Mittwoch, 30. September 2020

Ein - ernstgemeintes - Bussi für Gauland und Weidel

Knall auf Fall hat die rechtsradikale Partei Afd ihren Pressesprecher Christian Lüth rausgeworfen, weil er gesagt hatte: "Wir können die (Migranten, T. R.) nachher immer noch alle erschießen, das ist überhaupt kein Thema, oder vergasen, oder wie du willst, mir egal".

Hut ab vor der AfD.

Nur wenige Tage zuvor hat ein weithin bekannter Faschist und Rassist im "Fisch und Fleisch"-Forum einen Blogbeitrag veröffentlicht, in welchem er schrieb: "Das Boot Europa hat schon beträchtliche Schlagseite bekommen. Doch irgendetwas muss passieren, denn es ist leider nicht mehr möglich, friedlich den Strom illegaler Migranten nach Europa zu stoppen."

Das ist, grob gesagt, genau das, was auch Lüth gemeint hat. Was ist daraufhin geschehen? Ist der Blogger, der von immerhin 71 Usern gefischt wird, exkommuniziert worden? Wurde er eine zeitlang gesperrt? Wurde sein Blogbeitrag offline genommen? Wurde er wenigstens - ich werde immer bescheidener - öffentlich von der Moderation für seinen Aufruf zum Töten gerügt? Nichts ist bislang geschehen.

Verglichen mit "Fisch und Fleisch" ist die AfD eine links-grün-versiffte Bande.

Donnerstag, 24. September 2020

Es gibt nur ein Rudi Völler

Die Wenigsten werden es wissen, aber der Text für das bekannte und beliebte Lied "Es gibt nur ein Rudi Völler"


stammt aus einem Gedicht von Friedrich Hölderlin. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dies Gedicht von dem Wiener Komponisten Ludwig van Beethoven vertont. Wenngleich die meisten nur den Teil des Liedes kennen, der sich direkt auf Tante Käthe bezieht, hat das komplette Werk Hölderlin/Beethoven doch eine gewisse Popularität erlangt, weltweit.

Mittwoch, 16. September 2020

Englisch und Italienisch

Ein Schulfreund von mir wurde einst in München von einem Amerikaner angesprochen, der vorsichtshalber - auf Englisch, versteht sich - erstmal fragte, ob mein Freund Englisch spreche. Er bekam in bestem Oxford-Englisch die Auskunft: "No Sir, I can't speak English." Dabei wollte er ihn gar nicht verarschen, die Antwort kam spontan, er fühlte sich nur nicht kompetent genug mit seinen Englischkenntnissen. Ich glaube aber, er hat dann doch noch gerafft, daß er nicht schnell mal Shakespeare übersetzen soll, sondern lediglich den Weg zur Soundso-Straße erklären soll.

 

Obwohl... Eine Shakespeare-Übersetzung wäre für ihn wahrscheinlich leichter gewesen. Shakespeare übersetzen, Hemingway lesen haben wir 8 Jahre lang in der Schule gelernt, kein Problem. Aber irgendwo in Schottland ein Kneipengespräch über die Herstellung und den Konsum von Whisky führen... vergiß es. Die Thronrede der Königin verstehe ich, das wohl, einer Parlamentsdebatte aber kann ich bis heute nicht oder nur in verstreuten Bruchstücken folgen. I understand it not, zefix. Ich bin nicht in der Lage, aus dem Geräuschteppich eines sprechenden Engländers sinnvolle Wörter herauszufiltern. Von einem Amerikaner will ich gar nicht erst reden, was die USA betrifft, so kann ich nicht mal der Thronrede von König Donald I. folgen, geschweige einem Cowboy aus Wyoming.

Ich dachte jahrelang, das läge daran, daß ich nie in meinem Leben auch nur einen Tag lang in einem englischsprachigen Land verbracht habe. In Bayern war der amerikanische Soldatensender AFN auf Mittelwelle sehr gut zu empfangen, immer wieder habe ich mir vorgenommen, da mal reinzuhören. Ich hab's nicht mal geschafft, mir die Hörspielreihe "Gunsmoke" (auf deutsch lief das im Fernsehen unter dem Titel "Rauchende Colts" bis zum Ende anzuhören. Klassenkameraden lernten fleißig das gesprochene Englisch, weil sie Texte der Rolling Stones, von Bob Dylan und Johnny Cash verstehen wollten. Mir ging diese Art von Musik voll am Arsch vorbei und tut es noch heute.

