19.6.22

Der Transenhasser und die Meinungsfreiheit

Von Anbeginn der Zeit treibt sich auf "Fisch und Fleisch" ein Blogger herum, dessen Name hier vornehm verschwiegen werden soll. Dieser Blogger ist zum Beispiel der Meinung, Folter und zwangsweises Ficken sei eine feine Sache.

"wenn der im Gefängnis ausrastet, dann sollten ihn die anderen Häftlinge mal ficken, dass scheint er zu brauchen." Sein Kumpel pflichtet ihm bei "warum soll man für den steuergelder verschwenden?" und unser Held gibt zurück: "genau man sollte mal über die Todesstrafe nachdenken. obwohl das bei solchen Tätern auch human wäre- dann besser foltern wie im Mittelalter. Der sollte spüren was er gemacht hat--als Mensch gilt der nicht mehr."

Ich habe damals in einem Blogbeitrag auf diese Ungeheuerlichkeiten hingewiesen, mit der Folge, daß prompt mein Blogbeitrag gelöscht wurde. Ich habe zwar den Namen des Folter- und Arschfickfreundes nicht genannt, wohl aber drauf vergessen, bei den Screenshots Name und Avatar zu schwärzen. Mit Verzögerung wurden dann auch die Kommentare vom Netz genommen, möglicherweise wurde der Übeltäter auch für eine Weile gesperrt [1]. Das ist inzwischen fast drei Jahre her, der Arschfickfreund bloggt hier munter weiter, obwohl er Wiederholungs- und Triebtäter ist.

"Nachlesen wie die Engländer die Schwarzen sahen und behandelten--da wurde von einer primitiven Rasse gesprochen - von Neger - und das war normal - weil sie ja auch recht hatten." Auch dieser Blogbeitrag wurde vom Netz genommen, der Erzrassist darf dagegen unbehelligt weiter bloggen.

Besonders gerne beleidigt unser Rassist Frauen, zur Not tun's auch Halbfrauen:

"zeigt Euch endlich mit Bildern IHR Transen". Das war vergleichsweise harmlos, es geht aber weiter: "wenn ich eine transe wäre, würde ich Selbstmord machen." Das ist eindeutig beleidigend, diskriminierend und verhetzend. Der Mann testet systematisch aus, wie weit er gehen kann. Er haut Sätze raus, wegen denen er längst aus -zig anderen Foren geflogen wäre.

Damit wir uns richtig verstehen: Es herrscht Meinungsfreiheit, klar, in Österreich, Deutschland und auf "Fisch und Fleisch". Es herrscht Meinungsfreiheit schon alleine deshalb weil Meinungen nicht verschwinden, wenn man das Aussprechen dieser Meinungen verbietet. In der DDR hat man genau das gemacht, man hat das Aussprechen bestimmter Meinungen verboten und sanktioniert - mit der Folge, daß man einen riesigen und teuren Spitzelapparat aufbauen mußte, um herauszufinden, was die oberflächlich angepaßten DDR-Bürger wirklich dachten. Im heutigen Deutschland und Österreich kann jeder seine Meinung in einem sehr weitgesteckten Rahmen sagen und schreiben, ohne daß er Sanktionen erleiden muß. Meinungsfreiheit heißt aber nicht, daß jeder und das überall seine Meinung sagen darf. Es gibt ausreichend Fachpublikationen für Nazis und anderes Gelichter.

Ach ja, ohne ein bisserl Obszönität darf mein Blogbeitrag natürlich nicht zu Ende gehen:

Beim Schwanawirt is's lustig, beim Schwanawirt is Danz,

Da packan die Madln de Buama beim

Schwanawort is's lustig...

Dieses schöne Lidl kannst du nun bis an's Ende der Ewigkeit singen.



[1]   Auf "Fisch und Fleisch" wird - anders als beim Eishockey - nicht mitgeteilt, wer gerade auf der Strafbank sitzen muß.

Autonom in die Knechtschaft fahren

Bei mir gleich um's Eck fährt die Emilia. Die Emilia ist eine Elektrobuslinie, die im Gewerbepark Regensburg im 10-Minutentakt mit maximal 18 km/h einen 1,1 km langen Rundkurs befährt. Es ist - natürlich - vorerst noch ein Pilotprojekt, man will die Schwachstellen herausfinden und gegebenenfalls korrigieren. In diesem Versuchsstadium fährt ein Mitarbeiter des Stadtwerks mit, um bei Pannen oder gar Zwischenfällen einzugreifen.

