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15.10.23

Adblockers Tücken

Du schreibst was, nicht viel und schon gar nichts Besonderes und speicherst dann das Geschriebene. Womöglich hast du gar nichts geschrieben, sondern lediglich etwas im Netz gesucht. Und plötzlich macht's Plopp und es poppt ein Pop-Up vor dir auf. Man gratuliert dir, daß du mit einer von dir installierten Software bereits 10.000 Anzeigen blockiert hast. Und dann bietet man dir ein noch besseres Adblock-Programm an, mit dem du noch viel mehr Anzeigen als die, die du gerade siehst, blockieren kannst.

Ein guter Werbeblocker müßte sich doch selber blockieren können! Oder versteh ich mal wieder irgendwas von Grund auf nicht?

25.9.23

Explosive Tischdecke

Seit den ganz frühen Jahren stehe ich in dem Ruf, ein Traumichnicht, ein ängstlicher Mensch zu sein. Aber, sagt selbst: Muß in einer Plastiktischdecke für draußen wirklich TNT enthalten sein und dann gleich 10 %. Ich mein, das wäre ja fast so als würde man Nitroglycerin in der Apotheke verkaufen.

11.9.23

Ein neuartiges Konzept für Wasserwerfer

An der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt für die Innere Sicherheit arbeitet man derzeit mit Hochdruck an einem völlig neuartigen Konzept für Wasserwerfer.

8.8.23

Zeit ist Geld (oder irgendwas anderes)

Früher, als Handys noch eine Schweinekohle kosteten und Smartphones nur aus Agentenfilmen bekannt waren, sah ich Leute in der offenen Haustür stehen, das neue Mobiltelephon am Ohr. Lässig lehnten sie am Türstock und sprachen. Was für eitles Gelichter! dachte ich bei mir, stellen sich zum Telefonieren in's Freie, nur damit jeder sieht, daß sie sich ein Handy leisten können.

Jahre später erst - Handys waren inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden und die ersten Smartphones schon im Anflug - klärten mich Eingeweihte dahingehend auf, daß nicht die Eitelkeit die Leute an die Haustür getrieben hat, sondern die mangelhafte Sendeleistung, Netzabdeckung oder wie immer man das nennt. Draußen ist der Empfang besser, war vor 25 Jahren ein oft gehörter Satz. Zurück zur Natur! rief damals Gian-Giacomo Russo in jedes Mikrophon, das man ihm hinhielt und es entstand aus seinem Geiste die Wandervogelbewegung.

Früher, als ich zwar längst nicht mehr jung aber immer noch unglaublich dumm war, dachte ich, Mobiltelephone wären dasselbe wie die Satellitentelephone, von denen ich ebenfalls irgendwie, ungefähr gehört hatte. Die Erzählungen über terrestrische Sendemasten hielt ich seinerzeit für urban legends.

Weil wir grade bei seinerzeit sind: Damals glaubte man noch an die Sinnhaftigkeit von Mobiltelephonen, was uns Heutigen bizarr erscheinen mag. Damals dachte man, jemand, der ein Mobiltelephon besitzt und dies auch überall herumzeigt, müßte ein wichtiger Mensch sein, denn wichtige Menschen - klar - müßten immer erreichbar sein.

Amerikanische Wissenschaftler haben allerdings festgestellt, daß die wirklich wichtigen Menschen gar keine Handys haben, bzw. deren Besitz vor ihrer Umwelt geheimhalten. Wirklich wichtige Leute haben ihre Abwimmler, die ihnen Streß und lästige Anrufer vom Leibe halten, etwa einen Ministerialrat oder Staatssekretär. Viele Leute halten die Abwimmler der wichtigen Leute für die wichtigen Leute selber, denn Abwimmler haben ständig ein Handy am Ohr oder sind anderweitig am Rumwuseln. "Nein, ich kann Sie jetzt nicht mit der Kanzlerin (m/w/d) verbinden, sie ist in einer Konferenz" sagt der Abwimmler, während die Kanzlerin neben ihm steht, dankbar lächelt und entspannt einen Kaffee schlürft.