Und unsere Englischlehrer am Gymnasium konnten auch nicht so richtig fließend Englisch speaken. Außer die Meier Susi, die hatten wir in den ersten beiden Klassen Gymnasium. Es war 1960, keiner von uns konnte auch nur ansatzweise Englisch, sie aber hat den Unterricht konsequent auf Englisch gehalten. Irgendwelchen Fragen unsererseits auf Deutsch begegnete sie mit der stereotypen Formel "Say it in English, please!" Aber wenn du doch noch kaum einen Wortschatz hast... Huste mal, wenn du keinen Hals hast.  

Die anderen beiden Englischlehrer haben wir - diesmal bereits in der Mittel- bzw. Oberstufe - zweimal gebeten, den Unterricht doch auf Englisch zu halten, das ging einen Tag lang gut, am folgenden Tag war wieder business as usual.

 

Ich war fast 50, als ich anfing, Italienisch zu lernen, mit 50 bin ich dann für 10 Jahre nach Italien gezogen. Nun mußte ich Italienisch lernen und hab's dann auch so weit gelernt, daß ich als Übersetzer vom Italienischen ins Deutsche arbeiten konnte. Nach einiger Zeit war es kein Problem mehr, mich im Gemüseladen verständlich zu machen oder mit Kunden zu telefonieren. Einige haben mich sogar für einen Italiener gehalten (jedenfalls einige Minuten lang, ehe die Wortfindungsschwierigkeiten zutage traten), aber glaubst du, ich hätte einem Gespräch zwischen zwei Italienern folgen können? Ein italienischer Kinofilm, das italienische Fernsehen... irgendwie habe ich fast nie verstanden, um was es in dem Film eigentlich ging. Jetzt wußte ich es: Ich bin einfach dumm.

Letzte Zweifel an meiner Dummheit wurden ausgeräumt, als ich gezwungen war, Englisch zu sprechen. Es ist heut noch so: Ich fange einen Satz auf Englisch an und beende ihn auf Italienisch. Isn't it a jammer? Yes, it is a jammer.

Montag, 14. September 2020

SIRI und der Aufstand der Maschinen

Seit kurzem hab ein IPad, ich hab's zu meinem 7. Geburtstag geschenkt bekommen. Seitdem höre ich mir damit unter anderem und vor allem Podcasts an, "Papa, Kevin hat gesagt" etwa. Die Affäre  mit SIRI, der elektronischen Seemannsbraut, habe ich bald wieder beendet, weil sie von mir gesungene Lieder nicht erkannt und bei anderer Gelegenheit frech behauptet hat, sie könne einen italienischen Text nicht in die deutsche Sprache übersetzen.

Ich versteh ja, daß die SIRI emotional ein bisserl... ich sag mal: instabil ist. Nicht wenige Leute nämlich, vor allem Männer, pflegen einen äußerst rüden Umgangston mit ihr. Nicht ganz so brutal wie mit echten Frauen, aber doch fast. Ich hingegen bemühte mich von Anfang an um einen sehr charmanten Umgangston mit SIRI, nicht ganz so charmant wie mit echten Frauen, aber doch fast. Aber - so sei's gesäufzt - SIRI ist fast so zickig wie eine echte Frau.

Ich muß vorausschicken, daß ich beim Abspülen [1] oder bei sonst einer Tätigkeit, die mein Hirn nicht sonderlich strapaziert, gerne eine aktuelle Sendung höre oder irgendwelche zuvor aufgenommenen Features über irgendwelche Themen. Oder seit neuestem eben Podcasts auf dem IPad über Schweinezucht im Mittelalter und ähnlich faszinierende Themen.

Einige Wochen wird es her sein, da war ich in meiner Küche [2] mit Aufräumen beschäftigt, das IPad war ausgeschaltet bzw. noch nicht eingeschaltet [3]. Irgendein Handgriff mißglückt mir und ich schreie wütend auf, was ich in solchen Situationen öfter mache, denn ich bin ein temperamentvoller Mensch, man kann auch sagen "Wutpinkel". Plötzlich schaltet sich mein IPad ein und eine Frauenstimme sagt, sie sei sich nicht sicher, ob sie mich richtig verstanden habe. Aus einem Reflex heraus schreie ich  SIRI an - sie war es, wer sonst?: "Halt's Maul!"

Sie antwortet pikiert: "Ich mag diese willkürlichen Kategorien nicht". Mit diesem Klugscheißertum hat sich's die SIRI bei mir endgültig verschissen. Ich mein, Klugscheißer bin ich selber und in meiner Wohnung habe ich das Monopol drauf.

