Vorgestern war ich in ein japanisches Sushi-Restaurant
eingeladen gewesen, in dem es, Konfusius sei Dank, auch chinesisches Essen gab.
Obwohl das Lokal nicht mal einen Kilometer von meiner Wohnung entfernt liegt, habe
ich es geschafft, mich zu verlaufen und mußte erst durch aufwendige
Handy-Navigation (Wo bistn du jetz? -
In der Vilsstraße, fast schon an der
Donau, aber da is keine Schergenbreite...) nach An der Schergenbreite gelotst werden.
Wie auch immer, Willy Wimmer [1]...
auf meinem Weg zur Schergenbreite kam ich an einem Maschendrahtzaun vorbei,
an dem ein Plakat hing,
welches das Anbringen von Plakaten an diesem Zaun verbot.
Was im Bürgerlichen Recht anscheinend alltäglicher Brauch ist möchte ich einmal im Richtigen Leben erleben, daß
sich nämlich jemand selber mit dem Ař in's Gesicht springt.
[1]Willy Wimmer war einst Verteidigungspolitischer
Sprecher der CDU im Bundestag, vom Volksmund und von der Tagesschau gerne als Wehrexperte Willy Wimmer bezeichnet.
Es ist erst wenige Tage her, daß ich aus den Augenwinkeln
heraus die Nachricht las, es gebe Bilder, welche die Verhaftung Donald Trumps
und dessen heftige Gegenwehr zeigten. Diese Bilder seien jedoch mittels
Künstlicher Intelligenz gefälscht, bzw. der übermütige Spaß eines
amerikanischen Tschurnalisten [1].
Auf diese sensationelle Nachricht hin kamen die Kulturkritiker und sonstigen
Vielosofen unter ihren jeweiligen Steinen hervorgekrochen und warnten uns vor
den Gefahren der KI. Diese KI sei inzwischen schon so weit entwickelt, daß sie synthetische
Bilder täuschend echt herstellen könnte und uns damit eine Realität vortäuschen
könne, die es so nicht gebe noch je gegeben habe.
Als ich das gelesen habe, habe ich in meiner kindlichen
Einfalt geglaubt, es müsse sich bei den "Bildern" um einen mit der
neuartigen Deepfake-Technik
manipulierten Film handeln, denn um manipulierte Einzelbilder ein Aufhebens zu
machen wäre doch ziemlich skurril. Manipulierte Einzelbilder gibt es schon fast
so lange wie es Photos gibt und selbst "täuschend echte" nachgemachte
Bilder gibt es schon sehr, sehr lange. Anfangs hat man sie mit Schere, Papier
und Leim gemacht, dazu noch den Retuschierpinsel. In den Neunzigern wurden die
Fälschungen dann "gephotoshoppt", also eingescannt und dann digital
im Computer nachbehandelt. Das alles ist nix besonderes, lediglich eine Frage
der Sorgfalt und der aufgewendeten Mühe. Gespenstisch, wirklich gespenstisch
werden dagegen in sehr naher Zukunft gefälschte Filme sein.
Aber schauen wir uns doch mal die Bilder von Trumps
Verhaftung an, die in den letzten Tagen und Wochen in den Medien kursierten und
so viel Aufregung und tiefsinnige Analysen verursachten.
Daß auf diesem Bild der verhaftete Mann hinter den beiden Polizisten geht, die ihn festgenommen haben, ist
so skurril und abseitig, daß ich es hier nur am Rande erwähne. Die beiden Cops scheinen
Brüder zu sein, wahrscheinlich zweieiige Zwillinge; viel Mühe, etwas
vorzutäuschen hat sich die KI nicht gemacht. Interessant ist das Gesicht von
Trump.
Künstlich hergestellte Porträtbilder von dieser und auch wesentlich besserer Qualität gab
es bereits lange vor KI, ich erwähne nur Rembrandt oder meinetwegen Porträts des Großadministrators des Solaren Imperiums Perry
Rhodan.
Wenn ich in diesem Bild von Trumps Verhaftung Trumps Kopf
und Halsansatz vergrößere, dann wird überdeutlich, daß Trumps Kopf auf einen
anderen Körper nur aufgepappt ist, ganz normale und überdies schlecht gemachte Photomontage.
Mit einer derart schlampigen Photomontage hättest du schon
in den fünfziger Jahren niemals die
Gesellenprüfung im Photographenhandwerk bei der Handwerkskammer Niederbayern
bestanden.
[1]Damit's nicht in Vergessenheit gerät: Wer
"Tschurnalist" sagt ist ein Tschurke.
Nix macht so absolut
rattenscharf wie das Elend anderer Leute. Es sind für gewöhnlich vor allem Leute
in einigermaßen bis sehr angenehmen Lebensumständen, die
literarische Trauerspiele und Tragödien oder Theater- oder Filmtragödien (Arthouse) zu schätzen
wissen. Wenn du dagegen auf der Scheißhausseite der Welt, dem weitaus größten
Bereich unseres Planeten lebst, möchtest du wenigstens in der Kunst ein bisserl
lachen.
Es gibt einen
wunderschönen Film zu diesem Thema, Hollywood natürlich: "Sullivans Reisen".
"Der berühmte Hollywood-Komödienregisseur
John L. Sullivan ist seines Genres überdrüssig und möchte neue Wege beschreiten.
In einem sozialkritischen, dem Realismus verpflichteten Film will er das Elend
der Ärmsten der Gesellschaft ungeschminkt auf die Leinwand bringen. Er
kostümiert sich als Landstreicher, um das rauhe Leben ganz unten am eigenen
Leib zu erfahren.
