Donnerstag, 7. April 2022

Der Österreicher und die engelländische Sprach

Es soll ja Loitz geben, die Österreicher für rückständige Hinterwäldler halten, die kein Englisch nicht können. Das ist natürlich 1 Schmarrn, mich haben seinerzeit die Österreicher ob ihrer Englischkenntnisse offenen Mundes am Straßenrand stehen lassen. "Magst einen Dschuus?" hat  mich die Wiener Tant einst gefragt, da war ich immerhin schon 16 und hab Shakespeare gelesen und übersetzt. (Die österreichische Aussprache des Englischen ist manchmal ein bisserl... wie soll ich sagen? ...kreativ.) Der Dschuus erwies sich dann als O-Raaschn-Saft. Wieder daheim in Niederbayern, bester ORF-Empfang, weil die Grenze nur 30 km Luftlinie entfernt war, hör ich Werbung. Eine Loschn wird angepriesen. Keine Ahnung, was los ist, der familiäre Krisenstab wird einberufen, aber meine beiden Schwestern haben auch keine Ahnung, von was die Rede ist. Einige Wochen später kommt einer auf die Idee, es müsse sich bei der "Loschn" wohl um eine Lotion handeln.

Der absolute Ernstfall war der Fußball. Wenn ein Spiel auch vom Österreicher übertragen wurde, haben wir natürlich den Österreicher angeschaut, weil der Ingenieur Nußbaumer oder gar der Finger Edi allemal lustiger waren als die Kommentatoren von ARD und ZDF. Gut, beim Fußball konntest du so manche Dinge aus dem erschließen, was du gesehen hast. "Corner" war klar, "penalty" desgleichen, "goal", "goalkeeper", "goalgetter"... Wir ham viel gelacht damals, weil wir uns nicht recht erklären konnten, warum die rot-weiß-roten Narren drentahoi vom Inn so komischen Fremdsprech nuschelten.

Gut, später hab ich dann erfahren, daß ich selber Österreicher bin, aber da war's schon zu spät.

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