21.7.22

Basken und Athabasken

Früher, als ich noch jünger war (bis vor zwei Wochen, um genau zu sein), glaubte ich allen Ernstes, die Lachse zögen zum Laichen aus ihrer Heimat - den Oberläufen der europäischen und nordamerikanischen Flüsse - in die Sargassosee. In Wirklichkeit, Sie ahnen es wahrscheinlich schon, ist es genau umgekehrt. Die Lachse, genauer die Atlantischen Lachse treiben sich im Nordatlantik herum und zum Laichen kehren sie an den Ort ihrer Geburt in einem der europäischen und nordamerikanischen Flüsse zurück. Der Fisch mit der Sargassosee ist der Aal, genauer der Europäische Aal.  

Aus Aalen wird das vor allem in Großbritannien und Irland gern getrunkene, gleichnamige Bier gefertigt. Die weit verbreitete und sich immer weiter verbreitende Trunksucht in den beiden Ländern hat den Bestand auch der nordamerikanischen Aale inzwischen so weit reduziert, daß die Aale vom Aussterben bedroht sind.

Der Kasus macht mich weinen, aber wie auch immer, ich wollte eh von den Vermehrungsgewohnheiten der Athabasken erzählen. Die Athabasken sind eine indigene Bevölkerungsgruppe (vulgo: Indianer) in Alberta (Kanada). Wenn die Paarungszeit gekommen ist, ziehen die Athabasken samt zugehörigen Weibchen (siehe Bild oben) nach Osten, bis sie die Atlantikküste erreichen. Dort fällen sie Bäume, aus denen sie Einbäume schnitzen, mit denen sie wiederum den Atlantik überqueren und schließlich im Baskenland (teils Frankreich, teils Spanien) ankommen. Dort wird gerimmelt und gerammelt, daß die Baskenmütze qualmt. Die Athabasken kehren dann mit den frisch geschwängerten Weibchen in ihr Heimatland zurück, wofür sie sich heutzutage des Shuttle-Services der Air Athabasca bedienen.

Tod durch Selfies

Im Internet - wo sonst? - las ich, spanische Wissenschaftler [1] hätten festgestellt, daß in den 13 Jahren zwischen 2008 und ? [2] weltweit 379 Personen beim Versuch gestorben seien, ein möglichst spektakuläres Selfie zu schießen. Allein zwischen Januar 2021 und Juli desselben Jahres seien 31 Personen ums Leben gekommen, das heißt die Selfie-Toten werden mehr. Haiangriffe, so entnehme ich der gleichen Quelle, endeten 2020 lediglich viermal tödlich.

Viel tragischer ist folgender (Nicht-)Vorfall: Dieses Selfie von einem jungen Mann

führte tragischerweise nicht dazu, daß er sich beim Selfietun den Hals gebrochen hätte. Hit happens.

Andererseits hätten wir ihm doch alle eine grandiose Weltkarriere als Kunstmaler und Badewannenverkleber gegönnt. Ich mein, wenn er so was wie ein früher Joseph Beuys geworden wäre, dann wäre das zwar ziemlich ärgerlich gewesen, angesichts der Karriere, die der junge Mann später tatsächlich gemacht hat, war allerdings selbst Joseph Beuys eine leidlich erträgliche Person der Zeitgeschichte.

Dieses Selfie vom 11. September 2001 hätte beinahe tödlich geendet, wenn es nicht eine Photomontage gewesen wäre.



[1]   Ausnahmsweise sind's mal keine amerikanischen Wissenschaftler, Alda ischwör!

[2]   Wer das Fragezeichen auflösen kann, den nominiere ich für den Mathematik-Nobelpreis.

Die schöngeflötete Reichskristallnacht

Seit den achtziger Jahren erscheint vielen wohlmeinenden Menschen in Deutschland der Begriff " Reichskristallnacht " als bedenklic...