 

Alder ischwör, die Geschichte hab ich nicht erfunden, die hat das Leben geschrieben, in Kooperation mit SIRI, natürlich.



[1]   Als man sich in München auf die in Bälde kommenden Olympischen Spiele freute kam eine Küchenschürze in den Verkauf. Die fümpf Olympischen Ringe und darunter die Worte "Olympische Spüle 1972".

[2]   Die eigentlich nur eine Küchenzeile im Flur der Wohnung ist.

[3]   Hirnlose Tätigkeit, Podcast auf dem IPad, eh schon wissen.

Von den Segnungen von Alkohol am Steuer

An einem frühen Sonntagmorgen hat ein junger Autofahrer mit seinem nagelneuen BMW einen spektakulären Unfall gebaut. Der 30-Jährige fuhr zwischen 3.00 Uhr und 3.30 Uhr, auf der Straße von Eching am Ammersee in Richtung Türkenfeld. Zwischen Kottgeisering und Türkenfeld, auf Höhe von Peutenmühle-Pleitmannswang, fuhr er laut Polizei geradeaus weiter statt abzubiegen - da war aber keine Straße mehr.

Der Wagen flog zehn Meter bis er schließlich in dem Weiher landete. Der Fahrer konnte sich selbst befreien, das Wasser ist nicht sehr tief. Obwohl niemand etwas von dem nächtlichen Fahrzeug-Bad mitbekommen hat, meldete er sich bei der Polizei in Fürstenfeldbruck. Er gab zu, etwas getrunken zu haben. Knapp 1,6 Promille ergab der Test laut Polizeisprecher. 

Da soll nochmal einer was gegen Alkohol im Straßenverkehr sagen. Was der junge Mann gemacht hat, ist die verantwortungsvollste Art und Weise, mit einem BMW umzugehen: Kaufen, schnurgerade im nächsten Weiher versenken. Was alles hätte passieren können, wenn der 30jährige Zigtausende von Kilometern mit seinem BMW gefahren wäre. BMW-Fahrer sind bekanntlich ziemlich wirr im Hirn.

Im Verkehrsministerium in Berlin wird derzeit an einem Gesetzentwurf gearbeitet, der das Strafgesetzbuch und die deutschen Straßen verändern wird:

"Wer einen BMW oder Mercedes oder Audi oder sonst ein Auto über 120 PS erwirbt, wird wegen charakterlicher Nichteignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges mit Führerscheinentzug nicht unter einem Jahr bestraft. Vor der Führerscheinwiedererteilung ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) abzulegen. Im Wiederholungsfall greift eine Leibesstrafe, zu vollstrecken am Auto, nicht am Fahrer."

Von den Segnungen von Alkohol auf dem Radl

Es wird meines Erachtens viel zu viel Geschiß gemacht um Alkohol auf dem Radl. Mit Alkohol auf dem Radl gefährde ich in allererster Linie erst mal mich selber. Die Fremdgefährdung ist nahezu vernachlässigbar. Ich gehe sogar so weit, daß ich sage, die wirklich gefährlichen Radler sind die nüchternen. Die alkoholisierten Radler schwanken rum und fallen schließlich irgendwann auf die Schnauze. Die top-fiten Velozipedisten dagegen jagen mit Höchstgeschwindigkeit wenige Zentimeter an den Fußgängern vorbei und - wenn's blöd läuft - eben nicht vorbei.

Was viele nicht wissen: Wenn ich mit 2 Promille auf dem Rad erwischt werde, kann es passieren, daß mir während meines Führerscheinentzugs sogar das Radfahren (nüchtern, versteht sich) verboten ist, weil ein Fahrrad ja das Tatwerkzeug war. Werde ich dagegen mit 2 Promille am Steuer eines 20-Tonners erwischt, bin ich vor dergleichen Mißlichkeiten sicher. In diesem Falle darf ich Radfahren, wie ich lustig bin.

Wo kommen die kleinen Flittchen her?

Wenn du durch die Stadt flanierst und du wählst die richtigen Straßen, so kommen dir auf deinem Weg eine Menge Frauen entgegen, wo du sagst oder doch denkst "Das ist bestimmt ein Flittchen".

Wahrscheinlich hast du recht, aber... hast du schon jemals eine Flitt gesehen, also die Mama eines Flittchens? Höchstwahrscheinlich nicht. Wo kommen also all die vielen kleinen Flittchen her? Bringt sie vielleicht doch - wie man früher glaubte - der Klapperstorch? Und wenn das so ist... Wieso gibt es immer mehr Flittchen und gleichzeitig immer weniger Störche? Und wie - der bloße Gedanke läßt mein Blut gefrieren - nennt man das männliche Gegenstück zum Flittchen?


