17.2.19

Turandot oder der Kongreß der Weißwäscher

A: Der Witz bei den Negern ist aber, daß sie auch nach der zwanzigsten Umbenennung nicht weiß werden wollen.
B: Der Michael Jackson hatte es fast geschafft...
Der Südafrikaner Hogwarth Karpfenthal hat es ganz geschafft.

Hogwarth Karpfenthal (12 Jahre alt)
Die Familie Karpfenthal - allesamt schwarz wie die Nacht - ist ja seinerzeit von Deutsch-Ostafrika, wo die weiblichen Mitglieder der Familie Bergführer am Kilimanjaro waren, während die Männer im Kral lecker Currywurst erfanden, nach Südafrika ausgewandert. Carpendales Mutter, Turandot Karpfenthal, hatte am Kongreß der Weißwäscher teilgenommen und dort das Blanchieren von Negern gelernt. Sie hat es an ihrem Sohn ausprobiert und - wie man inzwischen weiß (!) - hat es geklappt.

(Howard Carpendale (102 Jahre alt)

13.2.19

Bonjour

Im Alten Frankreich war gutes Schuhwerk eine seltene, aufwendige und damit teure Angelegenheit. Es war eine Sache für den Adel und den Klerus, der Dritte Stand (Bürger) und erst recht der Vierte (Bauern u. dergl.) mußte barfuß laufen oder sich mit provisorischen Lumpenwicklungen für die Füße begnügen. Ja, es war noch nie leicht, Franzose zu sein.
Im Vollrausch und weil die Westfranken ihn beständig "Lui" nannten hat Gott dann die französische Sprache erfunden und die davon Befallenen dazu verdammt, zwei, drei, vier, fünf Buchstaben zu schreiben, wo einer gereicht hätte. Der Fluch werde erst dann von ihnen genommen, wenn sie sich entschlössen, "djö" mit drei Buchstaben zu schreiben.
Die Franzosen - wir wissen es alle - haben es bis heute nicht geschafft, "djö" mit drei Buchstaben zu schreiben.
Wie auch immer: Wenn zwei oder mehr Franzosen einander treffen, wünschen sie sich bis heute Gutes Schuhwerk: "Boah Schuah".

Die Tücken der Schönflöterei

Früher, als die Welt zwar auch nicht mehr gut, aber immerhin besser war, hatten wir vergleichsweise präzise Bezeichnungen für verschiedene Begriffe. Präzis genug jedenfalls für den Hausgebrauch: "Neger", "Zigeuner", "Eskimos" etc. pp.
Dann kam der Ruf nach politisch korrekteren Neubenennungen über den Großen Teich zu uns. Die bringen uns häufig in die semantische Bredouille. Früher hat man "Neger" gesagt und gut war. Heute hast du Afroamerikaner vor dir, Schwarzafrikaner, Afro-Österreicher, Afro-Schweden (Martin Dahlin etwa, der ehemalige schwedische Fußballnationalspieler, eine Art früher Alaba).
Natürlich hast du, wenn plötzlich ein Neger vor dir auftaucht, nicht die leiseste Ahnung, welcher Nationalität er ist. Und dann sollst du eine Aussage vor der Polizei machen...
"Wissns, Herr Inspekta..." - Inspekta gibt's kaan."... Ach, du Hl. Scheiße, jetzt hast du noch das zusätzliche Problem vor dir, wie man einen österreichischen Kriminalhauptkommissar (im Volksmund "Kottan" genannt) korrekt anredet. Wer zu Zeiten von Oberinspektor Marek mit dem Austriakenkrimischauen aufgehört hat, schaut blöd aus der Wäsche. Wer am Ball geblieben ist, weiß, daß es "Major" heißen muß. (Oder habts ihr euch schon wieder einen neuen Schmarrn ausgedacht?)
Zurück zur Aussage: "Wissns, Herr Major, ich seh da diesen Afro-Steirer vor mir..." - "Er hat 1 gültigen Paß von Namibia."
Spätestens hier wird jeder leidlich vernünftige Mensch die Aussage verweigern und sich auf ein verstocktes "Leckts-mich-doch-alle-am-Oasch"-Gefühl zurückziehen.
Zigeuner war früher eine klare Ansage, während du heute rätselst, ob der Typ, der ausschaut wie ein Zigeuner ein Sinto ist oder ein Rom (oder Michel Friedman).