 

(Quelle: Facebook)

28.7.23

Jagdszenen aus der südlichen Oberpfalz

Mine Wohnung geht ziemlich genau nach Süden raus, die Südwand (die einzige Fensterwand) besteht aus einem breiten Fenster und einer Glastür, die auf den Balkon führt. Vor dem Haus ist eine Wiese mit Sträuchern und Bäumen. Vor der Balkontür hängt ein sogenanntes Fliegennetz, welches mir des abends, wenn ich das elektrische Licht einschalten muß und trotzdem frische Luft hereinlassen will, Mücken und andere Insekten vom Leibe hält. Das Plastiknetz ist inzwischen einige Jahre alt, es wirft Falten und die Lamellen schließen deshalb nicht mehr an allen Stellen dicht ab: Der eine oder andere Muck findet nächtens seinen Weg in meine Wohnung.

Gestochen werde ich zwar selten, aber das Gesirre dicht am Ohr, das aufdringliche Tanzen einen halben Meter von meinen Augen entfernt ist manchmal doch recht lästig. Wenn ich die Insekten im Flug vor mir sehe, klatsche ich die Hände zusammen und zermautschele so die Viecher, die allerdings fast immer fixer reagieren als ich und damit der tödlichen Falle entkommen. Eine andere Methode ist es, den Muck mit den Augen zu verfolgen, während ich mit der Hand nach der Fliegenklatsche fingere. Landet das Untier dann auf dem Schreibtisch oder auf dem Drucker - batsch! Das funktioniert oft, der Nachteil ist jedoch, daß es häufig zu Kollateralschäden kommt. Die auf Schreibtisch und Drucker herumliegenden Dinge hätten dort nicht liegen sollen, lagen dort aber und sind jetzt beschädigt. Warten, bis das Insekt auf der Wand rastet hört sich gut an, hinterläßt im Erfolgsfalle aber häßliche Leichenflecken an der Wand.

Da gibt's doch, kam mir in den Sinn, elektrische Fliegen­klat­schen. Sie sehen aus wie Federball­schlä­ger, sind aber mit einem Metallnetz bespannt, im Griff sind Batterien. Nähert sich dir das lästige Insekt, drückst du auf den Knopf, das Gitternetz steht unter Strom und du brauchst den Schläger nur noch dem Insekt in den Weg zu halten, gegebenenfalls elegant in seine Richtung zu wedeln. Ein winziger bläulicher Funken, ein leise sirrendes Britzeln und wieder ist ein von Gott geschaffenes Leben ausgelöscht.

Seit einigen Tagen bin ich Besitzer eines solchen Mordgerätes, seit einigen Tagen finde ich keinerlei Fluginsekten mehr in meiner Wohnung. Nun, da ich den Elektroschlächter im Haus habe, möchte ich ihn auch ausprobieren, ich will sehen, wie eine vom Blitz getroffene Mücke entseelt zu Boden sinkt, aber die Beute ist in einen unbefristeten Streik getreten.

Schwerwiegender Softwarefehler

 

30.5.23

Smartes SwimPhone

Durch einen dieser völlig sinnlosen Videoclips, die immer wieder vor mir aufpoppen und die sich nicht abstellen lassen - nicht von mir jedenfalls ‑ habe ich erfahren, daß in Indien, irgendwo in Indien, Radschef Vishvash

an einem Stausee ein Selfie von sich habe machen wollen. Dabei sei ihm das Smartphone, angeblich ein ziemlich teures Gerät, in's Wasser gefallen und alsbald versunken. Vishvash sei Beamter gewesen und so habe er amtliche Taucher be­stellt, die aber nichts gefunden hätten. Dann habe er schließlich den Stausee weitgehend leer pumpen lassen, ca. 2 Mil­lionen Liter Was­ser, eine Menge, mit der man die üblichen vielen vielen Fußballfelder hätte bewässern können. Das Smartphone habe er zwar wiedererlangt, es habe aber durch den Aufenthalt im Wasser irreparablen Schaden genommen.