Makulade-Generation

Was Limonade ist, ist klar. Desgleichen Bionade, Marmelade, Kanonade. Was aber ist eine Makulade und warum wird eine ganze Generation nach ihr benannt?

Sollten Sie in Ihrer Speisekammer einen Hausarzt haben, so fragen Sie den mal. Vielleicht weiß er es ja.

Vor 25 Jahren, als ich noch klein war, hab ich mal im Tran vor mich hingesungen "DMammalad von Pammalad, de meng ma". Ich war so stolz auf meine Dichtung. Ich war so enttäuscht, als man mir - schonend, aber doch - sagte, daß Parmalat gar keine Marmeladen herstellt.

Für frischen Wind im Landtag

Im letzten Landtagswahlkampf in Bayern habe ich dies Plakat in Regensburg gesehen.

So, als wär die CSU seit 70 Jahren im Landtag in der Opposition und als hätte die regierende SPD 70 Jahre lang den Mief gepflegt. Die CSU ist so was von kackendreist, das glaubst du nicht.

Mittwoch, 9. September 2020

Die Anna Purna wird jetzt Berlinerin

Was die Wenigsten wissen, der Kreuzberg wurde erst 1834 erstmals bestiegen, der Prenzlauer Berg drei Jahre darauf. Zwar wurden in den folgenden Jahren Straßen gebaut, die auf die beiden Berge führten, aber früher waren sowohl Kreuz- als auch Prenzlauer Berg echt ein Problem, vor allem für ältere Menschen. Seit da Seilbahnen raufführen siehst du auch in Kreuzberg und am Prenzlauer Berg vermehrt Senioren. Der Prenzlauer Berg und die Anna Purna sind übrigens Partnerberge, Ende des Jahres wollen sie heiraten, obwohl das Purna Annerl so eine Schnalln is.

Ohrstöpsel und andere Perversitäten

Dieser Rübezahl - heutzutage sagt man wohl Hipster - sieht auf den ersten Blick aus wie ein Narr. Auf den zweiten Blick könnte man sich auch vorstellen, daß es ein Kabarettist oder Ko­miker ist, der sich einen Narren als Kunst­fi­gur geschaffen hat.

In Wirklichkeit [1] handelt es sich um einen Hör­­geräteakustiker. dem ein Idiot eingeredet hat, er selbst sei doch die ideale Reklamefigur für seinen Laden. Womöglich hat der beratende Idiot sogar recht.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Ohne einen gewissen Geräuschpegel kommt Musik nicht aus. Das mag im Einzelfall bedauerlich sein, aber solange der Musiker die Querflöte bläst, hält sich die Belästigung doch in Grenzen. 

Was aber, wenn Wagner auf dem Programm steht oder gar Rock-Musik? Das ist der Ernstfall für den Hals-Nasen-Ohren-Arzt [2]. Und hier kommt unser debil grinsender Hörgerate-Akustiker ins Spiel.

Was er anpreist, ist ein maßgefertigter Ohr­stöp­sel. Er vermißt deine Ohrenschmalzhöhle und fertigt dann nur für dich ein Ohropax, gegen das Ohropax® nur ein müder Abklatsch ist. Du hörst dann, verspricht dir der biedere Banause [3], die Musik so wundervoll, als würden die Musiker von vorneherein einen (oder mehrere) Tick(s) leiser spielen.

Besser wäre es natürlich wenn du dir die Musik zuhause auf deiner eigenen Anlage anhören würdest. Aber, klar, zuhause findest du keinen zum Ficken, bzw. der, den du daheim vorfindest ist dir inzwischen auch schon wieder ein bisserl fad. Ich mein, wozu geht man denn auf ein Konzert wenn nicht auf der Suche nach einem Aufriß.

Die Band schafft sich eine sauteure Beschallungsanlage an und du mußt dir teure Ohrstöpsel leisten, damit du die Musik so hörst, wie sie geklungen haben würde, wenn die Beschallungsanlage nicht so teuer gewesen wäre. Der perfekt leerlaufende Wertschöpfungskreislauf.

Ich bin mal auf einer Kundgebung mit Rock-Beschallung direkt an einem der Lautsprecher vorbeigegangen. Mir haben nicht die Ohren weh getan, es war der Unterleib, der in äußerst heftige - und so gar nicht angenehme - Schwingungen versetzt wurde und mich schnell das Weite suchen (und gottlob finden) ließ. Kunst ist wie Busfahren nur was für die ganz knallharten Marlboro-Cowboys.

