16.11.19

Unbefugten ist der Zutritt verboten

Wann immer ich das Schild "Unbefugten ist der Zutritt verboten" sehe, denke ich mir "Wieso dürfen da Frauen rein, ich aber nicht?

Fleischhauergrammatik - Geschlächter gerächte Sprache

Ich habe einen Studierendenausweis der Universität Regensburg, ausgestellt von der hiesigen Studentenkanzlei. Die Sprachregelung ist kotzequent inkonsequent.
Seit dem 1. April (!) 2013 gibt es in der deutschen Straßenverkehrsordnung keine Radfahrer oder Radler mehr, sondern nur noch Radfahrende.
Auf "Fisch und Fleisch", dem Flaggschiff des liberalen Fortschritts hat man das Wort "Blogger" gestrichen und schreibt nur noch von "Bloggenden".

Wenn ich irgendwas nicht mag, dann ist es geschlechtergerechte Sprache.

Das Kreuz mit der geschlechtergerechten Sprache, überhaupt mit der politisch korrekten Sprache, ist der Umstand, daß die Sprache sekundär ist gegenüber der Wirklichkeit. Die Sprache ist ein Indikator für die Befindlichkeit einer Gesellschaft, so was wie ein Meßgerät. Wenn das Thermometer in deiner Wohnung 14º C anzeigt und du fröstelst, dann kannst du ein Feuerzeug drunter halten und schwupp hast du mollige 22º C. Frieren wirst du deshalb immer noch.
Wenn die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft dauerhaft stabil jener des Mannes angeglichen ist, dann wird sich auch der Sprachgebrauch ändern, logischerweise. Die Stellung der Frau durch semantische Eiertänze aufzuwerten, das hat viel mit einem magischen Weltbild zu tun: Ändere ich die Bezeichnung, dann ändert sich auch das Ding. Jeder Depp dagegen weiß, daß es sich genau umgekehrt verhält.
Ein litauisches Sprichwort sagt: "Nenne mich einen Backofen, du wirst doch kein Brot in mir backen können."

10.11.19

Vivat virtus et pereat mundus!

2007 war Bayern beim Nichtraucherschutz Vorreiter in der Bundesrepublik gewesen, das Rauchverbot in Gastwirtschaften war total und ausnahmslos. Bei den Landtagswahlen 2008 mußte die CSU dann drastische Verluste hinnehmen, nicht zuletzt wegen des kompromißlosen Rauchverbots. Gott, der brennende Dornbüsche und also Rauch liebt, hatte auf seine CSU als Strafe seine Geißel herabgeschickt, die FDP.
Die neue Landesregierung lockerte die Regelung, nun durfte in Bier-, Wein- und Festzelten wieder geraucht werden, ebenso in Eckkneipen mit einer Fläche von bis zu 75 Quadratmetern. Auch in Nebenräumen von Restaurants und in Diskotheken wurde das Rauchverbot aufgehoben.
Die ÖDP leierte daraufhin ein Volksbegehren an, wobei sie von der SPD und den Grünen unterstützt wurde.
Ich habe damals gegen ÖDP, SPD und Grüne gestimmt. Zwar weiß ich es zu schätzen, daß mir im Speiselokal keiner mehr Rauch über das Schnitzerl bläst, ich schätze es aber auch, daß ich in einem Café zum Kaffee eine Roth-Händle rauchen konnte. Am Eingang zu den Orten des Lasters hingen vor dem Volksentscheid gut sichtbare Schilder, die diese verräucherten Höhlen als Rauchlokale auswiesen. Jeder, der diese (eh ziemlich seltenen) Lokale nicht betreten wollte, konnte hohnlachend an ihnen vorbei gehen.
Nachdem also eine milde und weise bayerische Staatsregierung ein Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet hatte, das generell das Rauchen in Lokalen verbot, dabei aber Ausnahmen zuließ, hat der Theologiestudent Sebastian Frankenberger aus Passau
einen Volksentscheid durchgedrückt, demzufolge es keine Ausnahmen mehr gibt. Dafür wird er - wenn es denn einen Guten und Gerechten Gott gibt - dereinst in der Hölle schmoren. Er wird dort nicht in siedendem Öl gebraten werden, es werden ihm vielmehr eine ganze Ewigkeit lang tabakrauchende Hilfsteufel Zigarettenrauch ins Antlitz blasen.
Wie gesagt, es geht bei der ganzen Debatte nicht um Rauchen oder Nichtrauchen, obs nämlich edler im Gemüt sei, sich eine Fluppe zwischen die Zähne zu schieben oder, sich wappnend gegen eine Flut von Versuchungen, das Rauchen enden. Es geht vielmehr darum, daß eine Horde arroganter, selbstgerechter Grawolzen (1) anderen Leuten vorschreiben will, was diese zu tun und zu lassen haben.
Die Hybris ist eine der Todsünden. Der Gott, der Tabakspflanzen wachsen ließ, wird dem Frankenberger diese Todsünde niemals verzeihen.
Das totale Rauchverbot kostet nämlich Menschenleben.
In etlichen Jahren wird man in einer wissenschaftlichen Studie feststellen, daß die Lebenserwartung der bayerischen Raucher deutlich gesunken ist. Das wird den Wissenschaftlern Rätsel aufgeben, da gleichzeitig der Tabakkonsum insgesamt zurückgegangen sein wird. Ob schließlich einer auf die naheliegende Erklärung kommen wird?
Vier-, fünf-, sechsmal pro Stammtischabend aus dem überheizten Lokal raus vor die Tür, dort jeweils ein, zwei Zigarettenlängen in der Eiseskälte stehen, denn den Mantel läßt du besser im Lokal, sonst machst du dich nur als Zechpreller verdächtig. Und dann zurück in die Wirtschaft mit ihren sommerlichen Temperaturen. Und so kommt es, daß es den Mitterwieser Xare, der nach altem Familienbrauch 75, 80 Jahre alt geworden wäre, schon mit 55 wegen einer fiebrigen Erkältung derlaibelt.
Heute gilt, daß das Betäubungsmittelgesetz gefährlicher ist als die Droge, morgen wird gelten, daß das Rauchverbot verheerender ist als das Rauchen.
Aber gut, so wird immerhin das Rentenproblem durch die Vertilgung des Ahndls gelöst.
Vivat virtus et pereat mundus! - Es lebe die Tugend und möge darob die Welt zuschanden werden!