Generell bleibt der Eindruck, daß die maßgeblichen Leute in Wirtschaft und Politik große Hoffnungen in das Autonome Fahren setzen. Ich glaube eher nicht an die glorreiche Zukunft des Autonomen Fahrens, und das nicht wegen der Technik. Ich traue Technikern generell einiges zu, die finden bestimmt in absehbarer Zeit eine Lösung für die verbliebenen technischen Probleme.

Das Problem wird auch hier der Mensch sein. Aus psychologischen Gründen werden vollständig selbsttätig steuernde Autos höchstwahrscheinlich nicht zugelassen werden, man wird, wie jetzt schon im Probebetrieb in Kalifornien und Nevada, einen menschlichen Fahrzeugführer mit Führerschein für den Notfall vorschreiben.

Damit bist du als (Reserve-)"Fahrer" für jeden Fehler deiner Maschine verantwortlich. Während der Fahrt gemütlich ein Buch lesen ist nicht drin. Stell dir das mal vor: Du hockst da, sollst aufmerksam den Verkehr beobachten, hast aber eigentlich nichts zu tun. Es ist die Situation eines Fahrlehrers, denn letztlich ist er für das Auto und eventuelle Fahrfehler verantwortlich und nicht der Fahrschüler. Das ist Streß pur und in höchstem Maße frustrierend. Wie lange dauert es, bis du die Automatik ausschaltest und nach Alter Mütter Sitte selber lenkst?

Stellen wir uns vor, eines Tages seien tatsächlich sämtliche Autos serienmäßig mit diesen Autopiloten ausgerüstet. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man dann als Kfz-Besitzer den Autopiloten einschalten muß. Die Autohersteller werden dies zu verhindern wissen.

Wieso das denn?

Es gibt Autofahrer, es werden wohl die meisten sein, die ihren Wagen benutzen, um trockenen Fußes von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Dann aber gibt es noch jene, die ihr Auto auch als Sportgerät benützen, denen ist das Fahren an sich wichtig, das Ankommen ist nur ein angenehmer Nebeneffekt. Und genau jene sind es, die den Autopiloten nur sehr gelegentlich einschalten werden. Und es sind wiederum genau diese, von denen die große Gefahr ausgeht. Die nämlich wollen von ihrer Freude am Fahren nicht lassen. Wrrrrummm, rrrroaaarrr!

Man darf sich die Sicherheitslage auf unseren Straßen nicht so vorstellen, als wären sämtliche Autofahrer um nichts mehr besorgt als um ihre eigene Sicherheit und die der anderen.

Wir hatten in den fünfziger Jahren einen VW-Käfer. Als meine Mutter damals auf einer der in Niederbayern ganz, ganz seltenen Geraden mal 100 km/h erreichte, war das für uns Kinder eine Sensation. Ich habe mir seither schon oft gedacht, was für eine feine Sache es wäre, wenn man auf den heutigen Straßen und mit den heutigen Autos so fahren würde, daß 100 km/h eine Sensation sind.

In einer Diskussion im Usenet habe ich mal meine Phantasie vorgestellt: 30 km/h in geschlossenen Ortschaften, 70 km/h auf Landstraßen und 90 km/h auf der Autobahn. Sämtliche Autos sind serienmäßig so gedrosselt, daß sie gar nicht schneller fahren können als 100 km/h. Für den Fall, daß du einen akut Kranken ganz schnell ins Krankenhaus bringen mußt oder für andere akute Notfälle, gibt es einen Notknopf, den kannst du dann drücken. Der Notfall wird per Computer protokolliert und du mußt nachher den Notfall dokumentieren und für deine hohe Geschwindigkeit geradestehen.

Himmel, da war was los! Ich sei ein Befürworter des Überwachungsstaats, ein Kontrollfreak, wurde mir vorgeworfen.

Freie Fahrt für freie Bürger.

Die schöngeflötete Reichskristallnacht

Seit den achtziger Jahren erscheint vielen wohlmeinenden Menschen in Deutschland der Begriff " Reichskristallnacht " als bedenklic...