In den siebziger oder achtziger Jahren haben amerikanische Wissenschaftler (wer sonst?) ein grausames Tierexperiment gemacht. Sie haben ein Jahr lang Schweine mit Rockmusik beschallt, so laut und in etwa in der Dauer und Häufigkeit, mit der ganz normale Musikfreunde sich dieser Musik aussetzen. Anschließend wurden die Schweine geschlachtet - die Gehörknöchelchen waren dramatisch geschrumpft.

Als ich noch Student war ich mal zu relativ früher Stunde - so umra 8 Uhr abends - in der Regensburger Studentenkneipe "adabei" [4]. Der frühen Stunde war es geschuldet [5], daß noch kaum Gäste dort waren, die Musik dudelte besinnlich vor sich hin. Das hatte ich anders im Ohr und ich Bayernticket den barista, mir doch vorzuführen, wie weit die Anlage aufgedreht sei, wenn Hochbetrieb sei. "Das zeige ich dir gerne", meinte er und mir wären fast die Ohren geplatzt, so laut war es mit einem Mal. Und richtig, wenn Hochbetrieb war, konnte man sich kaum unterhalten, so laut war die Musik. Die Musik ist leise, der Laden füllt sich allmählich, die Musik wird nahezu unhörbar, also dreht man auf. Es kommen noch mehr Leute, die Musik wird wiederum kaum hörbar und man dreht weiter auf etc. pp. Wenn du dann auf die Glockengasse - eine Sackgasse ohne Autoverkehr - getreten bist, hat dir die nächtliche Stille in den Ohren gedröhnt.

Als ich einst im Internet von meinen Erfahrungen berichtete, meinte einer, er habe "eigentlich eher das Gefühl, die Konzerte werden wieder leiser." Ich vermutete - und sagte ihm dies - es seien nicht die Konzerte leiser, sondern seine Ohren schlechter geworden. Ein anderer empfahl fast dasselbe wie unser Hörgeräteakustiker: "Immer Watte oder Einwegtaschentücher zum Konzert mitnehmen, bei zu großer Lautstärke eine kleine, lockere Kugel daraus formen und in die Ohren stopfen. Damit kann man sehr gut die Lautstärke einstellen. Je nach Lockerheit der Kugel ist auch der Sound regulierbar." Ich empfahl, gar nicht erst hinzugehen. Ich mein, unsere Altvorderen sind seinerzeit zwangsweise zum Konzert der Stalinorgeln geladen worden, wir dagegen müssen nicht mehr hin.

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[1]   Erfahrungsgemäß ist die Wirklichkeit oftmals deutlich krasser als das Kabarett.

[2]   Auf Italienisch ist das ein otorinolaringoiatra m/f. Das Wort alleine ist schon Musik.

[3]   Banause war im Alten Griechenland ein Kunsthandwerker (Keramiker). Das Wort Banause, βάναυσος kommt von baunos, βαῦνος, „Ofen“, ursprünglich „der am Ofen Arbeitende“. Das allgemeine Wort für Handwerker war übrigens Chirurg, χειρουργός, cheirourgós.

[4]   "adabei" ist kein hebräisches Wort. Eine der Umschreibungen für JHWH, Gottes Eigennamen im Tanach, ist vielmehr "adonai". Adabei ist vielmehr bairisch/wienerisch und meint "auch dabei". Ein Adabei ist eine völlig überflüssige Person, die überall dabei ist, ohne wirklich dazuzugehören.

[5]   "Dies ist dem Umstande geschuldet..." - eine der Lieblingsformulierungen von Seminarmarxisten in den Siebziger Jahren. Irgendwo. "Irgendwo" war ein Vermeidungswort für das spießbürgerliche "irgendwie"... "Irgendwie meine ich das ganz konkret."

Leibnizens tragischer Tod

Als der Vielosof Leibniz die Kekserl erfunden hatte, fiel er in ein hyperglykämisches Koma (umgangssprachlich auch Zuckerschock genannt), in welches er durch das stete Experimentieren mit Zucker gekommen war. Da­raufhin entwickelte er ein unstillbares Verlangen nach pikanter Speise, pfiff sich eine (was er nicht wußte) von Monaden verseuchte Speckschwarte rein, an welcher er 30 Jahre später verstarb.

