28.7.19
21.7.19
Warum Gott niemals Professor wird
Das höchste Wesen ist eindeutig der deutsche Professor. Selbst Gott
hätte bei der Bewerbung um eine C-4-Professur keine Chance. Gegen seine
Einstellung sprechen genau 13 gute Gründe:
- Er hatte nur eine größere Publikation.
- Sie war in Hebräisch geschrieben.
- Sie hatte keine Fußnoten.
- Sie erschien in keinem angesehenen wissenschaftlichen Magazin.
- Es steht nicht fest, ob er sie selbst geschrieben hat.
- Er holte sich nicht die Erlaubnis der Ethik-Kommission ein, für die Verwendung von Menschen als Forschungsobjekt.
- Wenn sich Forschungsobjekte falsch entwickelten, entfernte er sie einfach aus der Stichprobe.
- Er schmiß seine beiden ersten Studenten aus dem Seminar.
- Manche sagen, nicht er, sondern sein Sohn habe sein Lehrdeputat erfüllt.
- Er selbst kam nie zum Seminar, sondern empfahl den Studenten, einfach sein Buch zu lesen.
- Als sich seine Forschungsobjekte nicht so wie erwartet entwickelten, vertuschte er den Fehlschlag, indem er das Labor unter Wasser setzte.
- Seine Sprechstunde fand nur selten, und dann auf einem Berg statt.
- Obwohl es nur zehn Prüfungsfragen gab, fielen die meisten
seiner Studenten durch.
Peter Mühlenpfordt
20.7.19
Experimentelle Mathematik
Es ist gerade mal 14 Tage her, daß eine Userin schrieb, daß der allererste Satz, mit dem sie im Lateinunterricht
konfrontiert worden sei, gelautet habe: Marcus
und Claudia sehen eine Schlange im Garten.
Der Google-Übersetzer,
den es damals noch nicht gegeben habe, schlage vor: "Marcus et Claudia video serpens in horto".
Eine andere Userin
vermutete, würde man den so erzeugten lateinischen Satz wiederum von Google
rückübersetzen lassen, käme man auf die Botschaft (auf Deutsch message), dass sich Marcus in den Serpentinen
von Honduras ein Video von Claudia anschaut.
Klingt plausibel.
Kommt mir bekannt vor.
Genau so habe ich nämlich
früher bei Übersetzungen aus dem Lateinischen gearbeitet. Die einzelnen Wörter
konnte ich in aller Regel identifizieren, Schwierigkeiten machten mir jedoch manche
Konjugationen und Deklinationen. Vollends ein Buch mit Sieben Siegeln blieb mir
bis zuletzt (Abiturnote 2!) die übrige lateinische Grammatik. Ich habe also die
erkannten Wörter genommen und habe sie solange hin- und hergeschoben, bis sich
mir ein Sinn erschließen wollte. So schlecht, wie sich das jetzt anhört, war
das gar nicht, siehe meine Abiturnote [1].
Jahre später hat mich
dieses hirnrissige Prinzip eingeholt und höhnisch angegrinst. Gegen Ende meines
Studiums war ich eine zeitlang Heimbetreuer in einem Internat. Dort gab es
einen Schüler, der hatte von seiner Tante, die Lehrerin war, das Buch mit den
Lösungen der Mathematikaufgaben. Der Junge, der die Tiefen Teller definitiv nicht erfunden hat, hat die Zahlen in
der Aufgabe, die er nicht im mindesten verstanden
hatte, so lange mit seinem Taschenrechner kombiniert, bis er auf das richtige
Ergebnis kam.
Ich habe das
seinerzeit sarkastisch "Experimentelle
Mathematik" genannt, inzwischen gibt
es das Fach tatsächlich.
Wie
so oft hat auch hier das Leben die Satire überholt.
[1] Der Franze hat gsagt, es ist immer gut, wenn
man Latein kann. Dann, sagt er, kann man sich alles übersetzen, auch wenn man
es nicht versteht.
Wäschetrocknen aufm Balkong...
...oder Wie bastele ich mir ein Problem
Dem aufgeweckteren
Teil des Publikums [1] wird schon mal
aufgefallen sein: Das Leben ist eine
Matz! Du denkst dir irgend einen Scheisendreck aus und meinst das
satirisch, sarkastisch, was-weiß-ich. Und dann kommt das echte & wahre
& wirkliche Leben, lacht dich aus und übertrumpft dich.
Beim letzten
Telefonat mit meiner Schwester hatten wir über Hausverwaltungen gesprochen, die
es verbieten, Wäsche auf dem Balkon so aufzuhängen, daß man sie sehen kann.
Tags drauf - Alda ischwör! - hatte ich einen Brief meiner
Hausverwaltung im Briefkasten liegen. Man schrieb, es sei festzustellen,
daß in letzter Zeit vermehrt Wäsche, Kleidungsstücke und Teppiche über die
Balkonbrüstung widerrechtlich (!) aufgehängt würden.
Wir verweisen - so
fuhr man fort - daher auf die
Bestimmungen der Hausordnung besonders auf die Punkte 6, Abs. 2 sowie
7: Das Trocknen der Wäsche darf nur auf dem Trockenplatz oder im
Trockenraum erfolgen, keinesfalls auf den Balkonen über Brüstungshöhe (!).
Das Witzige daran
ist, daß man bei unserem Haus die Wäsche von außen auch dann nicht sehen kann,
wenn sie über Brüstungshöhe hängt. Sämtliche
Balkone gehen nach Süden, dort ist eine Wiese und dahinter die Rückseite einiger
Gebäude des Gewerbeparks. Weil es eine Rückseite ist, gehen dort so gut wie nie
Menschen, und die wenigen, die es tun blicken nicht auf, weil sie anderes im Sinn haben. Jetzt, im Sommer
verbergen die blättertragenden Bäume unsere Häuserfront. Es könnte allenfalls
der Hausmeister vor Schreck von seinem Aufsitzrasenmäher [2] fallen, wenn er Wäschestücke
sähe, die höher als die Balkonbrüstung hängen.
Im Kongo müssen die
Menschen Angst vor Ebola haben, das Mittelmeer ist kein freundlicher Aufenthalt
für Neger in Schlauchbooten. Und uns sind trocknende Wäschestücke ein Problem.
14.7.19
11.7.19
Zwillinge glauben nicht an Astrologie
Und siehe, es schrieb
eine Userin bei "Fisch und Fleisch": Die Schlagersängerin Andrea
Berg hat am selben Tag Geburtstag wie ich und wir Wassermänner haben (...) einen starken Bezug zur Spiritualität.
Wir Zwillinge sind da
anders drauf. In den Siebzigern, als es hierzulande spirituelle Menschen (und
vor allem Menschinnen) zum Schweinefüttern gab, unterhielt ich mich mit einer
Hobby-Astrologin über Astrologie. Ich äußerte entschiedene Zweifel an ihrer
Wissenschaft und sie frug mich, welchen Sternzeichens ich sei. „Zwilling,
antwortete ich und sie meinte, dann wundere sie gar nichts mehr, denn Zwillinge
seien bekanntermaßen skeptisch und dem Spirituellen gegenüber wenig
aufgeschlossen.
So kam also alles doch
noch zu einem guten, das heißt in sich logischen Ende.
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