Dabei nützt die Schönflöterei eh nichts, was viel mit der Euphemismus-Tretmühle zu tun hat.
"Die Euphemismus-Tretmühle (engl. euphemism treadmill) ist eine sprachwissenschaftliche Hypothese. Sie besagt, dass jeder Euphemismus irgendwann die negative Konnotation seines Vorgängerausdrucks annehmen wird, solange sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht verändern.
Häufig handelt es sich bei den betroffenen Ausdrücken um gesellschaftlich relevante und konnotativ aufgeladene Begriffe. So werden etwa ethnische Minderheiten wiederholt mit neuen Wörtern benannt, um negative Assoziationen zu vermeiden. (...)
Der Begriff der „Euphemismus-Tretmühle“ wurde von Steven Pinker eingeführt. Er beobachtete den Effekt, dass euphemistische Wortneubildungen alle negativen Assoziationen jener Wörter aufnahmen, die sie ersetzten, also eine Bedeutungsverschlechterung erlebten. Nach Pinker zeige die Euphemismus-Tretmühle, dass nicht Wörter – wie variable euphemistische Bezeichnungen –, sondern Begriffe im Geist des Menschen primär (vorrangig) seien. Deshalb bewirkten diese primären Begriffe die Bedeutungsübertragung auf die sekundären (nachrangigen) Bezeichnungen."
Ich werde es wahrscheinlich nicht mehr erleben, ansonsten würde ich dir eine Wette anbieten: In 15, spätestens 20 Jahren wird "Afro-Deutscher" (wahlweise auch "Afro-Österreicher") auf der Liste der zu vermeidenden Unwörter stehen. In den neunziger Jahren wurde der Begriff "Person mit Migrationshintergrund" geprägt, um als abwertend empfundene Wörter wie "Gastarbeiter", "Ausländer" etc. pp. zu ersetzen. Mit "Ausländer" meint man umgangssprachlich ja nicht Österreicher oder Franzosen, sondern Türken, Araber oder Schwarze, also alle Ausländer, die aus den hochverdächtigen Scheißhausländern kommen. Früher war die hochverdächtige Himmelsrichtung der Süden (das fing schon mit Italien südlich von Rom an), heute ist der Osten dazu gekommen.
Die Nationale Armutskonferenz hat eine Liste sozialer Unwörter erstellt. Darin taucht 2012 auch das Wort "Person mit Migrationshintergrund" auf, in einer Reihe mit "Sozialschmarotzer". Nicht einmal 20 Jahre hat es gedauert, bis aus dem schönen, manierlichen Ersatzwort für Ausländer seinerseits ein Unwort geworden ist. Sic transit gloria verbi.
Die Euphemismus-Tretmühle war wieder mal wirksam geworden.

Tragödie in Ungarn, joi

Neulich in Debreczen, Ungarn:

12.2.19

Vermehrung & B-Ziehung

Ein kleiner Beitrag meinerseits zur Philosophie der Vermehrung:
Die Kunst aller Verführerinnen“, so sagte man mir einmal in einer Internet-Diskussion, „liegt darin, den Mann glauben zu machen, er sei einzigartig.“
Sag nicht, das sei Unfug. Das braucht's vielmehr, das ist der übliche Schmäh, den man in solchen Situationen absondert. Jeder weiß zwar, daß es 1 Schmäh ist, aber wenn man ihn nicht absondert ist es auch nicht recht. Weil?
Weil, wenn es aus ist und er/sie dir zuvor süßen Unfug ins Öhrli geflüstert hat, dann kannst du losschreien und ihr/ihm all die gebrochenen Versprechungen vorwerfen. Das erzeugt dann jenes wunderbar schlechte Gewissen, über das sich der Psychotherapeut so freut, weil es ihm das Ein- und Auskommen sichert.
Wenn er dagegen sagt: „Hömma, Ilse, ich fänd es rasend nett, wenn ich eine Frau hätt. Du wärst nicht die schlechteste, nö. Ich schlag also vor, wir fangen uns was an, schaumermal, ob's hält und wenn ja, wie lange. Mit so einem Spruch machst du bei der Ilse keinen Stich, denn die Ilse denkt an die Zukunft. Weil, wenn's aus ist, kann sie dir - wie gesagt -– nix vorwerfen. So was ist doch nicht seriös, so was.
Die Verhaltensweisen beim Balzen sind so eingeschliffen, da braucht keiner mehr bewußt an irgend etwas denken. Wenn du als Mann der Ilse süßen Unsinn von ewiger Liebe ins Ohr flüstert, dann kommst du viel eher „zum Schuß“ und kannst dich am Morgen danach davonmachen, als wenn du ihr das sagst, was mein Beispielsmann zu ihr sagt. Ilse wird sich für den Öhrliflüsterer entscheiden und verpaßt damit die -  wahrscheinlich - sehr viel dauerhaftere Beziehung zum lebensweisen Mann meines Beispiels.
Es gibt Lebensbereiche (der Beruf etwa), in denen zielstrebiges Wollen zum Erfolg führt. Es gibt andere Lebensbereiche, in denen diese Zielstrebigkeit genau zum Gegenteil führt, beim Einschlafen-Wollen etwa oder der dauerhaften Paarbeziehung. Wer seinen Partner durch physische oder psychische Gewalt an sich bindet, der behält ihn vielleicht, hat ihn aber durch diesen Druck längst verloren. Trauring, aber wahr.
Unendlich viele Probleme in Paarbeziehungen entstehen doch dadurch, daß die Partner einander brauchen oder – schlimmer noch – daß der eine Partner den andern ganz notwendig braucht, der andere ihn aber nicht, oder nicht in diesem Ausmaß. Die Partner bleiben zusammen, weil sie aneinandergekettet sind.
Wenn die beiden Partner einander sagen können: "Es ist wunderbar, daß es dich gibt, es ist noch viel wunderbarer, daß es dich hier gibt, aber im Grunde könnte ich auch ohne dich ganz gut leben, ich habe es immerhin schon vor unserer Partnerschaft viele Jahre lang getan", dann bleiben sie zusammen, weil sie jederzeit auseinandergehen könnten.
Ein Sprichwort sagt: "Wenn du etwas liebst, dann laß es frei. Kommt es zurück, dann gehört es dir, kommt es nicht zurück, hat es dir nie gehört." Bindung durch Nicht-Bindung, ich weiß, das klingt paradox. Ist aber richtig, wie mir scheint.

