Eine hier namentlich nicht
genannt sein gedurft habende Userin hat vor einiger Zeit in einem ebenfalls
unzunennenden Blogbeitrag geschrieben: "Kriege, über den Bildschirm, schrecklich faszinierend. Der auf den
Knopf drückt und die Rakaten startet, sitzt irgendwo in einem großen Büro, kann
aber auch am Küchentisch sitzen, drückt auf einem Knopf und irgendwo explodiert
ein ganzes Dorf!"
Seit es die ferngesteuerte
Kriegführung gibt ,
gibt es diese Klage. Ferngesteuerte Kriegführung sei unfair und feige, heißt es.
Unmenschlich sowieso. Man stelle sich nur die englischen Langbogenschützen bei Azincourt vor, Gemeine
Männer zu Fuß allesamt, die mit ihren relativ weitrechenden Pfeilen einen
Großteil des französischen Adels ausgelöscht haben; außerhalb der Reichweite
der Lanzen und Schwerter der französischen Ritter. Der Drohnenpilot ist der
Bogenschütze der heutigen Kriegführung.
Die Drohnenpilotin ist dabei noch
viel feiger als der Bogenschütze. Der Bogenschütze ging immerhin noch das
Risiko ein, daß ein Teil der angreifenden Ritter den Pfeilhagel überstand, durchkam
und dann die ungepanzerten Bogenschützen niedermetzelte. Die Drohnenpilotin
dagegen sitzt sicher und anonym in Ramstein. Niemand außerhalb der Air Base
kennt Name und Anschrift der Warrior Queen am Joystick. Und auch innerhalb des
Camps wissen nur ganz wenige, was sie während der Dienstzeit macht .

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Wer sollte ihr wehtun können oder
auch nur wollen?
Drohnenpiloten sind feige oder
sagen wir besser: risikominimierend. Deswegen - unter anderem deswegen - wird
angestrebt, die Kriegführung mit Hilfe von Kampfdrohnen zu ächten. Mithilfe von
Artillerie eine Stadt zu Klump zu hauen geht in Ordnung, desgleichen die
Bombardierung einer Stadt vom Flugzeug aus. Dergleichen mit Kampfdrohnen zu
erledigen soll dagegen verwerflich sein? Verwerflicher als das Erdrosseln oder
die Tötung durch einen Scharfschützen? Wieviel Heldenmut mag es wohl erfordern,
eine in die Luft ballernde afghanische Hochzeitsgesellschaft zu bombardieren?
Okay, das war jetzt nicht sonderlich sachlich, es war polemisch.
Stell dir vor, du wärst - aus
welchen Gründen immer - bei der Bundeswehr und du erhältst den Auftrag, das Rathaus
im beschaulichen Städtchen Voitsberg in der Steiermark zu zerstören - aus
welchen Gründen immer. Du könntest dir jetzt ein Sprengstoffpackerl um den Leib
winden, als Tourist verkleidet das Rathaus betreten... und WUMM. Der Auftrag
wäre damit zwar erfüllt, aber deine Überlebenschancen wären doch eher gering.
Du leihst dir stattdessen einen Panzer von der Bundeswehr aus und fährst nach
Voitsberg. Von einem Hügel aus kannst du dann bequem das Rathaus zu Klump
schießen. Schon besser. Allerdings riskierst du, daß die Austriaken mißtrauisch
werden, wenn sie einen unangemeldeten deutschen Panzer durch Österreich rumpeln
sehen. Da du auf Zuruf naturgemäß nicht anhältst wird die tapfere ÖVA (Österreichische
Volksbefreiungs-Armee) deinen Panzer grillen, wobei du höchstwahrscheinlich
irreparablen Schaden nimmst.
Besser ist da schon ein
Drüsenjäger, mit dem du schnell mal über das kleine Land hoppst und dann das
Rathaus zermautschelst. Allerdings bleibt auch hier die - wenn auch geringe -
Gefahr, daß dich die österreichische Flugabwehr erwischt und dich samt
Drüsenjäger in die Einzelteile zerlegt. Wieviel netter, geräuschärmer und
risikoloser ist dagegen der Angriff mittels einer Kampfdrohne.