16.3.23

Die Iden des Merz

Zum wiederholten Male sind die Iden des März ungenutzt verstrichen. Keine Bande von Verschwörern ist, die Dolche in den Togen verborgen, im Bundestag von Berlin erschienen, niemand hat keinen umringt und die Dolche wurden nicht rot vom Blute.

Ach.

14.3.23

1 6istischer Witz

Mir ist fad. Immer wenn mir fad ist neige ich dazu, Witze zu erzählen. Der folgende Witz spielt in München und handelt von einem Manne. Da er auch von einem Fräulein handelt ist er so was von dermaßen sexistisch, das glaubst du nicht. Alle guten Witze, merk ich grad, sind entweder sexistisch oder rassistisch oder österreicher- das heißt ausländerfeindlich.

In einer Münchner S-Bahn sitzt ein schon etwas gereifterer Münchner, ihm gegenüber eine Frau. Die junge Frau trägt einen Minirock, wie ihn selbst die liberalste Scharia-Polizei nicht erlaubt. "Sie Freilein", sagt der Mann, "i glaub, Sie ham heid ihr Unterhoserl vergessen." - "Frau!" korrigiert ihn das Fräulein spitz. - "Oh", meint der Mann, "sooo genau kann i des von hier aus aa wieder net sehn."

Einen Witz von dieser infamen Art will ich hier nie wieder lesen.

12.3.23

Ein alter Mann und viele junge Männer - Eine Bildbetrachtung

 

Ein alter Mann steigt eine Treppe empor, die Treppe scheint relativ steil zu sein, wahrscheinlich steiler als sie in Wirklichkeit ist. Der lange rote Teppich, auf dem er schreitet löst sich im Bildhintergrund in gleißender Helligkeit auf, ähnlich dem mystischen Strahlen  euphorisierenden Glanz einer Nahtoderfahrung. Die Bildkomposition läßt vermuten, daß es sich um das zeremonielle Schreiten eines wahnsinnig wichtigen Mannes handeln könnte, womöglich sogar um den OCFJ [1] der ganzen Inszenierung. Sein Weg nach oben wird links und rechts gesäumt von mindestens 14 jungen Männern in hübschen blauen Kostümen. Uniformen, wie sie häufig von Soldatendarstellern in einer Operette getragen werden. Oder im Märchen. So wie diese jungen Männer habe ich mir als Kind den Standhaften Zinnsoldaten aus Hans Christian Andersens Märchen vorgestellt. Oder so wie hier, aus einem Märchenfilm.

Bei unserem Bild fallen die verkrümmten Körperhaltungen der Jünglinge auf. Die beiden Soldaten vorne etwa haben ihren Kopf in zwanghafter Starre zur Seite gedreht und ihre Körperhaltung ist auf eigentümliche Weise verdreht, so als litten sie an einer schweren neurologischen oder orthopädischen Erkrankung. Oder verzerrt lediglich die Perspektive des Bildes den Eindruck?

Nein, die Perspektive ist es offensichtlich nicht. Die beiden hinter der Schulter des alten Mannes sichtbaren Soldaten stehen mit der ganzen Fläche ihrer Sohlen auf dem Boden und neigen dabei ihren Körper ziemlich weit nach vorne. Wer so was schon mal ausprobiert hat weiß, daß dergleichen enorme Kraft kostet, wenn es ein bisserl länger dauert. Es kommt hinzu, daß diese Haltung den Soldaten wie einen Idioten aussehen läßt.




[1]   OCFJ = Oberster Chef fons Janze.

Inkontinenzwindeln

Wer den Witz in diesem - echten! - Lieferschein findet darf ihn behalten.

21.2.23

Toleranz

Wenn die polytheistischen Römer einen anderen Stamm, ein anderes Volk besiegt hatten, dann nahmen sie die Götter dieser Fremden in die römische Göttersammlung auf, und gut war.

