31.3.21

Open-Ehr-Festival

Jedes Jahr - also dieses und letztes Jahr nicht - finden im Sommer auf irgendwelchen Wiesen und Nürburgringen sogenannte Open-Ehr-Festivals statt, zur Lobpreisung der Alten Männer.

Habts ihr schon jemals was von einem Omen-Ehr-Festival gehört, die Alten Frauen zu ehren? Und ob man da nicht den Frauenbeauftragten der Staatsregierung informieren sollte...

Zeit - Alter - Zeitalter

Ach, wenn dieser Einstein nicht die Zeit erfunden hätte, wären wir heute alle höchstens halb so alt, wie wir sind.

 

"Zeit ist ein Trick der Natur, damit nicht alles gleichzeitig passiert."

Dieser Spruch wird gemeinhin Albert Einstein zugeschrieben. Verläßlich ist diese Zuschreibung allerdings nicht, denn bei allem, was irgendwie mit Zeit zu tun hat, steht Einstein als Autor in erster Reihe der Verdächtigen, noch vor Georg Christoph Lichtenberg, Oscar Wilde oder Mark Twain.

Worte nachschlagen

Wenn du ein Wort liest oder hörst und nichts mit dem Wort anfangen kannst, dann bist du früher zum Bücherregal rübergeschlurft und hast im Konversationslexikon nachgeschlagen. Heute hast du's noch einfacher. Du tippst das Wort bei Wikipedia oder Google oder wie ein und irgendein schlauer Mensch erklärt dir, was Sache ist. Bei Wikipedia kann's dir allerdings passieren, daß du nach dem Lesen dümmer bist als vorher, weil die Erklärung so kompliziert formuliert ist, daß du... Ach, es ist 1 Jammer.

Schlimm, im Sinne von "so rüchtich schlümm" wird es aber, wenn du ein Ding siehst, du aber keine Ahnung hast, wie man das Dings nennt, in keiner Sprache. Und du kannst niemandem dein Leid klagen, denn dir fehlen ja die Wörter für eine sachkundige Klage.

"Herrgottsnein, wie nennt man  jetzt dieses Dings? Sie wissen schon, das, mit dem die Bergwacht verletzte Skifahrer runterholt? Diese Kreuzung aus Rettungsbahre und Skiern, mit Stangen hinten und vorne und wo der Verletzte dann drinliegt und wo ihn die Bergwachtler irgendwie den Berg runterrutschen lassen? Wenn Sie selbst noch nie dringelegen haben, dann kennen Sies bestimmt vom Fernsehen her. Wenn nicht, ist es aber auch wurscht." (Mublobdob - Eine Geschichte von Leidenschaft und Zufall, Seite 30)

Jetzt schaugst du wirklich alt aus.

30.3.21

Es ist ein Ros entsprungen

Als ich noch der Waldbauernbub war hat man zu Whynachten gerne das Lied vom geflüchteten Pferd gesungen.

Ich mein, das Lied wird immer noch gesungen, schließlich ist es wunderschön. Aber wieso, so fragte ich mich als Bub, erzählt man die Geschichte eines entlaufenen Pferdes und was hat das mit Weihnachten zu tun?

Man kommt dem Rätsel teilweise auf die Spur, wenn man in Rechnung stellt, daß man bei uns in Niederbayern zum Pferd nicht "Ferd" sagt wie in weiten Teilen Deutschlands, sondern "Roß". Und dieses Wort spricht man nicht aus wie der Normal-Piefke, also mit wütend gebelltem kurzem "o" und dem ultraharten SS-Runen-"ß", sondern mit ganz weich hingehauchtem, langen "oo" und baiser-zartem "s" [1].

Was weiterhin rätselhaft bleibt - und das hat mir als Kind viel zu denken gegeben - ist das, was nach dem fliehenden Ferd kommt: "...aus einer Wurzel zart".

Was denn für eine Wurzel?

 


[1]   Baiser spricht man seinerseits nicht wie B-See aus, sondern wie Beiser.

29.3.21

Eberhard - Geschichten von einem Schwein

 Nachdem immer mal wieder, wenn auch eher selten, nach meinen Eberhard-Geschichten gefragt wird, sind sie nun komplett als PDF-Datei erhältlich.

