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28.9.22

Ohne Ordnung ist Sex einfach nur...

Im Usenet geschah es, daß sich einer Gedanken darüber machte, wie man denn die verschiedenen archäologischen Schichten vergangener Geschlechtspartnerinnen bezeichnen könnte. "Ex-Freundin" etwa, "Doppel-Ex-Freundin" oder wie.

Ein anderer kam zu Hilfe: "Nochmal über dein Promiskuitätsproblem sinnierend, kam mir folgender Vorschlag in den Sinn:

- Ex

- Vor-Ex

- Vor-vor-Ex

- Vor-vor-vor-Ex"

Ich schlug eine pragmatischere und poetischere Lösung vor:

Der... äh, der Dings... ah ja, der Herr Johann aus Spanien hatte einen Diener namens Leporello und der hat ihm eine saubere Liste geführt. Jetzt brauchst du nur noch die Damen durchnumerieren und du hast eine eindeutige Terminologie: FV 217 ["Die magere Romantische"] oder FV 173 ["Die sinnliche Dicke mit den Sommersprossen"].

Ohne Ordnung ist Sex einfach nur Ficken.

So ein Leporello-Archiv hat gewiß Stil, heutzutage aber nimmt man zur Datenspeicherung natürlich das SmartPhone. "Nur für die Registratur, gnädige Frau... Mit wem hatte ich eben das Vergnügen?"

Bei anderer Gelegenheit wandte eine Dame ein: "Ich finde ja, daß Vergessen die beste Option ist."

"Ich glaub ja eher," wandte nun meinerseits ich ein, "daß Don Giovanni deshalb den Weibern nachsteigt, damit Leporello sie in sein gleichnamiges Notizbücherl eintragen kann. Das bisserl Samenerguß ist für ihn eher zweitrangig, will mir scheinen. Aber immerhin, so erspart er sich wenigstens das Wichsen. Karl Kraus hat mal geschrieben, eine Frau sei bisweilen ein ganz brauchbares Surrogat für die Selbstbefriedigung, allerdings erfordere das Besteigen einer Frau ein Übermaß an Phantasie.

Hauptsach ist natürlich, daß Leporello lobsingen [1] kann, es habe Don Giovanni alleine in Spanien 1003 Weibsen flachgelegt. Es sollte keiner den Fehler machen, sich die 1003 Schicksen allein in Spanien als gescheiterte Liebesgeschichten vorzustellen. Genau so sollte das ablaufen. Wie man bei uns in Niederbayern sagt: umhaun, neihaun, abhaun. Stell dir die Katastrophe vor, wenn Don Giovanni auch nur einen Monat bei Donna Elvira geblieben wäre... 30 Alltage hintereinander... "Das hätte ich bei meinem Alten auch haben können", denkt sie sich. Don Giovannis Trick ist, daß er sich tags drauf wieder verdrückt hat, und die Frau ihm ein Leben lang nachseufzen kann und dabei nicht von seiner realen Existenz belästigt wird.

Ich habe mir Don Giovanni nie als Frauenfreund vorgestellt, ganz im Gegenteil. Frauen sind ihm zuwider und er ist manisch bestrebt, sich die Schicksen auf eine Schwanzlänge Abstand zu halten. Ein etwas schiefes Bild, gewiß, aber was tut man nicht alles für eine sprachliche Pointe... Obwohl... Jetzt, wo ich den Satz geschrieben vor mir stehen sehe, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das Sprachbild wirklich so schief ist. Kann man sich eine Person nicht vielleicht gerade durch Sex vom Leibe halten? "Wir haben gevögelt, Schatz, du bist gekommen, ich bin gekommen, das muß reichen. Ich will bis auf weiteres nicht mehr von dir belästigt werden." Oder wie es die kleine Hilde gesagt hat, als sie einen herzergreifenden Roman gelesen hätte: "Hach, muß Liebe schön sein, wenn ich groß bin lieb ich auch."