Irgendwann aber machten die Römer den grauenvollen Fehler, den östlichen Mittelmeerraum zu erobern. In Palästina holten sie sich das Judentum in's Imperium und genasen nie wieder davon. Judentum war damals das Schlimmste, was man sich vorstellen konnte, denn das Christentum, geschweige der Islam waren noch nicht erfunden, und die Juden, das muß man ihnen immerhin zugute halten, missionieren nicht, bis heute nicht.

Wenn's nach den Römern gegangen wäre, so hätte man diesen Jehova ins Pantheon gestellt und gut wär's gewesen, denn die Römer hatten eine ausgesprochen hoch entwickelte Form von Religionsfreiheit gehabt. Aber nein, die monotheistischen Juden meinten, sie hätten nur einen Gott und sie, die Römer, könnten sich die anderen Götter ins Haar schmieren.

Aus den Juden erwuchsen dann - es ist so gottsgrauenvoll, daß man es sich kaum vorstellen kann - die Christen. Das Einzige, was die Römer von den Christen verlangten, war der Umstand, daß sie dem ihrigen Gott denselben Respekt erwiesen wie den vielen tausend anderer Götter der vielen anderen hundert Religionen im Römischen Reich. Kein Christ wäre dann den Löwen vorgeworfen worden. Die Römer hatten allerdings insofern ein Riesenmassel, als sie die Geburt des Islam nicht mehr erleben mußten.

Genau

Wenn deine Aufmerksamkeit mal auf einen Umstand gelenkt worden ist - Du wirst diesen Effekt wahrscheinlich kennen - dann taucht dieser vordem von dir völlig ignorierte Umstand plötzlich an jeder Straßenbiegung, in jedem noch so kurzen Gespräch auf. Als meine Frau seinerzeit schwanger war, war mir die Welt mit einem Male voll mit schwangeren Frauen. An einem Hauseck erschien erst ein dicker Bauch und dann erst die zugehörige Frau in der Guten Hoffnung. Genau. Als die Kinderwagenzeit gekommen war, waren die Schwangeren mit einem Male verschwunden und durch Kinderwagen ersetzt.

Vor einigen Jahren nun mußte ich in die Klinik, hilft ja nix. In der Verwaltungszentrale wurden meine Daten von einer Dame im weißen Kittel erfaßt , seit vielen, vielen Jahrzehnten der letzte Modeschrei in Krankenhäusern. Ich hatte nicht viel zu tun und wenn du nicht viel zu tun hast, fallen dir viele Sachen auf. So ist Wissenschaft entstanden, so auch Kultur. Müßiggang ist aller Weisheit Anfang. Genau.

Jeden zweiten Satz eröffnete oder schloß die Aufnahmedame mit dem Wort "genau". Sie fragte mich nach meinem Geburtsort, ich nannte ihn ihr und sie schrieb ihn hin, gefolgt von einem nebenbei hingehauchten "genau". In ihrem Falle diente das Wörtlein "genau" nicht der Bekräftigung der Präzision, daß also ein Umstand nicht irgendwie so sei, sondern vielmehr ganz genau präzise so. Das Wörtlein "genau" war in diesem Falle lediglich ein sinnfreies Füllwort, eine Zwischendurchfloskel, so wie man im Englischen "well" sagt oder im Italienischen "allora" oder "quindi". Sie verwendete das Wort im Laufe des doch eher kurzen Aufnahmegespräches in schwindelerregender Häufigkeit, und dabei war mir wie gesagt "genau" als Füllwort zuvor noch nie aufgefallen.

Ich wurde auf die zuständige Station geschickt, wo mich die Schwester so begrüßte: "Sie san der Herr...?" - "Heinrich." - "Ja, Heinrich, genau." Und das übrige Personal ließ anschließend ebenfalls einen Hagel von "genau" auf mich einprasseln. Das Deprimierende an der Geschichte ist allerdings der Umstand, daß ich nach nicht einmal zwei Tagen ebenfalls das Füllwort "genau" ganz selbstverständlich verwendete. Genau.

Nicht Bärlauch sondern Bohrloch

Was Sie schon immer über Sex wissen wollten aber bisher nie zu fragen wagten. Heute "Sexuelle Duldungsstarre" " Die Duldu...