12.9.21

Der verschwundene Diwedauneger

Vor einigen Jahren, als die Welt zwar auch nicht mehr gut, aber doch besser war als heute, wollte ich einem Diskussionspartner das ausgesprochen österreichische, wenn nicht gar Wiener Wort "diwedauneger" erklären und durch eine Quellenangabe belegen. Ich hatte reichlich Auswahl unter den Quellen. Jetzt wollte ich wieder eine Quelle nachschlagen und finde statt einer Quelle bröseldürre Wüstenei.

Und dieser Eintrag im vortrefflichen Wörterbuch Ostarrichi für Austriazismen und Bavarizismen ist inzwischen zur Löschung vorgemerkt.

Sind hier Sprachreiniger am Werk oder sehe ich das alles zu negertief?

Geschichtsfälschung und die elektronischen Medien

1948 hat George Orwell den Roman "1984" veröffentlicht, einen Roman über eine Zukunft, die uns inzwischen längst Vergangenheit geworden ist. Und es ist alles noch viel schlimmer gekommen, als es Orwell einst erdüstert hat.

Wie auch immer... Im Roman gibt es eine Riesenabteilung im Wahrheitsministerium, die sich ausschließlich damit beschäftigt, alte Dokumente und Zeitungen der jeweiligen aktuellen politischen Lage anzupassen. Aus propagandistischen Gründen tut man so, als sei die jetzige Situation immer schon so gewesen.

Damals mußte man (bei Orwell) Unmengen von Zeitungen und Büchern anpassen und dann neu drucken und in die Archive geben, um die Vergangenheit der Gegenwart anzupassen. Mit den elektronischen Medien wurde das Geschäft für Geschichtsfälscher deutlich einfacher. Eine elektronische Datei ist sehr viel einfacher und spurenloser zu VERfälschen oder zu löschen. Es brechen großartige Zeiten für Geschichtsfälscher an, genau besehen haben sie bereits begonnen.

Luigi P.

  

Die schöngeflötete Reichskristallnacht

Seit den achtziger Jahren erscheint vielen wohlmeinenden Menschen in Deutschland der Begriff " Reichskristallnacht " als bedenklic...