[1]   Hat eigentlich schon mal jemand was von Lobsang Rampa gehört?

15.8.12

Brief & Anstand

A. B.: "Ich habe heute mit ein wenig Erstaunen festgestellt, daß derzeit keine Ausgabe der Briefe Goethes an Frau von Stein im Druck zu sein scheint."

W. H.: "Obst du dich nicht schämst, fremder Leute Briefe zu lesen?

5.2.10

Der Chines ist ein Schwed

Im Usenet, Gruppe de.etc.sprache.deutsch entwickelte sich einstens folgender Zank:
A: Die Chinesen werden auch nicht direkt unter die Indoeuropäer gezählt.
B: Doch natürlich.
C: Nein.
D: Ich schließe mich an.

Ich versuchte schlichtend und sachkundig einzugreifen:

Im Grunde ist der Chines ein Schwed mit schwarzem Haar, einer länglicheren Augenpartie und einer kürzeren Nase. Früher, als das alles noch neu war und es noch keine Spiegel gab, hat sich jeder Chinese kringelig gelacht, wenn er einen anderen Chinesen gesehen hat.
Das "Wie schaust denn du aus, alter Schwed!" hat er wegen des andauernden Lachanfalls nicht mehr in richtigem Schwedisch hingekriegt, sondern nur noch in einzelnen Silben, woraus dann die chinesische Sprache entstanden ist. Die Schwerverbrecher haben die Chinesen früher allesamt auf die vor der Küste liegenden Inseln verbannt, wodurch der Japaner entstanden ist.

Das ist jetzt mal mein Konzept für die Anfängervorlesung in Ethnologie, Abt. Asien. Ich bitte um zahlreiches Erscheinen.

16.11.09

Stadtgedicht

Im Usenet berichtete einst einer von der Aufgabe zu einer Klassenarbeit für den Deutsch-Grundkurs: "Stellen Sie knapp dar, wie Ihrer Meinung nach ein Stadtgedicht des 21. Jahrhunderts in Wahrnehmung und Haltung des lyrischen Ich die Traditionslinie von Eichendorff über Heym modifizieren (weiterziehen, abwandeln, brechen u.a.) müßte."

"Hum", werden Sie fragen. Ein Mitdiskutant tat genau dies und präzisierte: "Was ist denn ein Stadtgedicht?"

Ich antwortete ihm:
So was:
Der Mensch tritt auf in großen Schaan
Und fährt dann mit die Straßenbaan.

Im Gegensatz dazu das Landgedicht:
Ach, Haufen du von güldnem Mist,
Was du mir eine Freude bist.

5.11.09

Ohne Ordnung ist Sex einfach nur...

Im Usenet geschah es, daß sich einer Gedanken darüber machte, wie man denn die verschiedenen archäologischen Schichten vergangener Geschlechtspartnerinnen bezeichnen könnte. "Ex-Freundin" etwa, "Doppel-Ex-Freundin" oder wie.

Ein anderer kam zu Hilfe: "Nochmal über dein Promiskuitätsproblem sinnierend, kam mir folgender Vorschlag in den Sinn:
- Ex
- Vor-Ex
- Vor-vor-Ex
- Vor-vor-vor-Ex"

Ich schlug eine pragmatischere Lösung vor:
Der... äh, der Dings... ah ja, der Herr Johann aus Spanien hatte einen Diener namens Leporello und der hat ihm eine saubere Liste geführt. Jetzt brauchst du nur noch die Damen durchnumerieren und du hast eine eindeutige Terminologie: FV 217 ("Die magere Romantische") oder FV 173 ("Die sinnliche Dicke mit den Sommersprossen").

Ohne Ordnung ist Sex einfach nur Ficken.

