Machen wir uns nichts vor: Der klassische Rosenkranz ist out, der ist was für alte Frauen, die es nicht mehr raffen und raffen wollen und die also die Rosenkranzperlen weiterhin durch ihre Finger gleiten lassen. Der Mensch von heute betet seinen Rosenkranz mit Hilfe eines elektronischen solchen.
Der elektronische Rosenkranz ist eiförmig und paßt bequem in die Handfläche. Du drückst auf den jeweiligen Wochentag und der elektronische Rosenkranz betet mit dir zusammen. Dabei ist er gar nicht mal teuer, die Standardausführung kostet schlappe 29,90 €. Mit der Luxusausfertigung für 34,90 €, bei der auch ein Ohrhörer mitgeliefert wird, kannst du auch in der U-Bahn oder beim Joggen deinen Rosenkranz abbeten. Die absolute Luxusvariante bietet dir für nur 49,00 € zusätzlich das
"Vater Unser", gebetet vom Seligen Papst Johannes Paul II., wahlweise
auf Spanisch oder Italienisch.
Wer hat hier gesagt, daß das ein Scheisendreck wäre, daß ich das alles erfunden hätte?
Wer's nicht glaubt (!), der klicke hier.
Ich aber, wahrlich, ich sage euch: Selig sind die, welche nicht klicken und doch glauben.
Und vielleicht wird eines Tages Douglas Adams' "Elektrischer Mönch" ja doch noch Wirklichkeit: Eine Maschine, die Dinge glaubt, an die man noch nicht mal in Salt Lake City glaubt...
12.6.09
11.6.09
Himmel
Der Franze hat gsagt, er möcht nicht in den Himmel kommen. Wenn er mal tot ist, sagt er, seinetwegen, aber heut nicht.
Cannibal Heart
Der Heilige Sankt Nikolaus,
Lud einst zu einem Festesschmaus.
Es kamen viele Gäste
Vom Nikolaus blieben nur Reste.
Lud einst zu einem Festesschmaus.
Es kamen viele Gäste
Vom Nikolaus blieben nur Reste.
8.6.09
Räuber
Neulich hatte ich mich wieder mal, was ich eher selten mache, vor den Fernseher gesetzt und mal geschaut, was so läuft. Die privaten Sender überspring ich eh, so daß ich relativ bald durch war. Auf 3Sat lief gerade ein Theaterstück. 4 Typen wollten ein Mädchen anwanzen und diskutierten gerade, wer hingehen sollte. Die Schauspieler waren nicht schlecht, also blieb ich dabei. Nach einiger Zeit wurde klar, daß die 4 Typen dieselbe Person sind, halt in viererlei Gestalt. Dergleichen steck ich weg, als wenn's nix wäre.
Nach wiederum einiger Zeit kamen mir einige Textfetzen bekannt vor, nanu, sagte ich mir und sagte schließlich, daß dies wohl Schillers "Räuber" sein müßte. Ein Blick in den Videotext gab mir recht.
Ein weiteres Weilchen schaute ich zu, die Schauspieler waren wirklich gut und ich bin ein geduldiger Mensch, dann schaltete ich um.
Kann es sein, so fragte ich mich, daß nur noch Narren ins Theater geh'n?
Aber, immerhin: Das Stück war angekündigt als "Die Räuber" nach Friedrich Schiller. Dann paßt's ja wieder.
Obwohl, korrekterweise müßte es eigentlich heißen "'Die Räuber' von Nicolas Stemann, nach einem Stück von F. Schiller".
Aber, ist klar, derartige Korrektheit wäre nicht gut fürs Geschäft. Kein Schwein will sich ein Stück von Stemann anschauen.
Nach wiederum einiger Zeit kamen mir einige Textfetzen bekannt vor, nanu, sagte ich mir und sagte schließlich, daß dies wohl Schillers "Räuber" sein müßte. Ein Blick in den Videotext gab mir recht.
