Ich mein, die kleinen Mäderl entwickeln den sogenannten
Penisneid, wenn sie bemerken, daß die Jungs viel weiter und höher pinkeln
können als sie selber (Freud hat den Begriff ein bisserl anders definiert,
aber lassen wir das jetzt). Als Acht- oder Zehnjähriger konnte ich an der Wand
im Pissoir höher pinkeln als ich damals selber groß war. Vorbei die Zeiten,
soifz.
16.2.20
Mein Königreich für ein Bier
"Ein Bier, ein
Bier, mein Königreich für ein Bier!" soll König Ludwig II. von
Niederbayern gerufen haben, ehe er während der Schlacht von
Gammelsdorf (das damals noch zu Niederbayern gehörte) von oberbayerischen Hundskrüppeln
ganz fürchterlich ausgelacht wurde.
Sprache
Gott hatte Angst, die Menschen würden zu mächtig und damit
aufsässig, wenn sie sich miteinander verständigen könnten. Also hat sie die
Sprache erfunden, seither weiß keine mehr, was die andere denkt.
Unschärferelationen und Philosophie
Die Heisenbergsche
Unschärferelation kennt heutzutage jeder. Jeder Depp spricht von ihr, wenn
er seiner Argumentation mehr
Glanz verleihen will. Die Allerwenigsten aber wissen, was die
Unterschärferelation letztlich ist und warum sie gilt.
Und: Kaum einer kennt die alkoholische Unschärferelation, umso
weniger je öfter er sie schon erlebt hat. "Ich weiß zwar noch genau, wo ich mich besoffen habe, aber nicht
mehr mit wie viel - oder umgekehrt.
Aber nie beides."
Sollte uns das nicht bescheiden und demütig machen?
Ein weiser Mensch antwortete mir drauf:
"Wenn uns unsere
Verlorenheit in Raum und Zeit noch nicht bescheiden und demütig gemacht hat,
kann uns auch keine Unschärferelation nicht mehr helfen."
Drauf wiederum ich:
"Ah, ich sehe du bist 1 Kenner. Meine
Lieblingsformulierung in puncto Philosophie ist 'Geworfensein in ein kaltes
Universum'. Auch nicht schlecht, oder?"
Ich mein, wenn wir uns in aller Schärfe klarmachen, daß wir
auf einer Feuerkugel mit rasender Geschwindigkeit durch das Nichts jagen, daß uns
vom Höllenfeuer nur eine dünne Erdrinde trennt und von der unendlichen Leere des
Weltalls lediglich wenige Kilometer Luft, dann können wir sowieso mit aller
Philosophie aufhö...
Vom Anbruch der Letzten Tage
"Wenn dereinst
eine FDJ-Propagandasekretärin Bundeskanzlerin wird und der Steinewerfer von der
Startbahn West Außenminister, dann, wisset, brechen die letzten Tage an."
(Michel de Notre Dame, von dem ein weiser Mann sagte: "Nostra damus cum falsa damus, nam fallere
nostrum est, Sed cum falsa damus, nil nisi nostra damus." - Wir geben
das unsrige, indem wir Lügen geben; Denn uns ist eigen zu täuschen. Aber wenn
wir Falsches geben, geben wir nichts anderes als unser Eigenes.)
Dies habt zum Zeichen.
Von den Segnungen der Abschweifung
Als ich noch im Usenet unterwegs war, geschah es zuweilen,
daß einer zornschnaubend anmahnte, die Diskussion sei inzwischen off-topic geworden,
man solle sie nicht fortführen, bzw. nicht hier.
Nun weiß natürlich jeder Narr (oder sollte es doch wissen),
daß anregende Gespräche zu zweit oder mehreren dazu neigen, auszufransen. Man
diskutiert über Kommunikationspsychologie und - eh man sich's versieht -
schwatzt man über Gott und die Welt, meinetwegen auch über's Tanztheater.
Man ist off-topic geworden, grauenvoller Gedanke.
Nun weiß natürlich auch jeder Narr (oder sollte es doch
wissen), daß Gespräche zu zweit oder zu mehreren nach reichlichen und satten
Abschweifungen (fast) immer zum Ursprungsthema zurückführen.
Der in seine Denkschubladen verliebte Zwangsneurotiker sagt
jetzt wahrscheinlich, ha, da siehste ma, da hättste dir die Abschweifungen auch
ersparen können, du landest ja doch wieder beim eigentlichen Thema und hast
inzwischen waaaahnsinnig viel Zeit verloren. Nieder mit off-topic!
Der weltweise Mensch sagt dir dahinwogegen: Ja, du hast viel
Zeit verloren, andererseits aber sehr viel neue Gedanken über Gott, Welt und
Tanztheater gewonnen.
So wie der kleine Tiger und der kleine Bär zwar nie nach
Panama gekommen sind, auf dem Weg dorthin aber eine schöne Zeit hatten.
Rassismus als Interpretationsmöglichkeit
ER: Ich sehe (...)
Rassismus eher als eine Interpretationsmöglichkeit...
ICH: Rassismus ist keine Interpretationsmöglichkeit (mein
Gott, was für ein Wort in diesem Zusammenhang!), sondern der Wunsch, andere
Leute für sich arbeiten zu lassen. Die Leute seinerzeit haben nicht
irgendwelche Neger nach Amerika verschifft, weil sie Rassisten waren, sondern
sie wurden Rassisten, weil sie irgendwelche Neger nach Amerika verschiffen wollten, bzw. mußten, um sich an ihrer unentgeltlichen Arbeitsleistung zu
bereichern. Dafür brauchten sie eine ideologische Begründung, wie immer
nachträglich. Natürlich.
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