8.4.22

Die Kulturgeschichte des Gyros

Wie der Uropa vom Sokrates am Peloponnesischen Weißbierkrieg schuld war und warum dieser Krieg als Tragödie (Bocksgesang) endete.

7.4.22

Der Österreicher und die engelländische Sprach

Es soll ja Loitz geben, die Österreicher für rückständige Hinterwäldler halten, die kein Englisch nicht können. Das ist natürlich 1 Schmarrn, mich haben seinerzeit die Österreicher ob ihrer Englischkenntnisse offenen Mundes am Straßenrand stehen lassen. "Magst einen Dschuus?" hat  mich die Wiener Tant einst gefragt, da war ich immerhin schon 16 und hab Shakespeare gelesen und übersetzt. (Die österreichische Aussprache des Englischen ist manchmal ein bisserl... wie soll ich sagen? ...kreativ.) Der Dschuus erwies sich dann als O-Raaschn-Saft. Wieder daheim in Niederbayern, bester ORF-Empfang, weil die Grenze nur 30 km Luftlinie entfernt war, hör ich Werbung. Eine Loschn wird angepriesen. Keine Ahnung, was los ist, der familiäre Krisenstab wird einberufen, aber meine beiden Schwestern haben auch keine Ahnung, von was die Rede ist. Einige Wochen später kommt einer auf die Idee, es müsse sich bei der "Loschn" wohl um eine Lotion handeln.

Der absolute Ernstfall war der Fußball. Wenn ein Spiel auch vom Österreicher übertragen wurde, haben wir natürlich den Österreicher angeschaut, weil der Ingenieur Nußbaumer oder gar der Finger Edi allemal lustiger waren als die Kommentatoren von ARD und ZDF. Gut, beim Fußball konntest du so manche Dinge aus dem erschließen, was du gesehen hast. "Corner" war klar, "penalty" desgleichen, "goal", "goalkeeper", "goalgetter"... Wir ham viel gelacht damals, weil wir uns nicht recht erklären konnten, warum die rot-weiß-roten Narren drentahoi vom Inn so komischen Fremdsprech nuschelten.

Gut, später hab ich dann erfahren, daß ich selber Österreicher bin, aber da war's schon zu spät.

Über die Vergänglichkeit der Vergangenheit

Erst neu, dann Glump, dann Antiquität

6.4.22

Prähistorische Staatssammlung

In München gab's jahrzehntelang die Prähistorische Staatssammlung, nein, nicht an der Prinzregentenstraße, wie ich lange Zeit dachte, sondern in der nahegelegenen Lerchenfeldstraße, direkt am Englischen Garten, unweit von der Eisbachwelle.

Nicht weit weg davon ist - wie ich grad sehe - die Oettingenstraße. Klingelt's? Die Frau von Oettingen war seinerzeit die Frau vom Monaco Franze. Ja, gut, sie hieß Soettingen, was aber so gut wie dasselbe ist. Hier auf "Fisch und Fleisch" sollte man Irgendwie-und-Sowieso- und Eh-Wurscht-Aussagen gewöhnt sein. Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind. (Theodor W. Adorno, Soziologische Schriften I) Andererseits steht aber auch geschrieben: Der große Kunstgriff, kleine Abweichungen von der Wahrheit für die Wahrheit selbst zu halten, worauf die ganze Differentialrechnung gebaut ist, ist auch zugleich der Grund unserer witzigen Gedanken, wo oft das Ganze hinfallen würde, wenn wir die Abweichungen in einer philosophischen Strenge nehmen würden. (Lichtenberg)

Wie auch immer, ich bin da nie hineingegangen in diese Prähistorische Staatssammlung, auch nicht als ich noch in München gelebt habe. Denn, so dachte ich mir, wer sammelt schon prähistorische Staaten? Das Museum wird ein rechter Schmarrn sein.

In den frühen 90er Jahren wurde das Sammeln prähistorischer Staaten aber eh verboten, aus Gründen der politischen Korrektheit wurde die Prähistorische Staatssammlung in München im Jahr 2000 in Archäologische Staatssammlung umbenannt. Archäologische Staatssammlung ist zwar genauso blöd, die Umbenennung zeigt aber doch den Guten Willen. Ohne den Guten Willen hieße im deutschen Sprachgebrauch Bombay immer noch Bombay und jeder wüßte, wo Mumbai liegt.