17.5.09

Ironie

Aus dem Usenet

A.: Unter http://www.verwandt.de/karten/absolut/dein_Name.html klappt ein Fenster auf, welches einen Dienst "100% gratis" anbietet. Was meint Ihr: Ist da die Mehrwertsteuer schon drin?
B.: Scheinproblem! Null mal Beliebig gibt immer Null. (Ersetze Beliebig z.B. durch 19%)
WH: Daß du es immer wieder verstehst, mich durch dein gradliniges Denken zu verblüffen.

B.: Die Erfindung der Null ist eine der grössten Errungenschaften der Mathematik.
WH: Die Erfindung der Ironie ist eine der größten Errungenschaften der Literatur.

Tücken der Sprache

Aus dem Usenet

WH: Auch im Italienischen, wenn es dich beruhigt: "fare la doccia - die Dusche machen" für duschen.
A.: Echt? Ich hätte jetzt gedacht, dass es "prendere una doccia" heißt.
WH: Ich dachte früher auch, Italienisch wäre Deutsch mit italienischen Wörtern.
A.: Ungewöhnlich für deutsche Ohren kam mir immer "es ist gutes Wetter" - "fa bel tempo" vor,
WH: Der Italiener ist so verstockt, daß er manche Redewendungen anders konstruiert als der Deutsche. Vom Chinesen will ich gar nicht reden, der hat sich eine ganz andere Grammatik ausgedacht, bloß damit ihn keiner versteht. Der Chinese ist tückisch.

8.5.09

Schmäh, Weana

Aus dem Usenet

WH: Du weiß nicht, wie ich euch Österreicher manchmal beneide. "Hausbesorgergesetz", "Sperrgeld", "Landeshauptmann" - ach, das ist eine Sprache. In Piefkinesien sagt man "Ministerpräsident" für den "Landeshauptmann", ein "Hausbesorgergesetz" gibts wahrscheinlich überhaupt nicht und ein Sperrgeld auch nicht. Wenn ich dran denke, daß es meine Eltern nach der Vertreibung 1945 (als ehemalige k.u.k.-Untertanen) auch hätt nach Österreich verschlagen können, könnt ich mir vor Wut in den Arsch beißen. Wahrscheinlich gibts in Österreich sogar für "Arsch" ein poetischeres Wort.
Ich geh jetzt weinen.

A: Du meinst den 'Allerwertesten'?

WH: Nein. Das Wort ist zu lang für Poesie. Ich meinte sowas wie - wo der Deutsche sagt: "Ich habe sie durch meine galante Beredsamkeit verführt" sagt der Wiener "I ho's mi'm Schmäh packt". Sowas in der Art, wo dir das Herz übergeht, weil diese rotzfreche Unverfrorenheit so wunderschön verpackt ist.

5.5.09

Hosenladen

Aus dem Usenet

A: Wobei ich zumindest so konsequent bin, auch dort nicht einzukaufen wo man mir "Jean's" und "CD's" andrehen will.
WH: Ach, besser eine gute Hose und schlechte Rechtschreibung als umgekehrt.
A: Das hätte man vielleicht bei einer lokalen Schneiderei; in der Welt des bicken Biseniß ist die Korrelation beider Qualitäten eher positiv.
WWH: Mag sein. In einem Schwandorfer Textilgeschäft habe ich zuzeiten mal ein Schild gesehen: "Mein Hosenladen ist geöffnet, schauen Sie ruhig mal rein."

2.5.09

Der Segen der Religion

Aus dem Usenet

A: Man kann sich ja einfach anschauen, wie die Geschichte in den nichtchristlichen Teilen der Welt verlaufen ist.
WH: Hmnja, dort waren aber auch die sonstigen Verhältnisse anders als hierzulande. Experimentelle Geschichte ist halt ein schwierig Geschäft.
A: Es scheint mir jedoch nicht ganz undenkbar, daß sich bei entsprechender Nachforschung herausstellen würde, daß das Christentum letztlich einen mäßigenden, temperierenden Einfluß auf den von ihm beeinflußten Teil der Menschheit gehabt haben mag.
WH: Man darf sich gar nicht vorstellen, wie brutal der Dreißigjährige Krieg abgelaufen wäre, wenn die Religion nicht mäßigend eingewirkt hätte.