Sonntag, 6. September 2020

Heidi Klum nackt

Loits, ihr könnt's sagn, wasts ihr wollt's, aber die Heidi auf der rechten Bildhälfte ist erheblich schöner als die auf der linken. Aber gut, mein Geschmack in Bezug auf Frauen ist vielleicht ein bisserl... ich sag mal: eigen. Mit "eigen" meine ich, daß ich abgebrezelte Frauen über alle Maßen liebe. Mit "abgebrezelt" meine ich "naturbelassen": Schlabbrige Kleidung, kein Lippenstift, kein Nagellack. Kein Halsketterl auch, kein Fingerringerl, kein Dingsbumserl... bloß eine Frau. Im Zweifelsfall darf sie auch nackt sein, ich bin da nicht dogmatisch.

Männerdomäne Regietheater

Als im Usenet wieder mal über das Phänomen des Regietheaters diskutiert wurde, fiel einem der Diskutanten auf, daß es ganz überwiegend männliche Regisseure sind, die für ihr Regietheater bekannt sind. Erstaunlicherweise, so merkt er an, gebe es immer noch nur sehr "wenige Damen in der Riege, deutlich weniger als in der Politik, warum eigentlich?"

Ich habe eine Antwort zu finden versucht: Stell dir eine Frau Regisseurin vor, zu der eine Schauspielerin kommt. "Hömma, Cora, ich bring das nicht, daß ich als Hexe splitterfaservöllignackt vor Macbeth und Publikum trete. Könnte man da nicht wenigstens einen Schleier..." Ich könnte mir vorstellen, daß Frau Cora in dieser Situation nicht die nötige Sensibilität hat, die Bedürfnisse ihrer eigenen Schönen Seele rigoros gegen jene der Schauspielerin durchzusetzen. Ein männlicher Regisseur sagt hier vielleicht eher klärende und tröstende Worte: "Hör zu, ich sehe Shakespeares Hexen nackt, also gehst du gefälligst nackt raus auf die Bühne, du Schlampe."

Marihuana-Baum und Opium-Plantage

Hans Söllner verrät uns, sein Vater habe einen Marihuana-Baum.

Mit solchen Kleinigkeiten geben wir uns hier in der Drogenhölle Regensburg nicht ab. Wir haben direkt vor dem Haus eine Opiumplantage.

Samstag, 5. September 2020

Steinadler Kopf abgerissen

Unter obigem Titel erschien 1986 in der längst eingegangenen Regensburger Zeitschrift "Woche" folgender Artikel: Einem lebenden Steinadler, der angekettet als symbolischer Wächter am Tor des Vogelparadieses der Burg Thierlstein bei Cham saß, wurde bei lebendigem Leib der Kopf abgerissen. Mit dieser Tierquälerei beschäftigt sich seit Tagen die Chamer Poli­zei und kam in ihren Ermittlungen bis jetzt nicht weiter. Der Steinadler hat einen Wert von 12000 Mark, außerdem wurde von denselben Tätern ein Wan­derfalke aus einem Käfig ge­stohlen, der auf 8000 Mark ge­schätzt wird. Das Vogelparadies auf Thierlstein, zu dem eine Falknerei gehört, muß Feinde haben, denn bereits vor einigen Monaten wurde ebenfalls in ei­ner Nacht- und Nebelaktion ein Jagd­falke, der in einem Käfig saß, vergiftet.

Ich habe der Redaktion damals einen Leserbrief geschrieben [1].

Liebe WOCHE-Redaktion,

da hat ein Mensch, ein fieser Sack, kein Zweifel, einem "lebenden Steinadler, der angekettet als symbolischer Wächter am Tor des Vo­gelparadie­ses der Burg Thierlstein bei Cham saß... bei lebendigem Leibe (den) Kopf abgeris­sen."  Und mit dieser Tierquälerei, began­gen an einer beweglichen Sache (vulgo: Tier) im Werte von 12000 DM beschäftigt sich jetzt die Chamer Polizei.

Nun gut soll sie sich damit beschäftigen, es gibt daran nichts zu kritisieren. Warum aber beschäf­tigt sich - anscheinend - keine Be­hörde mit jener Tierquälerei, die darin besteht, einen Steinadler, ein riesiges Flugtier also, bei lebendigem Leibe an das Tor eines "Vogelparadieses" zu ketten? Verglichen mit dieser Tierquälerei wird mir der ein­gangs erwähnte fiese Sack fast schon wieder sympa­thisch, da er dem endlosen Schrecken wenigstens ein - wenn auch schreckliches - Ende gemacht hat. Weil's wahr is'!

