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13.6.24

Und der Haifisch, der hat Zähne...

Seit Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" von Kurt Weill wissen alle, daß der Haifisch

1. Zähne hat und er diese Zähne

2. im Gesicht trägt.

Was viele nicht wissen ist, daß die Zähne des Haifisches im Falle des Verlustes nachwachsen, mehrere Male gar.

Vor einigen Monaten mußte ich leider erkennen, daß ich kein Haifisch bin. Vor einigen Tagen nun - ich hatte mich schon so lala an das Nicht-Hai-Sein gewöhnt - vernahm ich tief in mir drinnen ein Knicken und Knacken, Britzeln und Bratzeln und als ich den Mund wieder öffnete waren mit einem Male die Zähne wieder da, so wie es mir einst der Zwerg Rumpelstilzchen an der Wiege gesungen hatte.

5.5.24

Das veraltete Formular

Vor wenigen Tagen erreichte mich eine E-Mail von Frau F. aus der Hauptstadt: "Lieber Herr H., danke für die Erstellung und Übersendung des Auditprotokolls (...). Leider haben Sie eine alte Vorlage benutzt. Diese nimmt uns die Behörde nicht ab. Bitte übertragen Sie zeitnah die Daten in das angehängte aktuelle Protokollformular und unterschreiben das Ganze."

Dazu muß man wissen, daß ich das monierte Auditformular aus Berlin selber habe. Ich schaue nach, worin der Unterschied zwischen der alten und der neuen Vorlage besteht und finde nichts. Fast nichts, denn ganz unten steht ganz klein geschrieben: "V.8" auf meinem Formular und "V.9" auf dem übersandten neuen Formular.

So viel zum Thema "Dipferlscheißerei".

18.3.24

Das Parkplatzorakel und der Fasching

Am diesjährigen Tag nach Rosenmontag war, wie fast jedes Jahr, Faschingsdienstag. Als ich noch der Waldbauernbub war bin ich fast jedes Jahr am Nachmittag des Hl. Faschingsdienstags auf den Uferwiesen der Rott spazierengegangen. Ich habe diese Spaziergänge geliebt, denn meistens war am Faschingsdienstag schon Vorfrühling. Die Sonne war zwar rar und immer noch ziemlich schwach, die Wiesen neigten eher zu braun als zu grün, aber der richtige und wahre Frühling war bereits zu fühlen. Der Fluß und seine Auen verströmten einen unbeschreiblich zarten Duft. Ein bisserl Tod vom Winter war noch da, aber die Verheißung von Leben lag bereits in der Luft. Welch' Narretei wäre es gewesen, an so einem Tag mit Clownsnase durch die Stadt zu laufen und Luftschlangen hinter sich flattern zu lassen...

Damals mußten wir auch an Fasching am Vormittag in die Schule gehen und am Samstag sowieso. Heute dagegen hab ich keine Ahnung mehr, an welchen Tagen ein Feiertag ist oder ein halberter oder gar ein ganzer Arbeitstag. Heute schalte ich den Laptop an und weiß innerhalb weniger Minuten, wie es sich mit dem Datum verhält [1]. Schneller geht's natürlich, wenn ich mich vom Schreibtischstuhl erhebe und aus dem Fenster auf den angrenzenden Gewerbepark blicke: Wenn auf dem Parkplatz im Hinterhof des Gewerbeobjektes mehr als zwei Autos stehen, dann muß heute ein Arbeitstag sein, so einfach ist das.

Die Gegenprobe zeigt, daß die zweite Aufnahme von einem Sonn- oder Feiertag stammt. So, Leute, funktioniert empirische Wissenschaft.

Im Sommer allerdings kann mir das Parkplatzorakel nicht weiterhelfen, denn im Sommer schirmt mich eine grüne Wand vor dem Anblick und weitgehend auch vor den Geräuschen des Gewerbeparks (Gewerbepark, was für ein Wort!) ab. Deswegen hat es Gott in seiner unendlichen Weisheit so eingerichtet, daß es im Sommer kaum Feiertage gibt. Harmonie der Welt.

Harmonie der Welt, so nannte Kepler dergleichen glückliche Fügungen. Vielleicht meinte er aber auch etwas anderes damit, womöglich war es auch gar nicht Kepler.



[1]   Man denke nur an das wohlbekannte Gedicht von Detlef von Lilienkron: Der Rebbe frägt den Schabbesgoi / Ob Mon- heut oder Dienstag sei. / Drauf sprach der Schabbesgoi zum Rebben, / Daß Mittwoch sei, und zwar seit ebben.