1.5.09

Welcher Käse auf die Pizza?

Aus dem Usenet

WH: Ja, schon, aber die klassische Pizza Margherita schreit nach zermanschtenTomaten und Mozzarella. Da drauf kannst du nun legen, was immer du magst.
O: Ja, natürlich. Ich mag auch keinen Parmesan auf Pizza. Ich bin Holländer und liebe Gouda, besonders auf Pizza.
WH: Daß einer Holländer ist, mag viel entschuldigen. Gouda auf Pizza entschuldigt es nicht. Wieso mußt du dir auch den wunderbaren Gouda durch die angehängte Pizza versauen?

28.4.09

Donald vs. Jehova

Aus dem Usenet:

WH: Stell dir vor, in 2000 Jahren finden Archäologen das eine oder andere Donald-Plakat. "Die damaligen Menschen müssen eine Ente als eine Art Gott verehrt haben.
A: Und, tun wir das etwas nicht?
WH: Nun, freundlicher als Jehova ist Donald allemal. Und weniger verkniffen - obwohl Donald ja sehr verkniffen ist.
B: Nun ja, so oft wie die drei Jungs schon verprügelt worden sind...
WH: Kein Vergleich mit der Sintflut.
C: Und man darf seinen Namen aussprechen ... "Dieser Fisch wäre gerade recht für Donald".
WH: Ich sag ja, der stinkreaktionäre Donald ist um Längen liberaler als der Herr Zebaoth aus dem Alten Testament.

23.4.09

Karl May

Aus dem Usenet

A: Welches ist das beste Buch von Karl May??
WH: Das Kapital.
A: Gibt es das Buch überhaupt???
WH: Sowieso. Sonst könnte es ja nicht sein bestes sein.
A: Das gibts nicht!!!!!
WH: Du hast recht. Ich habe nachgeschaut, "Das Kapital" ist von Karl Marx. (Ich bin jetzt schon auf Seite 360 und wundere mich die ganze Zeit, warum noch kein einziger Indianer aufgetaucht ist...)

7.4.09

Protzen mit Geld, Gewalt und Sex

Aus dem Usenet

In der Usenetgruppe de.rec.musik.klassik beklagte sich einst ein feinsinniger Klassikfreund über Rap und Hip-Hop und vor allem die manchmal rüden Texte dieser Liedl:
"Wie kann man sich mit Gewalttaten brüsten, mit Geld, oder damit, wie viele Frauen (als Frauen werden sie ja meist nicht einmal angesehen, eher als Objekte) man 'gehabt' hat?"
Recht hat er ja, aber ein bisserl Klarstellung möcht schon sein:

Fangen wir beim Einfachsten, dem Geld, an. In den frühen sechziger Jahren gab es den Slogan "Hast du was, bist du was - Sparkasse", ganz ohne Augenzwinkern. Und diese unsere Gesellschaftsordnung beruht darauf, daß man sich mit Geld brüstet, mit Geld sich Einfluß und Ansehen erkauft (Stichwort u. a. Parteispenden).

Und Gewalttaten: Die militärischen Orden für Heldentaten im Krieg will ich nur streifen, ebenso Alexander von Makedonien und Friedrich II. von Preußen, die man beide "der Große" nennt, weil sie gewalttätiger und mit ihren Gewalttaten erfolgreicher waren als viele Berufskollegen. Dann aber nimm diese Beschreibung eines Bandenkrieges, in der mit großer Begeisterung erzählt wird, wer wen wie umgelegt hat, wie am Ende die siegreiche Gang alles niederbrennt und metzelt, was das Zeug hält. Und die "Ilias" wird jungen Leuten immerhin in der Schule vorgesetzt.