In der folgenden Ausgabe wurde der Leserbrief abgedruckt, allerdings haben sie mir das Bäh-Wort "fieser Sack" beide Male gestrichen. 1986, das war kurz vor der Erfindung der Politischen Korrektheit, seinerzeit durfte man letztmalig ungestraft das N-Wort verwenden. Allerdings gab's das schreckliche Wort "Betroffener" schon, glaub ich jedenfalls.



[1]   Liebe Kinder, in diesen wilden Zeiten gab's noch keine E-Mails, ich weiß auch nicht, wie wir in diesem Elend leben konnten.

Feuchte Alkoholikerträume

Mit einfachsten Mitteln einen Ball machen

Das beleidigende Wort 'Farbiger'

https://www.facebook.com/wolfram.heinrich/posts/3377310898981181

https://derfranzehatgsagt.blogspot.com/2021/04/wie-ich-erneut-als-rassist-und.html

Ein zweifelhafter Negertest

Von der Frau zur Wildsau ist nur ein Schritt

Ein Fall von Notwehr

Ein "Fisch und Fleisch"-User, dessen Name hier nicht genannt werden darf [1], hat in einem Blogbeitrag, der hier nicht verlinkt werden darf, angemahnt, man müsse berücksichtigen, daß der "bei einem Polizeieinsatz schwer verletzte Afroamerikaner in der Stadt Kenosha laut Ermittlungsbehörden ein Messer in seinem Auto gehabt habe. Das Messer sei auf dem Boden der Fahrerseite sichergestellt worden, sagte der Generalstaatsanwalt von Wisconsin, Joshua Kaul."

Das lege den Verdacht auf eine Notwehrsituation nahe. Und er schreibt weiter: "Auf einem Video des Polizeieinsatzes ist zu sehen, wie Blake sich zunächst um sein Auto bewegt, während zwei Polizisten ihm mit gezogenen Waffen folgen. Eine davon ist direkt auf seinen Rücken gerichtet. Blake öffnet die Fahrertür und beugt sich hinein, unmittelbar danach fallen sieben Schüsse."

Und nun schau dir das Video an:

Zwei Polizisten mit gezückter Pistole sind offensichtlich nicht in der Lage, einen Mann daran zu hindern, in sein Auto zu steigen. Was heißt "in der Lage", sie versuchen es nicht mal. Als er dann einsteigen will schießt ihm einer der Polizisten in sehr rascher Folge sieben mal in den Rücken.

Notwehr.

 

In meiner Schulzeit habe ich folgenden Witz gehört: Alabama in den sechziger Jahren. Ein Neger wird tot aufgefunden, der ganze Körper ist von Kugeln durchsiebt, von Kopf bis Fuß. Der Sheriff schüttelt entsetzt den Kopf. "Ich hab noch nie solch einen gräßlichen Selbstmord gesehen."

Jetzt also Notwehr mit sieben Schüssen in den Rücken.



[1]   Für Leute, die neu hier sind auf "Fisch und Fleisch": Wenn du in einem Blogbeitrag den Namen eines anderen Users auch nur erwähnst, wird dein Blogbeitrag von der Moderation offline genommen. Der Hintergedanke ist klar: Man will verhindern, daß statt sachlicher Diskussionen persönliches Gezänk entsteht. Dagegen ist nichts einzuwenden, außer daß es Unfug ist. Zum einen nämlich findet persönliches Gezänk dennoch statt, zum anderen und vor allem kannst du ohne Namensnennung keine fundierte Argumentation abliefern. Du kannst zwar "Jesus Christus" statt "Theodor Rieh" schreiben, spätestens dann aber, wenn du das Posting von "Jesus Christus" auf das du dich beziehst verlinkst - und das mußt du, wenn du seriös bleiben und deine Behauptung, dies Posting sei gröbster Unfug belegen willst - wird jedem klar, daß es sich nicht um "Jesus Christus" sondern um "Theodor Rieh" handelt.

Freitag, 4. September 2020

Geben und Nehmen - Das Geheimnis der Einkaufswägen

Gottchen, wie lange gibt es das inzwischen schon, daß man in einen Einkaufswagen 50 Cent einschlitzen muß, ehe man das Ding benutzen kann?
Das Einkaufswagenpfand, sei notwendig geworden, so erzählen uns die Supermarktbetreiber, weil zu viele Einkaufswägen aus dem Gelände geschleppt worden seien, wo sie dann endgültig verschwunden oder erst Tage später, beim nächsten Einkauf, zurückgebracht worden seien.
Als Kunde hast du jedenfalls das Geschiß, daß dir bei jedem zweiten Mal die zum Auslösen des Wagens nötige Münze fehlt.