Ein weiteres Weilchen schaute ich zu, die Schauspieler waren wirklich gut und ich bin ein geduldiger Mensch, dann schaltete ich um.
Kann es sein, so fragte ich mich, daß nur noch Narren ins Theater geh'n?
Aber, immerhin: Das Stück war angekündigt als "Die Räuber" nach Friedrich Schiller. Dann paßt's ja wieder.
Obwohl, korrekterweise müßte es eigentlich heißen "'Die Räuber' von Nicolas Stemann, nach einem Stück von F. Schiller".
Aber, ist klar, derartige Korrektheit wäre nicht gut fürs Geschäft. Kein Schwein will sich ein Stück von Stemann anschauen.
7.6.09
Fälschung, plumpe
Es ist schon eine Weile her, daß ich im SPIEGEL dieses Bild von einem segnenden Christus gefunden habe. Der Text dazu behauptet, es handele sich um ein Christusmosaik aus dem 4. Jahrhundert, das man in einem Haus in Ostia bei Rom ausgegraben hat.Ich muß gestehen, daß ich das nicht geglaubt habe, ich habe es für einen Scherz gehalten. Das Bild sieht es, als wäre es aus dem 20. Jahrhundert. Ich habe im Internet nachgeschaut, es ist wirklich aus dem 4. Jahrhundert.
6.6.09
4.6.09
Bahnhof
Ganz neu ist das folgende Zitat und seine Verbreitung nicht mehr. Dieter Hildebrandt hat in seinem Buch "Ausgebucht" immerhin bereits 2004 aus dem obigen Brief des Bayerischen Finanzministeriums an das Bundesfinanzministerium zitiert. Aber der Text ist so schön, er verdient es, weiter verbreitet zu werden:
Die Frage, was man unter Bahnhof zu verstehen habe, beschäftigt die Bevölkerung weit über das steuerliche Bewertungsproblem hinaus. hinaus. Es wäre daher empfehlenswert, bei der Definition des Begriffs eine Stellungnahme der Gesellschaft für deutsche Sprache einzuholen.
Nach bayerischem Verständnis gehört zum Kern des Bahnhofsbegriffs jedenfalls eine Schienenanbindung. Traditionell ist auch ein regelmäßiges Anfahren durch schienengebundene Fahrzeuge kennzeichnend. Wobei diese Fahrzeuge mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf der dem Bahnhofsbereich zuzuordnenden Schienenstrecke einen Halt von mindestens der Dauer einlegen, die es den Zielort erreichenden bzw. den Abgangsort verlassenden Personen und Gütern ermöglicht, aus dem bzw. in das Schienenfahrzeug zu wechseln.
Es würde die Arbeit erleichtern, wenn diese Anforderungen in dem verwendeten Bahnhofsbegriff wiedergefunden werden könnten.
Die Frage, was man unter Bahnhof zu verstehen habe, beschäftigt die Bevölkerung weit über das steuerliche Bewertungsproblem hinaus. hinaus. Es wäre daher empfehlenswert, bei der Definition des Begriffs eine Stellungnahme der Gesellschaft für deutsche Sprache einzuholen.
Nach bayerischem Verständnis gehört zum Kern des Bahnhofsbegriffs jedenfalls eine Schienenanbindung. Traditionell ist auch ein regelmäßiges Anfahren durch schienengebundene Fahrzeuge kennzeichnend. Wobei diese Fahrzeuge mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf der dem Bahnhofsbereich zuzuordnenden Schienenstrecke einen Halt von mindestens der Dauer einlegen, die es den Zielort erreichenden bzw. den Abgangsort verlassenden Personen und Gütern ermöglicht, aus dem bzw. in das Schienenfahrzeug zu wechseln.
Es würde die Arbeit erleichtern, wenn diese Anforderungen in dem verwendeten Bahnhofsbegriff wiedergefunden werden könnten.
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