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(1) Das wesentlich treffendere Wort "Arschlöcher" habe ich, um des lieben Friedens willen, wieder gelöscht. Es soll mir keiner nachsagen können, ich sei ein saugrober Lackl, obwohl ich es natürlich bin.

7.11.19

Oktoberrevolution im November

Am heutigen 7. November 2019 feiern wir den 102. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution [1].
Ein Geburtstagsständchen gefällig? Ein Lied, zwo, drei:





[1]   Gesponsert von Kaiser Wilhelm II. und dem Deutschen Reich.

2.11.19

Was ist der Unterschied zwischen einem Psychologen und einem Psychologen?

Wenn du denkst, du hättest etwas verstanden, dreht dir die Wirklichkeit eine Nase.
An der Uni Regensburg hatten wir in den siebziger Jahren den Professor D., der Methodenlehre und Statistik lehrte. Ein spröder Norddeutscher, der auf Deibel komm raus die Psychologie zur Naturwissenschaft machen wollte. Ferner gab es Prof. V., ein charmanter, funkelnder Wiener, der Humanistische Psychologie und Psychoanalyse lehrte.
In seinen Seminaren haben wir u. a. therapeutische Situationen (Videoaufzeichnungen) analysiert, sowohl was den Klienten als auch die Reaktion des Therapeuten betrifft. Wir haben aber auch selber Rollenspiele gemacht, zum Teil mit Video-Feedback, der Letzte Schrei damals: Schau mal, wie du hier strafend die Augenbrauen hebst, während du vorgeblich etwas Freundliches zu ihm sagst.
So weit, so gut. Zwei sehr gegensätzliche Arten von Psychologie und zwei sehr gegensätzliche Typen von Menschen. Und dann gehst du in die mündlichen Prüfungen bei den beiden.
Zum spröden Prof. D. gehst du zu zweit oder zu dritt und er zieht die Prüfung als Gespräch auf. Er gibt einen groben Rahmen vor und dann läßt er dich und den anderen Prüfling erzählen, bzw. an der Tafel einen Gedanken entwickeln, stellt Fragen und es entwickelt sich ein Gespräch in einer durchaus angenehmen Atmosphäre. Dadurch, daß zwei oder drei Leute zugleich geprüft werden, hast du auch relativ viel Zeit, deine Gedanken zu entwickeln und dein Wissen nach und nach hervorzuholen.
Der Kommunikationspsychologe Prof. V. hingegen hockt dir an seinem Schreibtisch gegenüber und schaut dich grimmig an, weil du ihm wegen dieser Scheißprüfung die Zeit stiehlst. Aus einem Karteikasten zieht er zufällig eine Karte, darauf stehen drei Fragen und die stellt er dir und er will darauf eine klare Antwort. Punkt. Aus.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß wir in einem Seminar bei Prof. V. den Aufsatz "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" von Kleist analysiert haben, einen Aufsatz, in dem sich Kleist über genau diese Art von überfallartiger Prüfungsfrage lustig macht (und V. sich mit ihm, im Seminar).
Manchmal ist die Wirklichkeit so, daß du dir so was nie erfinden traust.

29.10.19

Folter ist eine feine Sache

Leute, die Uhr läuft. Was wird geschehen?
* Wird nix geschehen, weil auf "Fisch und Fleisch" derartige Verbalexzesse ganz normal sind?
* Werden die Kommentare gelöscht, weil die "Fisch und Fleisch"-Moderation ein wahrer Freund ist und den beiden Freunden die andauernde Schande ersparen will?
* Werden die beiden Menschenfreunde gesperrt? Und falls ja, für mehr als drei Tage?
* Wird der Account von H. E. dauerhaft gelöscht, da zumindest er Wiederholungstäter ist? "Nachlesen wie die Engländer die Schwarzen sahen und behandelten--da wurde von einer primitiven Rasse gesprochen - von Neger - und das war normal - weil sie ja auch recht hatten." Das war im inzwischen gelöschten Blog "Herbert: Afrikaner wollen nicht wie wir Europäer denken und arbeiten".
* Oder wird Theodor Rieh gesperrt oder gelöscht, weil er die begangenen Straftaten - Volksverhetzung und Billigung von Straftaten - bekannt gemacht hat? [1]

Auf ein Wort, liebe Frau Jelincic: Wird's dir nicht allmählich selber schwindlig, wenn du dran denkst, welches schweinische Gesindel dein - eigentlich ja wunderschönes - Projekt "Fisch & Fleisch" inzwischen angezogen hat?



[1]   Einen "Nestbeschmutzer" nennt man üblicherweise nicht den, der ins Nest geschissen hat, sondern fast immer den, der auf den Haufen deutet und sagt, hier habe einer hingeschissen.
 
 
NACHTRAG: Gelöscht wurde damals mein hier nochmals eingestellter Blogbeitrag, der Account von H. E. existiert immer noch, H. E. hetzt und geifert weiter.

Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld

I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...