Durch eine Reihe unglückseliger Umstände wird
er zu 6 Jahren Arbeitslager verurteilt. Im Arbeitslager muß er unter einem
brutalen Aufseher Schwerstarbeit verrichten und lernt das Leben von seiner
bittersten und ausweglosesten Seite kennen.
Eines Sonntags dürfen die Gefangenen in der
Kirche einer afroamerikanischen Gemeinde einer Filmvorführung beiwohnen und
erleben den aussichtslosen Kampf Plutos gegen ein besonders klebriges
Fliegenpapier. Schon bald biegen sich die geschundenen Sträflinge vor Lachen,
bis selbst Sullivan davon angesteckt wird. Er realisiert, dass eine Komödie
mehr für die Armen tut als jegliches Betroffenheit heuchelnde didaktische Werk." (Wikipedia)
Ist sie nicht
wunderbar herzerwärmend, so eine Tragödie wie etwa "Tristan und
Isolde"? Tristan verzweifelt, Isolde nicht minder und der Deibel lacht
sich ins Fäustchen. Ich aber verlasse mit meiner Begleiterin gut gelaunt das
Opernhaus auf dem Grünen Hügel, beklage bei Prosecco und Lachsschnittchen die Brüchigkeit menschlicher Existenz und
das Geworfensein des Menschen in eine
kaltes Universum und kann damit rechnen, sie (das heißt meine Begleiterin)
am Ende des Abends zum Beischlaf überredet zu haben. Mehr kann und mehr sollte
man von Kunst nicht erwarten. Nichts macht, wie erwähnt, so absolut
rattenscharf wie das Elend anderer Leute.
In Komödien sollte man
nur mit Personen gehen, die einem eh schon angetraut oder sonstwie verpflichtet
sind. Für einen Aufriß empfehle ich erschötternde Tragik. Schubi du.
Was den
"Tristan" betrifft, so ist die Musik zwar göttlich, die Oper als Oper
aber ist der hinterletzte
Schund.
Früher, als es noch Grüne gab, trugen die besonders grünen
Grünen zu den jeweiligen Jahreszeiten Kröten über die Straßen, damit sie nicht
von den Autos und Lastenfahrrädern überfahren werden. Dabei sind Kröten oder
doch zumindest die krötigsten Kröten unter ihnen richtige Gfraster, die alles ficken,
was ihnen vor die Eichel kommt.
In diesen Zeiten der Fakenews ist es eine Wohltat, von einer
angeblich wahren Geschichte zu lesen.
Die Schwester von
Friedrich Nietzsche - ja, genau die, die Nietzsches Philosophie in Richtung
Blut und Boden und Rassismus gedreht hat - hatte einen Herrn Förster geheiratet
und war mit ihm wie fast alle Deutschnationalen nach Südamerika gegangen. Glücklich
verwitwet und nach Deutschland zurückgekehrt hatte sie ihrem Ehenamen Förster
noch einen Bindestrich-Nietzsche drangehängt, um von der Prominenz ihres
inzwischen verstorbenen Bruders zu profitieren.
Eines Tages war sie
auf einen Empfang geladen, so richtig mit Schmackes, so wie's früher war, wir
kennen das aus Hans-Moser-Filmen. Jeder der geladenen Gäste reicht dem
Oberhofzeremonienmeister am Fuße der Treppe seine Visitenkarte und der
Grüßgustav schmettert "Seine Durchlaucht Graf Robert von Cvrkal und
Gemahlin", "Seine Exzellenz, Botschafter Franz Maeterlingk",
"Medizinalrat Muthesius" etc. pp. Dann eine Visitenkarte
"Frau Elisabeth Förster-Nietzsche". Der Oberhof
erbleicht, droht zu verohnmachten, faßt sich dann aber wieder und ruft, zu
retten, was zu retten war: "Frau Oberförster Nietzsche".
Halt ein, der du
gerade zum Lachen ansetzt: All die durchlauchtigsten Grafen, hochwohlgeborenen Exzellenzen
und Medizinalräte sind - bedenken wir es wohl - doch auch nichts anderes als
Hochstapler. In Österreich gibt es zwar längst keinen Hof mehr, wohl aber noch
Hofräte, und - um den austriakischen Kaschperln die Krone (!) aufzusetzen
gibt's noch Wirkliche Hofräte.
Wenn du nicht aufpaßt,
dann passieren dir im Internet die merkwürdigsten Dinge. Wenn du aufpaßt auch,
so ist es nicht.
Ich war bei amazon unterwegs, um dort nach einem
Original-SS-Ehrendolch zu suchen, passend zu meiner Original-SS-Sturmbannführer-Uniform.
Da hieß es dann auf einmal "Kunden,
die sich für einen Original-SS-Ehrendolch interessierten, interessierten sich
auch für diese Strümpfe".
Nu sachma, bekommste
mit solchen Strümpfen nich auch Lust, in Polen einzumarschieren? Oder läuft nur
meine Phantasie heiß?
P. S.: Die Verknüpfung
zwischen Dolch und Strumpf hat wahrscheinlich ein linksgrünversiffter
Werkstudent oder Praktikant bei amazon veranlaßt.
Typisch linksgrünversiffter Humor halt. Ekelhaft.
_________________________________
Ach. Es gäbe oftmals ganz
wunderhypsche Geschichten, die man erzählen könnte, wenn nur die
Scheiß-Wahrheit nicht wäre.