Und das mit die Weibers. Wenn es denn so wäre, daß reichhaltiges Vernaschen von Frauen frauenfeindlich ist, daß dies die Frauen in ihrer Würde beleidigt, dann gäbe es dieses Verhalten schon längst nicht mehr. Es hätte sich nämlich rausgemendelt, Männer mit diesem Verhalten würden von Frauen zurückgeschoben, sie kämen seltener "zum Schuß", wogegen die zurückhaltenden Männer Frauen begatten würden, daß es nur so eine Art hat. Empirischer Befund ist aber, daß ein Mann, dem ein Ruf als Strizzi, Herzensbrecher, Casanova etc. vorangeht, großen Erfolg bei Frauen hat. Nicht obwohl er diesen Ruf hat, sondern weil. Der erfahrene Don Juan pflegt diesen Ruf, weil er weiß, daß er ihm nützt.

Wie sangen einst "Die Ärzte"? "Männer sind Schweine" sangen sie.
Frauen lieben Schweine. Definitiv.

6.2.09

Dummheit

Aus dem Usenet


Ein engagierter Autor von Undergroundliteratur schrieb einmal im Usenet:

Ich poste sehr spontan und da lässt es sich nicht vermeiden, dass viel Scheiße dabei ist, doch die Gedanken habe ich mir schon vorher gemacht - es ist nur sehr schwierig, grenzenloses Entsetzen über die extreme Dummheit seiner Mitmenschen in Worte und sich dabei auch noch gleichzeitig kurz zu fassen.

Ich antwortete ihm:

Dann nimm dir Zeit, wenn's so schwer ist.

Äh, und apropos "extreme Dummheit deiner Mitmenschen" - hast du irgendeine Theorie, wie's kommt, daß von allen Menschen ausgerechnet du von diesem Dummheitsvirus nicht angesteckt worden bist?

Frechheit

Aus dem Usenet

Im Usenet hatte mal einer geschrieben:

"Ich habe heute mit ein wenig Erstaunen festgestellt, daß derzeit keine Ausgabe der Briefe Goethes an Frau von Stein im Druck zu sein scheint. Ich selbst besitze eine Ausgabe von Cotta mit einer Einleitung von K. Heinemann, gedruckt um die Wende des 19. zum 20 Jahrhunderts (4 Bde. in 2; Cottas Bibliothek der Weltliteratur)."

Daß sich manche Leute überhaupt nicht schämen, fremder Leute Briefe zu lesen.

Literatur & Stuhlgang

Aus dem Usenet

Ein gewisser Ralf D. schrieb einst im Usenet, in de.rec.buecher, der Mann hat Stil:

"Bücher haben nur einen Sinn für mich: ich benutze sie als Klopapier zum Arschabwischen."

Das forderte zu einer sachgerechten Stellungnahme heraus:

Ralfi, Schnalfi, D.mäuschen, du bist ein Lügner, zumindest kein Praktiker. Was für einen Arsch mußt du haben, daß es dir Spaß macht, dir mit Büchern den Arsch abzuwischen? Ökonomische Gründe können es nicht sein, denn selbst antiquarische Bücher aus der Ramschkiste sind grammpreismäßig teurer als Klopapier.

Aufwendig gestaltete Bücher, Kunstdruck gar, fällt flach, da machts nur "flatsch" und du hast den halben Schmadder auffie Hände, die andere Hälfte über Unterleib und Oberschenkel verschmiert und die dritte Hälfte (wo gar nicht gibt, kann zählen!) aufm Papier. Dieses Papier, nun mal verschissen, bringst du aber nie und nimmermehr durch den Syphon deiner Kackkeramik.

Normale gebundene Bücher bringen nur mäßige Erleichterung. Auch hier ist das Papier viel zu wenig saugfähig, zu wenig geschmeidig, um damit deinem Allerwertesten zu schmeicheln.

Taschenbücher, die billige Alternative? Ja, aber immer noch unbefriedigend. Vor allem aber: die einzelnen Kackblätter sind viel zu klein, um damit einen guten, handsauberen Abwisch zuverlässig zu erreichen.

