese eine Frage ist beantwortet und sofort stellt sich die
nächste: Wieso schreibt die nicht "Bundeskanzlerin"
hin, wenn sie Bundeskanzlerin meint, wieso schreibt sie stattdessen BK? Ein schlauer Mensch wird antworten,
das mache sie der Bequemlichkeit halber, "BK" sei nun mal deutlich kürzer und also leichter zu schreiben
als "Bundeskanzlerin". Schon, entgegne ich, aber das Hinschreiben kryptischer
Abkürzungen schiebt den Schwarzen Peter dem Leser zu. Ich mein, ÖVP oder DGB
kannst du als bekannt voraussetzen, aber was ist ein GRÖLF? Und diese
Abkürzungen nehmen - grade im Internet - überhand. Dabei ist dem Menschen noch niemals zuvor das Schreiben,
technisch gesehen, so leicht gemacht worden wie heute mit dem Computer.
Früher hieß "Schreiben"
noch, daß Mönche in entlegenen () Klöstern den Gänsekiel in eine Art Tinte tauchten und
ganz, gaaanz sorgfältig Buchstabe für Buchstabe auf Pergament, also die
Bauchhaut junger Schafe malten. Das Schreiben war zeitaufwendig wie Sau, das
Pergament schweins... äh, schafsteuer. Ich habe jedes Verständnis der Welt
dafür, daß die weiland Mönche Abkürzungen verwendeten, um kostbare Arbeitszeit
und vielleicht noch kostbareren Platz zu sparen. Früher, also ganz früher, zu
Zeiten der Scriptoriumsmönche, hat man Abkürzungen, wenn man sie denn verwendet hatte, sorgfältig eingeführt. In
einer theologischen Abhandlung etwa hat der gelehrte () Mönch beim erstmaligen Auftauchen der Abkürzung AGNAA
mitgeteilt, es stehe AGNAA für "Ach, Gottchen, nein aber auch".
Wir aber, wir Schoßkinder des
Glücks (Gustav
Gans), leben in den Zeiten des Computers, das Schreiben (und Korrigieren)
des Geschriebenen ist heute so einfach und preisgünstig wie noch nie zuvor in
der Geschichte. Platz ist auf der Festplatte oder auf dem Server nahezu
unbegrenzt vorhanden. Die weiland Mönche im scriptorium hätten geweint vor
Glück, wenn sie einen Laptop mit Internet-Anschluß gehabt hätten.
Ich aber, Leute, habe nicht nur
einen Computer (jeder Depp hat heute einen Computer), sondern auch ein abartig
geiles Programm. Mit PhraseExpress
kannst du Kürzel für lästig zu schreibende Ausdrücke (km/h), Wörter (Alkohol)
oder auch gaaanz lange Texte definieren und das Programm schreibt dann den
richtigen Text hin, und zwar in jeder
beliebigen Anwendung. Ich schreibe "voa" und es erscheint
"vor allem", "gw" und es erscheint "gewesen". Das
Programm ist für Privatanwender kostenlos, du darfst halt bloß keine typisch
geschäftlichen Begriffe abkürzen wie Umsatzsteuer, Rechnung etc. Und nach
einiger Zeit des Gebrauchs erscheinen immer mal wieder Einblendungen, die
nachfragen, ob du nicht doch die Vollversion erwerben willst. Kostet 30 EUR in
der einfachen Version (mehr Features braucht man als Privatanwender eh nicht).
Die einzige Mühe ist das erstmalige Erstellen der
Abkürzungen. Hier mußt du vor allem darauf achten, daß die Kürzel erstens
mnemotechnisch einfach, also leicht zu merken sind (wie eben "voa"
für "vor allem") und daß es die Kürzel nicht auch noch als richtige Wörter
gibt.