19.10.23

Der Rattenfangende von Hameln

Im Blogbeitrag eines Users, dessen Name hier nicht genannt werden darf (und der im übrigen auch keine Rolle spielt) kommentierte ein anderer User:

>>Man kuscht offenbar vor den rechten Rattenfangenden der AfD und FPÖ.<<

"Rattenfangende", die Formulierung ist so süß! Sie macht dir klar, daß die Suche nach der korrekten Sprache immer mehr zu ihrer eigenen Karikatur wird. Der Rattenfangende von Hameln. Hl. Muttergottes von Tschenstochau!

27.5.23

Traiskirchen darf niemals Österreich werden

Einer der Großdenker von "Fisch und Fleisch", deren es viele gibt in diesem vom Teufel durchwirkten Forum, hat vor gar nicht so langer Zeit die Frage aufgeworfen, ob Traiskirchen jemals Österreich werden dürfe.

Oder war es umgekehrt? Wie auch immer... Ich darf den besagten Großdenker und all die anderen besorgten FuFler beruhigen: Österreich wird niemals Traiskirchen werden und umgekehrt wird sowieso kein Schuh daraus. Österreich bleibt Österreich und Brautkleid bleibt Brautkleid, von Blaukraut gar nicht zu reden.

Vor drei Jahren hat ein anderer fuflischer Großdenker das Bedeutendste geschrieben, was jemals über Wien, Ischgl und Sapporo in einem einzigen Text geäußert worden ist. I had a dream - mir hat damals geträumt, ein steirischer Magister habe sich abgefüllt bis zum Eichstrich. Unterm Abfüllen habe er was geschrieben. Als er aufgewacht sei, wieder leidlich nüchtern, habe er gelesen, was er geschrieben habe: "Wien darf nicht Ischgl oder Sapporo werden". Ich sah im Traum, wie er trocken aufschluchzt, bittere Tränen netzen seine Wangen. Er blickt auf sein verpfuschtes Leben zurück, ein Leben, das ihn soweit ins Elend gebracht hat, daß er jetzt sinnfreien Scheisendreck hinschreibt, ohne sich was dabei zu denken. Buchstäblich.

Er betet zu Gott und sicherheitshalber auch zum Teufel. Im Darknet besorgt er sich bei einem renommierten Online-Phi­lo­so­phiebedarfshändler ein schweinsteures Fläschchen Schierlingssaft und trinkt es auf ex. Nich lang snacken, Kopp in'n Nacken!

Das war - immer noch im Traum - mein Exposé für einen herzergreifenden Schundroman. Im echten und wirklichen Leben aber hat der Magister sich den oben zitierten Satz nach dem Aufwachen nochmal durchgelesen und nahm ihn dann, weil er ihm nicht übel gefiel, als Überschrift für einen - wie immer nachdenklichen - Blogbeitrag über Covid 19.

In diesen Zeiten des blanken Entsetzens hat man schon Sätze gelesen wie "Nie wieder Hiroshima!" oder gar "Ohne den 30. Februar hätte es den 17. April nicht gegeben".

Isn't it a jammer? Yes, it is a jammer.

26.3.23

In the Summertime

Diesmal hat mich die Zeitumstellung voll erwischt. Vor zwei, drei Tagen erst habe ich mir klargemacht, daß die Umstellung auf die Sommerzeit dieses Jahr schon am 26. März sein wird und heute wache ich auf, weil der Wecker (ein Funkwecker) um 6.00 h klingelt. Ich geh zum Pieseln und die Uhr im Bad (ebenfalls ein Funkwecker) behauptet frech, daß es schon 7.00 h sei. Ich führe das darauf zurück, daß mein Bad fensterlos im Hausinneren ist, Stahlbeton, Faradayscher Käfig, eh schon wissen. Nach dem Pieseln nehme ich den Wecker in's Arbeitszimmer mit und stelle ihn auf die richtige Zeit zurück, genau eine Stunde später. Gemerkt habe ich immer noch nichts. Das Internet-Radio gibt mir recht, es ist tatsächlich erst 6.00 h (6.06 h inzwischen, um genau zu sein). Doch halt, das DAB-Radio gleich daneben zeigt 7.06 h. Jetzt schnackelt's.