Walrum und die Frage nach dem Suizid

Das ist genau das, was ich von einem Kind erwarte, daß es sich nämlich auskennt in der Welt. Der normale Durchschnittsdumpfboitl glaubt ja oftmals, er sei schlauer als sein fünfjähriges Kind. Wenn das Kind jedoch beginnt, die berühmten Warum-Fragen zu stellen, kommen nicht nur die dummen, sondern auch die intelligenteren Eltern ins Stottern. Die Rotznasen stellen dir und mir Fragen, über die wir uns seit Olims Zeiten noch nie Gedanken gemacht haben. Es gibt nichts Anregenderes als Kinder im Fragarsch-Alter.

Als mein Sohn, übrigens der mit dem Muttertag, 2 Jahre alt war, geschah dies:

MICHAEL:    Schau, ein Kran!

PAPA: Ja, ein Kran.

MICHAEL:    Kran streicheln.

PAPA: Einen Kran kann man nicht streicheln.

MICHAEL:    Kran scheu.

Hintergrund: Wenn er Tiere streicheln will, heißt es oft, man könne die Tiere nicht streicheln, weil sie so scheu wären.

Bei anderer Gelegenheit - er ist immer noch zwei Jahre alt - passiert folgendes.

Er kommt den Plattenweg im Garten angewackelt und sagt:

MICHAEL:    Machsdu?

PAPA: Ich tu die Pflanzen zwischen den Steinen rauszupfen.

MICHAEL:    Walrum?

PAPA: Damit die Pflanzen nicht die Steine auseinanderdrücken.

MICHAEL:    Walrum?

PAPA: Weil die Pflanzen so eine Kraft haben.

Kurze Pause, geht vielleicht ein paar Schritte weg, kommt dann wieder.

MICHAEL:    Machsdu?

PAPA: Ich tu die Pflanzen zwischen den Steinen rauszupfen.

MICHAEL:    Walrum?

PAPA: Damit die Pflanzen nicht die Steine auseinanderdrücken.

MICHAEL:    Walrum?

PAPA: Weil die Pflanzen so eine Kraft haben.

Kurze Pause, geht vielleicht ein paar Schritte weg, kommt dann wieder.

MICHAEL:    Machsdu?

PAPA: Ich tu die Pflanzen zwischen den Steinen rauszupfen.

MICHAEL:    Walrum?

PAPA: Damit die Pflanzen nicht die Steine auseinanderdrücken.

MICHAEL:    Walrum?

PAPA: Weil die Pflanzen so eine Kraft haben.

(Kurze Pause, geht vielleicht ein paar Schritte weg, kommt dann wieder.)

MICHAEL:    Machsdu?...

So ging das noch eine Weile weiter und wenn er nicht inzwischen seinen Master in Molekularmedizin gemacht hätte, würde er höchstwahrscheinlich immer noch fragen, warum ich die Pflanzen zwischen den Steinen rauszupfe. Obwohl... ich wünsche ihm, daß er das Walrum-Fragen nie verlernen wird.

Weil ein Master in Molekularmedizin auf die Dauer halt doch ein wenig langweilig ist hat er anschließend Medizin studiert (Hausarzt, eh schon wissen) und steht kurz vor Doktorat und Approbation.

Und weil ein Doktor in Medizin auf die Dauer halt doch ein wenig langweilig ist, hat er die Doktorarbeit zu einem Zeitschriftenartikel umgearbeitet und der Fachzeitschrift - der Fachzeitschrift für Naturwissenschaften - "nature" angeboten. Es geht um Suizidgefahr und Sterblichkeit bei Krebspatienten, ein doch eher sprödes Thema für Fachleute. Dachte ich.

Am 28. März ist der Aufsatz vorab im Internet erschienen, tags drauf hat sich die "New York Times" dem Aufsatz gewidmet. Die Selbstmordrate in den USA ist nämlich fast doppelt so hoch wie in Europa, Asien und Australien, was wahrscheinlich daran liege, daß die US-amerikanische Krankenversicherung schlecht bzw. nicht vorhanden ist, der Zugang zu Schußwaffen überdies sehr viel einfacher ist als in anderen Weltgegenden.

Also, Leut, bleibts gsund und fragts öfters mal "Walrum?".

Putins Protzpalast auf der Krim

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Pyjama oder Straßenkleidung

Ohne ordentliche Kleidung hält dich jeder für 1 Grattler

Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld

I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...