Es gibt beim Arschabwischen ein ähnliches Dilemma wie in der Theoretischen Physik, eine Art Unschärferelation: Je mieser (drucktechnisch gesehen) das Papier, desto besser für den Arsch. Je mieser (drucktechnisch gesehen) das Papier, desto mieser aber auch der Druck, desto höher die Abriebrate der Druckerschwärze.

Jerry-Cotton-Hefte mögen deiner Backe und Furche schmeicheln, sie hinterlassen aber auf ihre nachhaltige Schleifspuren.

Was ich sagen will, Ralfi, Schnalfi: Du redest Dreck!

28.10.08

Diskussion

Aus dem Usenet

A: Du weißt offensichtlich nicht, wovon Du sprichst.

B: Was glaubst du, warum ich diskutiere? Wenn ich irgendwann einmal weiß, wovon ich spreche, dann höre ich auf zu sprechen, das verspreche ich dir.

1.10.08

Der Neger

Aus dem Usenet

Im Usenet, in der Gruppe de.etc.sprache.deutsch, entwickelte sich im März 2007 folgender Dialog über das Wort "Kannitverstan":

Y. S.: Obwohl ich also weiss, dass es auf afrikaans "kan nie verstaan nie" heisst, habe ich das, von J. P. Hebel bekannte "Kannitverstaan" immer nur so geschrieben gesehen.

W. H.: Der Afrikaner versteht sowieso nie nichts, vor allem der Neger und ganz besonders, wenn er weiß ist.

O. C.: Oder gar blond.

W. H.: Wenn der Neger blond ist, ist er Schwede.

O. C.: Japan ist voll von Blondinen, es fällt nur nicht so auf.

W. H.: Weil die alle schwarzhaarig sind?

29.9.08

Die Schweiz und die Niederlande

Aus dem Usenet

In der Newsgroup de.etc.sprache.deutsch stellte ich im November 2007 mal die Frage:

"Die Niederländer haben ihren Dialekt (oder genauer: einen ihrer niederdeutschen Dialekte) zur Hoch- und Schriftsprache gemacht, mit verbindlicher Rechtschreibung und Grammatik und all dem. In der Schweiz ist das ausgeblieben. Hat einer eine Idee, wieso?"

Und bekam zur Antwort: "Kleiner Tipp: Schau Dir mal die Topographie an."

Mehr kam nicht, so daß ich mir den Sinn selbst zusammenreimen mußte. Allerdings - nach meiner Erklärung müßte es mit Holland und der Schweiz eigentlich genau andersrum sein:

Die Niederlande sind flach, ständig kommen irgendwelche Deutschen über die Grenze geschlappt, weil es sich so leicht geht dort. Und sie plappern mit den Holländern und weil es so viele Deutsche sind, vergißt der Holländer, daß er eigentlich eine neue Sprache erfinden wollte.

Die Schweiz dagegen ist gebirgig, hoch gebirgig. Wer davor steht, frägt sich natürlich, ob er da wirklich reingehen will, über all diese hohen Berge. Und die Eingeborenen schauen auch nicht vertrauenerweckend aus, lauter seriöse Leute mit Schlips, die dir ein Nummernkonto aufschwatzen wollen. Bis zum Alpöhi im Oberen Emmental schafft es der Wanderer ohnehin nicht. Allenfalls der eine oder andere Wanderer, der vom Wirt an der Grenze erfährt, daß hinter der Schweiz Italien liegt, wird sich seufzend dazu entschließen, Schweizer Boden zu betreten. Und er wird schweigend und raschen Schrittes danach trachten, die Schweiz zu queren. So erfährt nie ein Schweizer, daß es sowas wie eine deutsche Sprache gibt.

Das lehrt mich die Topographie.

Wie dumm kann ein Mensch sein?

 Gestern erschien es mir hoch an der Zeit, meinen großen Computer, der seit ein paar Tagen spinnt und nicht mehr zum richtigen Laufen zu bri...