Was sagt die Wissenschaft? "Wer eine gute Uhr besitzt weiß ich immer genau, wie spät ist es. Wer zwei gute Uhren hat, weiß das nie so ganz genau" (Zeitdilatation, Einstein und so).

26.03.2023 11:51 Das Internet-Radio zeigt immer noch eine Stunde früher an (10:51).

7.9.22

Grundnahrungsmittel unter Verschluß

In  jenem Forum, in dem das Gras lauter wächst als anderswo und in dem deshalb besonders viele User das Wachstum des Grases kommentieren hat vor gar nicht so langer Zeit eine ganz besonders wirre Userin geschrieben:

Bei den Sozialverband Deutschland (SoVD) haben bestimmte Bilder aus Supermärkten in Großbritannien Bestürzung ausgelöst. Die Sozialisten haben es geschafft, das die Grundnahrungsmittel knapp, also teuer werden! Als Folge müssen Grundnahrungsmittel, wie Butter und Käse unter Verschluss gehalten werden, denn die Diebstähle nehmen überhand. Die Menschen können sich bestimmte Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten!

Die Kommentatoren des Blogbeitrages haben sehr gelassen auf diese Nachricht reagiert, mich hat sie schockiert. In Großbritannien haben die Sozialisten die Macht übernommen, und das schon vor so langer Zeit, daß ihre Maßnahmen bereits Wirkung zeigen. Und mir hat wieder kein Schwein was gesagt. Tüppisch.

26.7.22

Der mit Abstand verrückteste der bayerischen Könige

König Ludwig I. war ein glyhender Verehrer Griechenlands, der Buchstabe Y galt ihm als der griechischste aller Buchstaben. Die heute ybliche Schreibweise des Landesnamens Bayern mit „y“ geht auf eine Anordnung König Ludwigs I. vom 20. Oktober 1825 zuryck, mit der die urspryngliche Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Die Landeshauptstadt München entging der Umbenennung in Mynchen nur deshalb, weil Ludwig 1848 (aus anderen Grynden; Bierpreiserhöhung, Lola Montez und yberhaupts Revolution) zur Abdankung gezwungen wurde. Manchmal sind Revolutionen halt doch zu was gut.


Ludwig I. war der mit Abstand verrückteste der bayerischen Könige, noch vor seinen beiden Enkeln Ludwig und Otto, denn Ludwig war bei vollem Bewußtsein verrückt. Die Geschichte mit der Umbenennung von Mynchen ist noch das Wenigste. Napoleon hatte Bayern (eigentlich ja Baiern) eine stattliche Anzahl von vormals unabhängigen Ländern und Städten geschenkt und damit zu dem gemacht, was es heute ist.

Und Napoleon machte die Wittelsbacher zu Königen, wozu er nach den alten Feudelregeln nicht das mindeste Recht hatte. Die bayerischen Könige waren Spaß-Könige, vergleichbar den Karnevalsprinzen von heute. Kronprinz Ludwig haßte Napoleon und führte nach dem Tode des Vaters selber den von Napoleon einfach frei erfundenen Titel "König von Baiern" weiter, ohne sich als der Depp zu fühlen, der er zweifellos war. Auch die von Napoleon geschenkten Ländereien behielt er ein.

Irgendwelche andere Leute - um auch das zu erwähnen - ernannte Napoleon zu Adeligen und die Nachkommen dieser Spaß-Adeligen sind heute noch stolz darauf, "richtige" Adelige zu sein. Einer dieser Spaß-Adeligen wurde in einem fremden Land zu einem "richtigen" König gesalbt und als er tot war, entdeckte man auf seiner Brust die Tätowierung "Mort aux rois". Der Nachkomme dieses Aushilfskönigs sitzt heut noch auf dem Thron (nimmt aber seinen Job eher locker).

23.4.22

Baerbock und die Neger

Der Schamane wußte es noch, wir haben es wiederentdeckt: Das Aussprechen eines Wortes bringt Unglück.

21.8.21

Maskenverbot und Maskenzwang

Letztes Jahr im April auf dem Weg zum real,-Markt, es hatte nur wenige Grad über Null. Auf dem Gehsteig steht ein Radlerin, Kapuze hochgezogen und Schal vor dem Gesicht, nur die Augen sind frei.

"Corona, Kälte oder Muslima?" frag ich sie. Es sei die Kälte, meint er [1]. Und im übrigen sei er Katholik, wobei er lacht [2].

