13.6.24

Die aus Holz gezimmerte Weltraumrakete

Letzten Sonntag habe ich versucht, Leuten, die mit einer aus Holz gefer­tig­ten Rakete in's Weltall starten wollen, ihr Vorhaben - weil unrealistisch und höchst gefährlich auszureden. Und falls sie es doch tun wollten, gab ich ihnen Gute Ratschläge, was sie dabei in jedem Falle be­achten müßten. Hört sich irgendwie sozial­de­mo­kratisch an, ich weiß aber auch nicht genau. Jedenfalls, als ich gerade dabei war, ihnen die Sache zu erklären, bin ich aufgewacht. Ich hatte meine Argumentationslinie noch nicht fertig gestaltet, da gab es noch dran zu feilen. Und ich feilte, wach wie ich inzwischen war. Es hat eine Minute, vielleicht länger gedauert, bis ich endlich gemerkt hatte, daß es meine Gesprächspartner gar nicht gab, nie gegeben hatte, mein weiteres Mühen also sinnlos war. Mir balst nicht gangst, bleibts mir bloß weg mit den Träumen. Das einzige Gute an Träumen ist noch, daß man die meisten Träume verschläft.

Die Neutralität der Schweiz

Als ich noch der Waldbauernbub war hat mir das Fräulein Treml in der Schul in Gern gesagt, die Schweiz sei ein neutraler Staat und sei dies bereits seit vielen hundert Jahren. Das sei der Grund, weshalb bereits seit vielen hundert Jahren die Schweiz in keinen Krieg mehr verwickelt gewesen sei, wodurch die jungen Schweizer sich als Landsknechte und Schweizer Gardisten hätten verdingen müssen, um ihre natürlichen, gesunden Mordinstinkte auszuleben.

Mein kindlicher Blick auf die Welt ließ in mir die Frage aufsteigen, warum das nicht alle Länder so machten. Sie erklären sich für neutral und wenn dann der Böse Feind® [1] kommt, zeigen sie ihr Neutralitätszertifikat vor und der Böse Feldherr muß mit seinem Feldheer fluchend wieder abziehen und ein anderes Land überfallen. Aber, klar, da nunmehr alle Länder dem Erfolgsmodell der Schweizer folgen, gibt's bald keine Bösen Feinde mehr.

Kann mich vielleicht jemand für den Friedensnobelpreis vorschlagen?



[1]   Der Feind ist immer böse, das habe ich später dann auch gelernt.

9.6.24

Jeder mag Donald, den unverschämten Kerl

Heute feiert Donald Duck, der unverschämte Kerl aus Entenhausen, den jeder mag, seinen 90. Geburtstag. Natürlich mag jeder Donald Duck, denn jeder ist froh, daß es Donald Duck nur im Zeichentrickfilm oder im Comic-Heft gibt. In der eigenen Nachbarschaft möchte dagegen niemand Donald oder gar Dagobert haben. Oder glaubt jemand ernsthaft, daß auch nur ein einziger Mensch seinen Namensvetter Donald Trump lieben und herzlich über ihn lachen würde, wenn es Donald Trump in Wirklichkeit gäbe?

5.6.24

Der Haß auf erneuerbare Energien

 

Wer immer sich für die ÖDP den Spruch "Die Sonne schickt keine Rechnung" ausgedacht hat, hat womöglich gar nicht gemerkt, daß dieser Satz ganz präzise die schäumende Wut unserer Marktwirtschaftler auf erneuerbare Energien sowohl beschreibt als auch erklärt. Sonnen- oder Windenergie, Wasserkraft und Wärmepumpen haben nämlich einen elementaren Fehler, der sich nicht korrigieren läßt, aus Prinzip nicht und nicht in unserem Wirtschaftssystem:

Der Treibstoff kostet nichts!

Windkraftanlagen müssen gebaut werden, klar. Solaranlagen müssen gewartet und immer wieder ersetzt werden, weil auch sie kaputtgehen, das schon. Aber die Treibstoffe für diese Energiegewinnung, die Sonne, der Wind und die Temperaturunterschiede sind einfach vorhanden, sie kosten nix. Was aber nichts kostet, das kann ich nicht verkaufen und was ich nicht verkaufen kann, damit kann ich auch kein Geld verdienen. Jetzt verstehst du auch die FDP und ihre Idee mit den E-Fuels. Und der rätselhafte, inzwischen zu purem Wahnsinn angeheizte Haß auf Wärmepumpen wird ebenfalls verständlich.

3.6.24

Wien - Ein Nachruf

"Ich wollte heute", schrieb gestern ein Besorgter Würger, "die Online-Infos der Stadt Wien abrufen, aber es gibt keine: die Stadt Wien ist online 'derzeit nicht erreichbar'. Und das schon seit Stunden."

Sehen wir der Wahrheit in's Antlitz: Die Website www.wien.at ist nicht erreichbar, weil die Stadt Wien verschwunden ist. Mir vorliegenden Berichten eines Reitenden Boten zufolge hat sich am Sonntag Nachmittag die Erde aufgetan und Wien ist mitsamt den Wienern und der Donau in jenem riesigen Loch verschwunden, das die Alten Schriften seit Jahrtausenden prophezeien [1]. Die Donau oberhalb des ehemaligen Wien ist bereits bis Linz trockengelaufen. Hier ein aktuelles Photo der Donau aus der Wachau:

Von Budapest aus ist eine Hilfsflotte ins Katastrophengebiet unterwegs, aber ab Esztergom muß man die Hilfsgüter mangels Donau auf Kamele umladen.

In Innsbruck bereitet man sich zur Stunde darauf vor, die neue Hauptstadt Österreichs zu werden.

P. S.: Ein halt- und zügelloser Bußprediger schrieb mir noch gestern abend: "Wien ist untergegangen, wie schon zuvor Konstantinopel untergegangen ist und als islamisiertes Istanbul wiederauferstanden ist." Was natürlich 1 Schmarrn ist: Konstantinopel ist nie untergegangen, es sind nur andere Leute in die Häuser gezogen.

 


[1]   Die Geschichte vom drohenden Weltuntergang ist seit tausenden von Jahren ein running gag in Kabarettkellern und Kirchen.

2.6.24

Fake-Trump

 

Dieses Photo macht zur Zeit seinen Weg durch die Weltpresse. "Former President Donald Trump is seen outside Manhattan Criminal Court after his conviction on May 30, 2024" betitelt es die Website von CNN. Das Bild stammt von einem gewissen Steven Hirsch.

Ich kann mir nicht helfen, das sogenannte Photo sieht so was von dermaßen nach KI aus, das glaubst du nicht. Der sogenannte Trump sieht aus wie seine eigene Puppe in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett, der geht nicht, der steht einfach nur da, Trauer und Zerknirschung im wächsernen Antlitz. Und im übrigen würde sich der echte Trump nie ‑ mals in dieser Armsünderpose in der Öffentlichkeit zeigen.

Eiweis

Er könnte natürlich auch Naseweis heißen.

Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld

I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...