10.2.19

Alkohol kann Leben retten - schüttet ihn nicht weg

In Vietnam - ich weiß, das ist weit weg, aber unser ehemaliger Vizekanzler Rösler und mein Schwager kommen von da her - haben Ärzte - wer sonst? - einem Mann - wem sonst? - 15 Dosen Bier eingepfiffen und ihm so das Leben gerettet.
In einem Kabarettprogramm hat Michael Mittermeier erzählt, 1988 habe ein etwas verwirrter Mann die Sparkasse in seinem Heimatort Dorfen ([1]) in Oberbayern betreten und die anwesenden Angestellten und Kunden mit einer Pistole bedroht. Er forderte 500.000 DM Lösegeld, ein Fluchtauto und zwei Türken zum Erschießen ([2]). Der Mann wurde immer nervöser und so machte der zweite Sparkassendirektor den Vorschlag, er möge doch ihn und den ersten Sparkassendirektor als Geiseln nehmen, man könne dann zu dritt in das Büro des zweiten... eh schon wissen... gehen und das Büro absperren, dann wäre die Situation sehr viel übersichtlicher.
Man bot dem Geiselnehmer einen Schnaps ab, dann noch einen und noch und noch. Schließlich war die Geiselnahme beendet, der Geiselnehmer wurde auf einer Bahre hinausgetragen, weil er zu besoffen war, noch selber zu gehen. Der erste Sparkassendirektor erlitt dasselbe Schicksal, nur der zweite Sparkassendirektor kam auf eigenem Gebein heraus und meinte: "Zefix, i glaub i brauch iatz a Weißbier." Prost.


[1]   Das ist genauso weit weg wie Vietnam, wenn man sich nämlich grad in Vietnam befindet.
[2]   Ein ausländerfeindlicher Hintergrund konnte nicht ganz ausgeschlossen werden.

Alkerholgrentswerte und anderes Zeuch

Ein Kollegah von wegen Verkehrspsychologe hat mir folgende Graphik aus der Website "mobil und sicher" der Verkehrswacht zugänglich gemacht.
 Die Grafik zeigt sehr schön, daß der ganz überwiegende Schwerpunkt der Trunkenheitsfahrten im Be­reich weit jenseits der heute schon gültigen BAK-Grenzwerte liegt. Das heißt eine Herabsenkung der BKA-Grenzwerte bringt genau gar nichts. Dem normalen Trunken­heits­fah­rer ist es völlig wurscht, ob er mit seinen 2 Promillen 0,9 Promille über dem Grenzwert liegt oder - sagen wir mal - 1,5 Promille.
Wie immer gibt es natürlich 1 Ausweg, gefunden hat ihn ein Verkehrspsychologe (wer sonst?).
Abgesehen davon liegt die Promille-Obergrenze, ab der sich nicht mehr das Ordnungsamt, sondern die Strafjustiz mit mir befaßt, seit 1961 (!, damals war ich noch der Waldbauernbub) bei 0,3 Promille ([1]). Die 0,5 beziehungsweise 1,1 Promillegrenze ist eine großzügige Sonderregelung für hardcore-alkoholgewöhnte Kraftfahrer.
Müßte ich nicht befürchten, daß die Donau Hochwasser führt und Wien darob absöffe, ich würde weinen, daß es nur so eine Art hat.




[1]   Das gilt für Raichsdaitschland, ich nehme an, daß das für die Kolonie Ostmark entsprechend gilt.

Nicht Bärlauch sondern Bohrloch

Was Sie schon immer über Sex wissen wollten aber bisher nie zu fragen wagten. Heute "Sexuelle Duldungsstarre" " Die Duldu...