2017 hat man noch allenthalben in Österreich und Deutschland darüber diskutiert, ob man nicht den Niquab, also die Vollverschleierung muslimischer Frauen verbieten sollte, denn erstens könne man beim Niquab das Gesicht nicht mehr erkennen und zweitens... überhaupt. Man fürchtete den Untergang des Christlichen Abendlandes, falls man die Gesichtsverschleierung erlauben würde und tatsächlich wurde im Hosenscheißerland Österreich im Herbst 2017 das sogenannte Gesichtsverhüllungsverbot erlassen.

Die Begründung für das Gesichtsverhüllungsverbot war damals, daß man es nicht dulden wollte, daß sich jemand in der Öffentlichkeit mit maskiertem Gesicht zeige. Begründung war nicht - darauf legte man Wert -, daß man das textile Bekenntnis der religiösen Überzeugung verbieten wolle. Nein, gotzwüln, das Verhüllungsverbot richte sich doch nicht gegen Muselmänner und vor allem nicht gegen -frauen.

Und dann ist auf dem Deckblatt der offiziellen Broschüre des Innenministeriums genau die Muslima zu sehen, gegen die sich die neue Verordnung auf gar keinen Fall richtet. Und die Fremdsprachen in der Broschüre sind neben dem unvermeidlichen Englisch noch Türkisch und Arabisch, nicht Kroatisch, Slowenisch oder Ungarisch, die neben Deutsch offizielle Amtssprachen in Österreich sind.

Der kleine Moritz denkt manchmal, in den Ministerien säßen die kompetentesten Juristen des Landes. Pessimisten glauben, daß es genau so ist. Die Leute, die diese Broschüre gestaltet haben und jene, die sie durchgewunken haben, würde ich gnadenlos rausschmeißen oder - so unkündbar - in das hinterletzte, unterirdische Archiv versetzen. Das müssen Idioten sein, so was von dermaßene Idioten, ich trau's mir nicht vorstellen. Andererseits... Wenn [3] diese Spitzenbeamten in den Ministerien wirklich die rechtskundige Elite Österreichs sind, dann müssen demnach die restlichen Rechtskundigen noch viel größere Idioten sein.

Was sich die Wirklichkeit manchmal mit uns erlaubt, traut sich kein Dichter erfinden.

Dann aber, Leute, wurd's noch lustiger, dann kam nämlich Corona. Ab dem 6. April 2020 galt (und gilt?) in Österreich Maskenpflicht beim Einkauf und in den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Seit damals siehst du im Bushäusl und im Bus muslimische Frauen mit dem traditionellen Kopftuch, vor Mund und Nase tragen sie die FFP2-Maske, so daß nur noch die Augen sichtbar sind. Der perfekte Niquab, nur daß er diesmal nicht verboten, sondern vorgeschrieben ist. Eh ich's vergesse: Das Gesichtsverhüllungsverbot vom Herbst 2017 gilt natürlich weiterhin.

Das wäre so schlimm jetzt wieder nicht, "denn ein vollkommener Widerspruch bleibt gleich geheimnisvoll für Kluge wie für Toren". (Goethe "Faust", Hexenküche)

Über den Widerspruch zwischen Maskenzwang und gleichzeitigem Maskenverbot könnte man ja diskutieren, man könnte darüber lachen, blödeln. Aber... man tut es nicht. Man tut, als wär da nix. So wie noch niemals drüber diskutiert wurde, warum es für Soldaten keine gesetzlich festgeschriebene Ausnahme vom allgemeinen Tötungsverbot gibt. Das elementarste Menschenrecht, dessen Verletzung normalerweise strengstens bestraft wird, ist für Soldaten außer Kraft. Seit Generationen wird schweigend darüber hinweggesehen. Und das in den zwei [4] deutschsprachigen Ländern, in denen die Höhe von Gehsteigen und das Kacken von Hunden in Parks penibel genau geregelt ist.

Ach.



[1]   Jetzt, da er spricht kann ich das Geschlecht erkennen.

[2]   Wobei ich mich frage, was es zu lachen gibt, wenn einer Katholik ist. Ich mein, das ist eine ernste Diagnose, Corona ist ein Lercherlschaas dagegen.

[3]   Wenn.

[4]   Drei? Wie steht's damit in der Schweiz?

Nicht Bärlauch sondern Bohrloch

Was Sie schon immer über Sex wissen wollten aber bisher nie zu fragen wagten. Heute "Sexuelle Duldungsstarre" " Die Duldu...