Zwei Kostproberl:

Der Bratenfänger von Hameln

Verwunschen

Bevor einer frägt: Ich habe schon vor Jahren versucht, die Eberhard-Geschichten als e-Book anzubieten, gegen - man traut es sich kaum hinzuschreiben - Geld. Verdient habe ich damit keinen müden Cent, buchstäblich und wortwörtlich.

Hier gibt es jetzt also die Eberhard-Geschichten kotzenlos und für umeinsonst (ummasunst).

Urumtschi

Vor ein paar Tagen: Ich schlafe, irgendwann träume ich auch, wenn auch nicht so richtig, denn ich weiß im Traum, daß ich träume. Und im Traum sage ich plötzlich "Urumtschi". Nanu? Wer oder was ist "Urumtschi"? Ich weiß es nicht, weder im Traum, noch im Wachzustand, in den ich vor Schreck geraten bin. "Urumtschi" hört sich sehr nach irgendwelchen Phantasiewörtern an, die ich manchmal so vor mich hinbrabble und die sich viel zu oft als echt erweisen, Kyritz an der Knatter etwa, Ushuaia oder gar Wurmannsquick. "In der am Meer gelegenen Stadt Urumtschi lebte einst König Bulgur, der eine Tochter hatte, die liebreizende Soja. An einem linden Abend im blütenduftenden Mai stand Soja am Fenster und sah den roten Mond über den Hügeln aufgehen. Seufzend senkte sie ihren Blick und sah unten auf der Straße ein großes, dickes, rosafarbenes Schwein mit schwarzem Hut vorbeigehen. "Oh!", sagte Anna, die dergleichen noch nie gesehen hatte. Das Schwein, überrascht von dem Seufzer, blickte zu der Prinzessin auf. Und 'Oh!', sagte auch das Schwein, das dergleichen noch nie gesehen hatte." So etwa in der Art, man kennt das.

So sehr sich "Urumtschi" nach Quatsch anhört, so sicher war ich mir, es müßte irgendwo auf dieser Welt ein Urumtschi geben. Als der Laptop hochfuhr (ich habe Windows, so was zieht sich also) tippte ich auf Afrika. Ja, "Urumtschi" liegt im Inneren Afrika. Wikipedia aber meinte, Urumtschi liege in China, 300 km vom Eurasischen Pol der Unzugänglichkeit entfernt.

25.3.21

Ihquäl pej

Die wenigsten werden es wissen [1], deswegen erzähl ich es hier: In Norwegen haben Frauen einen gesetzlich verbrieften Anspruch darauf, daß sie für gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten wie Männer. Ja, die Skandinavier, sind uns halt immer - oder doch oft - eine Nasenlänge voraus.

Der norwegische König Frederik, von dem dieses Gesetz stammt, herrschte damals auch über Dänemark, Schweden und - natürlich - Island. Damals, das war 1720. Das ist - versteht sich - eine Ällabäätsch-Information. Denn gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit gibt's längst nicht mehr, auch nicht in Skandinavien. Die Guten Alten Zeiten (GAZ®) sind lang vorbei. Die Guten Alten Zeiten waren, als Islands Fischer zu 30 bis 40 Prozent Fischerinnen waren, das blieb bis in die Hälfte des 19. Jahrhunderts so.

In der Nationenwertung der Equal-Pay-Olympiade liegt heute Norwegen auf Platz 8, nach den Philippinen, Thailand, Nepal, Vietnam, Namibia und Mosambik. Mit Abstand Spitzenreiter ist (Trommelwirbel) Burundi. In Burundi verdienen die Männer drei Viertel so viel wie ihre Frauen. Burundi ist das einzige Land der Welt, in dem das Einkommensverhältnis zwischen den Geschlechtern umgedreht ist. Norwegen liegt deutlich vor Deutschland oder gar Österreich.

Nun seid ihr natürlich schlaue Mäderlen und Buberlen und laßt euch von einem Schabernack-Gaudiburschen wie mir nicht für dumm verkaufen. Deshalb hier die Wahrheit über die Seawomen of Iceland. Gestern, auf der Bahnfahrt nach Weißenburg zu einem Kurs für Trunkenheitsfahrer habe ich mir eine Sendung über Þuríður Reynisdóttir und die anderen isländischen Seefrauen angehört. Den Podcast "Geschichten aus der Geschichte" kann ich im übrigen ganz allgemein wärmstens empfehlen.

 


[1]   Ich hab's auch erst gestern erfahren.

Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld

I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...