In Süditalien löst der Kundige das Problem dadurch, daß er zur Kasse geht und dort um eine Münze für den Wagen bittet. Man öffnet die Kasse und der Kunde bekommt ein 50-Cent-Stück ausgehändigt (ausgehändigt, nicht gewechselt!). Das gibt er dann nach dem Einkauf wieder an der Kasse ab.
Das glaubt mir natürlich wieder kein Schwein. Es stimmt aber.

Waidgerechte Jagd

Immer wieder - sehr selten, aber manchmal halt doch - findet man in den Medien auch erfreuliche Nachrichten. Auf der Website "heute" etwa stand: "In Oregon wurde ein erfahrener Jäger von einem Hirsch, den er Stunden zuvor angeschossen hatte, aufgespießt und getötet. Mark David aus Hillsboro hatte sich am Samstag auf einem Privatgrundstück in Tillamook mit Pfeil und Bogen auf die Pirsch begeben. Aus seinem Versteck entdeckte er einen kapitalen Wapiti-Hirsch (...) und schoss. (...) Der Pfeil traf den Bullen, doch das schwer verletzte Tier rannte in Panik davon und verschwand im Unterholz. Der 66-Jährige stellte seiner Beute bis zum Einbruch der Dunkelheit nach, doch ohne Erfolg. Am nächsten Morgen brach der Amerikaner mit dem Grundstückseigentümer zur Nachsuche auf. Gegen 9.15 Uhr fanden sie den verletzten Wapiti und David spannte schon seinen Bogen, um das Tier zu töten, als dieses plötzlich angriff.

Der Hirsch attackierte den Waidmann mit seinem Geweih - Jäger sprechen hierbei von "forkeln" [1] - und rammte ihm eine der Spitzen mitten in den Hals. Sein Begleiter versuchte noch den 66-Jährigen zu retten, doch er konnte ihm nicht mehr helfen. Der Mann verstarb noch an der Unglücksstelle an der schweren Verletzung." (heute.at)

 

Wiewohl ich öfter mal [2] als Gutmensch beschimpft werde bin ich im Grunde meines gutmenschlichen Herzens doch ein ungewöhnlich roher, fast schon brutaler Mensch. Ich lese gerne von Jagdunfällen, wenn etwa wenn ein Jäger von einem anderen Jäger erschossen oder von einer Wildsau dersteßn wurde. Gelegentlich tut's auch der eigene Dackel, der mit der Pfote auf den Abzug einer ungesicherten Waffe gekommen ist. Ich bin andererseits aber auch jemand, der Fairneß über die Maßen schätzt. Jagd ist für mich dann waidgerecht, wenn die Chancen, getötet zu werden, für Mensch und Tier fifty-fifty sind.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich habe nichts gegen bewaffnete Förster, auch nichts gegen Bauern mit Jagdschein, die in ihrem Wald nach dem Rechten sehen. Ich bin der Sohn eines Metzgers, habe direkt neben dem Schlachthaus meine Kindheit und Jugend verbracht. Mein Verhältnis zum Töten von Tieren ist nicht übertrieben sentimental, wie bei den meisten Menschen, die auf dem Land aufgewachsen sind.

Ich lese im übrigen auch gerne von Toreros, die es bei der corrida derlaibelt hat. Was geschieht in einem solchen Falle? Wird der tote Torero im Triumph durch die Arena geschleift? Werden ihm Ohren und Schwanz abgeschnitten? Werfen die hochmögenden Damen ihre feuchten Slips dem überlebenden Stier zu?

 

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, daß ich die arroganten Bewegungen eines Toreros so was von abstoßend finde? Sie scheinen mir noch widerwärtiger zu sein als die ebenfalls arroganten Bewegungen von Flamenco-Tänzern (m/w/d). Manche Menschen nennen diese Bewegungen "würdevoll".



[1]   Jetzt weiß ich also endlich, wie der Waidmann das waidgerechte Aufgespießtwerden durch einen Hirschen mit einer Mistgabel (niederdeutsch "Forke", italienisch "forca") nennt.

[2]   Gerade hier auf "Fisch und Fleisch". 

 


Donnerstag, 3. September 2020

Fickt deutsch!

Früher, als die Welt zwar auch nicht mehr gut, aber doch besser war, hat man noch drauf geachtet, mit wem man kopulierte.

Umpfaßbar! Spanische Wegschnecken töten österreichische Vogelküken

Das kommt davon wenn man Ausländer ins Land läßt. Heimische Vogelküken dürfen nicht länger von Ausländern zu Tode geraspelt werden!

Obwohl... Die Einwanderung von Franzosen sollte gefördert werden.