Die Hymne des SSC Neapel ist einigermaßen merkwürdig. Hier
wird sie gesungen vom Hl. Diego Armando Maradona.
Kritische Anmerkungen zur musikalischen Performance von Señor
Maradona können hier im Blog gefahrlos abgeladen werden, in Neapel sollte man
bei dergleichen vorsichtig sein. Den Stadtheiligen, San Gennaro, kann man schon
mal beschimpfen (vor allem wenn das Blutwunder mal wieder
nicht funktioniert), Maradona aber ist absolut sakrosankt. Zurecht.
Was Maradona hier singt zu singen versucht, ist
"O surdato nnamurato" (il soldato innamorato hieße das auf
Italienisch), das Lied vom verliebten Soldaten. Es handelt von einem Soldaten
im Ersten Weltkrieg, der fern der Heimat an die zurückgelassene Geliebte
schreibt, die er womöglich niemals wiedersehen wird. Ein todtrauriges Lied
also. Und so was als Hymne eines Fußballvereins? Ist der Neapolitaner verrückt?
Gewiß ist er das. In Neapel klingen selbst schwarzgallige
Lieder der Sehnsucht lebenspraller als deutsche Karnevalsgesänge.
Das dachte ich zumindest geraume Zeit. Bis ich dann per
Zufall auf diese Aufnahme stieß, wiederum von Massimo Ranieri, aber ungefähr dreißig Jahre
später aufgenommen. Hier singt er das Lied so, wie man es eigentlich singen
müßte.
So, Leute, ich muß jetzt aufhören. Mich hat der Napoli-Blues
voll erwischt, das Heimweh schnürt mir das Herz zu und macht mir die Augen
feucht und blind.