13.6.24

Und der Haifisch, der hat Zähne...

Seit Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" von Kurt Weill wissen alle, daß der Haifisch

1. Zähne hat und er diese Zähne

2. im Gesicht trägt.

Was viele nicht wissen ist, daß die Zähne des Haifisches im Falle des Verlustes nachwachsen, mehrere Male gar.

Vor einigen Monaten mußte ich leider erkennen, daß ich kein Haifisch bin. Vor einigen Tagen nun - ich hatte mich schon so lala an das Nicht-Hai-Sein gewöhnt - vernahm ich tief in mir drinnen ein Knicken und Knacken, Britzeln und Bratzeln und als ich den Mund wieder öffnete waren mit einem Male die Zähne wieder da, so wie es mir einst der Zwerg Rumpelstilzchen an der Wiege gesungen hatte.

Die aus Holz gezimmerte Weltraumrakete

Letzten Sonntag habe ich versucht, Leuten, die mit einer aus Holz gefer­tig­ten Rakete in's Weltall starten wollen, ihr Vorhaben - weil unrealistisch und höchst gefährlich auszureden. Und falls sie es doch tun wollten, gab ich ihnen Gute Ratschläge, was sie dabei in jedem Falle be­achten müßten. Hört sich irgendwie sozial­de­mo­kratisch an, ich weiß aber auch nicht genau. Jedenfalls, als ich gerade dabei war, ihnen die Sache zu erklären, bin ich aufgewacht. Ich hatte meine Argumentationslinie noch nicht fertig gestaltet, da gab es noch dran zu feilen. Und ich feilte, wach wie ich inzwischen war. Es hat eine Minute, vielleicht länger gedauert, bis ich endlich gemerkt hatte, daß es meine Gesprächspartner gar nicht gab, nie gegeben hatte, mein weiteres Mühen also sinnlos war. Mir balst nicht gangst, bleibts mir bloß weg mit den Träumen. Das einzige Gute an Träumen ist noch, daß man die meisten Träume verschläft.

Die Neutralität der Schweiz

Als ich noch der Waldbauernbub war hat mir das Fräulein Treml in der Schul in Gern gesagt, die Schweiz sei ein neutraler Staat und sei dies bereits seit vielen hundert Jahren. Das sei der Grund, weshalb bereits seit vielen hundert Jahren die Schweiz in keinen Krieg mehr verwickelt gewesen sei, wodurch die jungen Schweizer sich als Landsknechte und Schweizer Gardisten hätten verdingen müssen, um ihre natürlichen, gesunden Mordinstinkte auszuleben.

Mein kindlicher Blick auf die Welt ließ in mir die Frage aufsteigen, warum das nicht alle Länder so machten. Sie erklären sich für neutral und wenn dann der Böse Feind® [1] kommt, zeigen sie ihr Neutralitätszertifikat vor und der Böse Feldherr muß mit seinem Feldheer fluchend wieder abziehen und ein anderes Land überfallen. Aber, klar, da nunmehr alle Länder dem Erfolgsmodell der Schweizer folgen, gibt's bald keine Bösen Feinde mehr.

Kann mich vielleicht jemand für den Friedensnobelpreis vorschlagen?



[1]   Der Feind ist immer böse, das habe ich später dann auch gelernt.

Die schöngeflötete Reichskristallnacht

Seit den achtziger Jahren erscheint vielen wohlmeinenden Menschen in Deutschland der Begriff " Reichskristallnacht " als bedenklic...