Früher hat man Menschen blöd gemacht und dumm gehalten, indem man ihnen wichtige Fakten vorenthielt. Heute schütten sie dich (und mich, leider) mit völlig irrelevanten Informationen zu, meist unterlegt mit sinnleeren Bildern und Videos.

Ein Bild verblödet mehr als tausend Worte wußte schon der Große Konfusius.

Wäre ich ein Industriedesigner entwürfe ich ein wasserdichtes und überdies schwimmfähiges SmartPhone. Damit müßte sich doch eine Schweinekohle machen lassen.

Du schreibst deiner Liebsten eine Nachricht auf deinem SmartPhone, wirfst das SwimPhone dann von der Steinernen Brücke in Regensburg in die Donau und sie kann das Handy später am Kachlet vor Passau aus der Reuse am Kraftwerk fischen und die Nachricht lesen.

18.1.23

Wie Chemtrails die Welt retten werden

Wir wissen es alle, die Kondensstreifen am Himmel sind der Beleg dafür, daß uns die Reichsten der Reichen vergiften wollen. Angeblich enthalten diese Chemtrails auch einen Wirkstoff zur Verschwulung der Gesellschaft. Ich weiß nicht, ob es so ist, aber wenn es so ist, würde das natürlich das Problem mit der Überbevölkerung lösen. Schwulen sollte das Inverse Mutter- bzw. Vaterkreuz verliehen werden. Ach was "verleihen", man sollte es ihnen schenken!

22.4.22

Gott und der Berliner Flughafen

Dieser Gott - Gott sei seiner armen Seele gnädig - hatte generell kein glückliches Händchen mit seiner Schöpfung. Ganz am Anfang passiert ihm das Malheur mit den abtrünnigen Engeln, die er in die Hölle stürzen muß, damit sie dort als Teufel den Betrieb übernehmen. Dann setzt er die Menschen ins Paradies, aber es haut nicht hin, er muß die Menschen wieder rausschmeißen. In seiner Verwirrung schmeißt er die Tiere gleich mit raus. Als Angestellter fliegst du wegen so was aus der Probezeit, einem allwissenden und allmächtigen Gott sollte so was nicht passieren.

Dann läuft ihm die aus dem Paradies geworfene Menschheit aus dem Ruder, er ertränkt fast alle Menschen und - in seiner Verwirrung - die Tiere gleich mit. Danach geht's genau so bescheiden weiter wie zuvor. Habe ich bereits Sodom und Gomorrha erwähnt?

Ein anderes Wort für GOtt? Pleiten, Pech und Pannen [1]

Ich wöhne arg, daß der Projektleiter für den Berliner Flughafen Gott persönlich war. Das würde einiges erklären.

 


[1]   Okay, das waren jetzt vier Wörter, das war meine Panne.

Gewalt ohne Hektik, beschaulich halt

Der folgende Zeitungssauschnitt stammt vermutlich aus der "taz", irgendwann aus den 80er Jahren.

Seither habe ich von dieser stillen Art des Schaufenstereinschlagens nichts mehr gehört. Es scheint, als wäre in unserer roher und hektischer gewordenen Welt diese beschauliche Anschlagstechnologie völlig in Vergessenheit geraten.

Ein weiterer Artikel zum Thema "Beschauliche Gewalt gegen Sachen" findet sich hier.

Und dann gibt's noch den sogenannten Expansivzement, erhältlich im guten Fachhandel. Das Zeug wurde irgendwann in der DDR für's Militär entwickelt ("Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König - eh schon wissen.) Brücken und andere strategisch bedeutsame Bauwerke sollten damit gesprengt werden. Der Pfiff dabei war, daß die Täter schon längst weit entfernt vom Tatort waren, wenn der Geschädigte den Schaden überhaupt bemerkte.

Expansivzement funktioniert im Prinzip wie normaler Sprengstoff, nur halt viel, viel langsamer. Wenn du merkst, daß irgend etwas mit - sagen wir mal: - Schloß Neuschwanstein nicht stimmt, ist es auch schon zu spät. Zum Verhindern der Sprengung sowieso und zum Fangen der Falotten auch.

Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld

I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...