9.1.09

Tragischer Tod eines Milliardärs

Die Nachricht vom Tod Adolf Merckles hat mich erschüttert. Nein, nichts Privates, keine sentimentalen Gefühle, ich wußte bis zu dieser Todesnachricht nicht mal, daß Adolf Merckle gelebt hatte.

Was mich verwundert und bewegt hat, ist das Motiv für seinen Entschluß. Merckle war Milliardär, er hatte ein riesiges Firmenimperium und ein riesiges Privatvermögen. Sein Firmenimperium war in Gefahr, es ist jetzt durch Verträge mit Banken gerettet, Merckle ist nicht bankrott gegangen. Was sich geändert hat ist lediglich der Umstand, daß er nicht mehr in seinem Imperium schalten und walten kann, wie er will. Das Große Wort haben die Banken. Das mag unangenehm sein, das ist unangenehm für einen, der es jahrzehntelang gewohnt war, das Heft in der Hand zu halten.

Aber immerhin: Der Mann war 74 Jahre alt, ein Alter, in dem andere längst in Rente sind, ihre Firma an andere Leute abgegeben haben. Merckle ist nicht plötzlich verarmt, er wäre nicht auf Hartz IV angewiesen gewesen.

Trotzdem macht er seinem Leben ein Ende.

Was muß das, frage ich mich, für ein elendes, armseliges Leben gewesen sein, das jetzt nichts mehr wert scheint, da er es nicht mehr als Milliardär, sondern nur noch als normaler Multimillionär hätte weiterleben können? Wie krank, psychisch krank, muß ein Mensch sein, der in dieser Situation sagt: "Ich mag nicht mehr. Es hat alles keinen Sinn mehr"?

Die Tragik scheint mir nicht im Tod dieses Menschen zu liegen, sondern in seinem Leben.


8.1.09

Angst

Der Franze hat gsagt, wenn er mal Angst hat, verlangt er auch eine Gefahr. Weil sonst, sagt er, wärs ja rausgeschmissen.

6.1.09

Der Stau und seine Beziehung zum Ungewußten


Zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten gehören die Meldungen über Staus auf den Autobahnen zum selbstverständlichen Service jeder Radiostation. Ein bundesweiter Sender wie der Deutschlandfunk meldet zuzeiten lediglich jene Staus, die über 5 oder 10 oder gar 15 oder 20 km lang sind.

20 km Stau - das gibt zu denken. In Deutschland liegen die Autobahnausfahrten relativ dicht beieinander. 10 km Fahrt zwischen zwei Ausfahrten ist schon lang, häufig sind die Abstände deutlich kürzer, vor allem in den Ballungsgebieten, wo auch die Staus wahrscheinlicher sind.

Ich, der ich in inzwischen 40 Führerscheinjahren sehr selten in wirkliche Staus gekommen bin, stehe jedesmal fassungslos vor der Radiomeldung von 20 oder 30 km Stau. Viele dieser im Stau festsitzenden Autos stehen doch unmittelbar vor einer Autobahnausfahrt, die müßten doch bloß nach rechts lenken und könnten dann auf der Landstraße weiterfahren. Unbequem und vielleicht nur langsam weiterfahren, aber eben doch weiterfahren, statt für unbestimmte Zeit hilflos im Stau feststecken zu müssen. Das ist ja das Unangenehme am Autobahnstau: dieses hilflose Ausgeliefertsein an eine Situation, die du nicht mehr beeinflussen kannst. Das kann bald wieder weiter gehen, das kann aber auch noch viele Stunden so dauern.

Warum, frage ich mich seit langem, fahren die Leute nicht raus?

Die Antwort findest hier:


1.1.09

Lippe Lappe - Scheiß ins Kappe

Der V. Scherge kannte ein höchst eigenartiges Spiel, welches hieß "Lippe Lappe - Scheiß ins Kappe" (Lippel-Lappel, kack in die Mütze).

Man brauchte dazu den Lippe, einen drei, vier Zentimeter dicken (runden) und vielleicht 10 cm langen Zweig, der an beiden Enden ziemlich scharf zugespitzt war. Dann gab es noch den Lappe, einen etwa (kinder-)armlangen Stock aus dem gleichen Zweig, der an einem Ende etwas abgeschrägt war. Mit diesem Ende grub man in die Erde eine nicht sonderlich breite, nicht sonderlich tiefe und auch nicht sonderlich lange Rille.

Der eine Spieler, der dran war, legte den Lippe über die Rille und mußte dann diesen mit dem Lappe so weit nach vorne schleudern als nur irgend ging. Die anderen Mitspieler standen dort, nach eigenem Belieben verteilt und mußten den Lippe auffangen, dafür gabs dann Punkte. Einige, wenn man ihn mit beiden Händen auffang, schon mehr, wenn dies nur mit der rechten Hand geschah, für die Linke gabs noch mehr und nochmal mehr, wenn man ihn weggköpfelte. Die Megapunktezahl war fällig, wenn man den Lippe (mit seinen beiden Spitzen!) mit dem Mund auffing. Unglaublich, aber ich weiß, daß es der V. Scherge ein paarmal geschafft hat.

Nur der V. Scherge.

Ob man nun den Lippe erwischt hat oder nicht, im zweiten Schritt mußten dann die anderen Mitspieler diesen Lippe von ganz weiten hinten nach und nach so weit nach vorne bringen, daß der letzte Wurf den Lippe unter den Lappe beförderte, der inzwischen über die Rille gelegt worden war.

30.12.08

Uhrenvergleich

Der Franze hat gsagt, dem Alise seine Uhr ist zwar größer und goldener als seine, aber seine, sagt er, geht schneller.

Zitate

Wer Zitate nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Zitate sich verschafft und in Umlauf bringt, wird mit Unsterblichkeit nicht unter drei Jahren bestraft.

aus der Halskrausordnung von Karl III.

Sauber

Kaum hast du deine Wohnung gekehrt, hast allen Staub auf deiner Schaufel drauf, da genügt ein winziges Hüsterchen, ach was: ein unbedachter Atemzug und der Staub ist wieder weg. Es scheint, als würden wirklich, wie es in der Werbung heißt, nur die allerzartesten Flöckchen zu Staub verarbeitet.

Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld

I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...