7.9.22

Raufankeera

Als ich noch der Waldbauernbub war, hat man öfter mal auch in meiner Gegenwart vom Raufankeera gesprochen, davon daß er neulich dagewesen sei oder dieser Tage kommen werde und - wenn man Glück habe - Glück bringen werde.

Was hab ich nicht gegrübelt, darüber, was denn ein Raufankeera sei. Der Wortbestandteil "-keera" war klar, das kam offensichtlich daher, daß er kehrt. Was aber - um Himmels Christi Willen! - mochte ein Raufan sein? Selbst Google, das es damals noch gar nicht gab, ließ mich im Stich, bis heute.

 

Mal ganz was anderes: Als Student saß ich mal im Café vor meinem Kaffee und fragte die Bedienung "Ham Sie einen Schlotfeger?" Der Heger Rudi, der bei mir am Tisch saß erstarrte in peinlichem Schrecken. "So was ist übergriffig, in fünfzig Jahren wird man dich deswegen bitter schelten. Man frägt eine junge Frau nicht, ob sie einen Schlotfeger habe!"

Und richtig bekam ich an diesem Tag auch keinen Schlotfeger.

Tratsch im Treppenhaus

In dem zurecht weitgehend unbekannten Internet-Blog "Fisch und Fleisch" fand ich folgende sensationelle Meldung: "Gürtelrose soll vermehrt auftreten. Es wird ein Zusammenhang mit Coronaimpfungen vermutet."

In Standarddeutsch übersetzt heißt das soviel wie "Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was los ist, schreibe aber mal irgendwas hin.". Diese Art von Treppenhausrhetorik ist weit  verbreitet, und das bereits seit vielen, vielen Jahrhunderten, lange vor dem Internet.

"Ham's scho ghört, Frau Nachbarin, dem Erwin seine Tochter soll ja jetzt mit einem (blickt um sich, ob auch keiner zuhört) Schwarzen [1] gehen. Es wird vermutet, daß er mit Drogen handelt."

A soll b gemacht haben heißt, ich werfe A etwas vor, habe aber keinen Beweis (oder auch nur Beleg) dafür und jeder weiß, daß es sowieso keinen Beleg gibt. Aber meine Behauptung bleibt im Hirn des Lesers hängen und wenn die Behauptung ausreichend oft [2] wiederholt wird, adelt sie sich schließlich im Hirn des Hörers zur Wahrheit empor.

Nicht, daß ich die "Kronenzeitung" täglich läse - es gibt Grenzen des Wahnsinns und gottlob schützen mich einige hundert Kilometer Donau vor den verhängnisvollen Sirenengesängen der Wiener Boulevardpresse. Gelegentlich aber werde ich von jemandem drauf aufmerksam gemacht, was in der "Kronenzeitung" gestanden hat und jedesmal - wirk-lich je-des-mal - greife ich in den schandbarsten Schlamm. Die Coronazeitung ist schlimmer als die BILD-Zeitung, und das heißt was.

In einem verlinkten Artikel aus dem Schmierblatte las ich: "Denn genau jener junge Mann (für ihn gilt die Unschuldsvermutung), der mit Van der Bellen und dem grünen Landesrat Anschober vor den Kameras stand, wird nun ein Fall für den Verfassungsschutz. Auf seiner Facebook-Seite soll sich der Flüchtling mutmasslich als Fan der libanesischen Terrororganisation Hisbollah gezeigt haben. Auch dem Iran-Regime sei er nicht abgeneigt."

Der Bundespräsident und Herr Anschober - wer immer Herr Anschober ist - standen mit einem Flüchtling vor den Kameras (aus welchem Anlaß immer). Jetzt - also geraume Zeit nach dem Phototermin - wird der junge Mann zu einem Fall für den Verfassungsschutz. Öha, das hört sich böse an. Der Flüchtling soll sich auf seiner Facebook-Seite - also öffentlich - als Sympathisant der Hisbollah gezeigt haben, also genau genommen: mutmaßlicherweise. Auch dem Regime des Iran sei er nicht abgeneigt. Also: Nix Gnaus weiß man nicht und selbst wenn's so wär, wär's harmlos, da im Rahmen der Meinungsfreiheit.

Als weiteres konkretes Beispiel für Tratschgeschichte und Treppenhausrhetorik nehme ich einen Bericht, der inzwischen jegliche tagesaktuelle Brisanz verloren hat.

Ein gewisser Gaius Sallustius Crispus hat vor mehr als 2000 Jahren von einer Verschwörung berichtet. "Meines Wissens glaubten manche Leute, daß die Jugend, die in Catilinas Haus verkehrte, sich in entehrender Weise schamlos benommen habe; das wußte zwar niemand zuverlässig, doch aus verschiedenen Gründen hielt sich dieses Gerücht."

Das ist Berichterstattung nach Art der Kronenzeitung: Er ist sich nicht sicher (1. Stufe des Gerüchts), ob manche Leute glauben (2. Stufe des Gerüchts), daß die Jugend ... sich ... schamlos benommen habe (3. Stufe des Gerüchts). Dann betont er noch mal, daß das alles wilde Gerüchte seien und zieht schließlich die Trumpfkarte: "Doch aus verschiedenen Gründen hielt sich dieses Gerücht." Ich weiß gar nichts, nicht mal ansatzweise, aber ich erzähl's euch halt mal.

Sallust gilt unter Altphilologen immer noch als lateinischer Klassiker und zitierenswerter Geschichtsschreiber. Es gilt das Grundsatz der Literaturgeschichtsschreibung: Je länger ein Schriftsteller bereits tot ist, desto nachsichtiger sind wir in seiner Beurteilung. "Mir ist es immer vorgekommen, als wenn man den Wert der Neuern gegen die Alten auf einer sehr falschen Waage wäge und den letztern Vorzüge einräumte, die sie nicht verdienen. Die Alten schrieben zu einer Zeit, da die große Kunst, schlecht zu schreiben, noch nicht erfunden war, und bloß schreiben hieß gut schreiben." (Georg Christoph Lichtenberg)

 

Und was die Macht des Gerüchtes betrifft, so sei an die Nachricht erinnert, es werde in Kürze auf dem Campus der Northeastern University in Boston eine Hochzeit unter freiem Himmel stattfinden.

Aber gut, es kann natürlich auch sein, daß der von mir zitierte Bericht selber ein Gerücht ist, dem Schema folgend "Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt...". Oder Levin hat vielleicht nur 9 Studenten befragt, wovon einer (also knapp 12 %) behauptet hat, er wäre bei der Hochzeit gewesen. Der Schelmereien sind viele denkbar, ich jedenfalls habe die Nachricht guten Glaubens weitergegeben.



[1]   "Schwarzer" war damals in den Sechzigern die verächtliche Bezeichnung für einen Neger. Das neutral beschreibende Wort für einen sehr dunkelhäutigen Menschen afrikanischer Herkunft war "Neger".  

[2]   "Ausreichend oft" ist auch so eine aus sich selbst heraus bekräftigende Aussage, die letztlich gar nichts aussagt.

Grundnahrungsmittel unter Verschluß

In  jenem Forum, in dem das Gras lauter wächst als anderswo und in dem deshalb besonders viele User das Wachstum des Grases kommentieren hat vor gar nicht so langer Zeit eine ganz besonders wirre Userin geschrieben:

Bei den Sozialverband Deutschland (SoVD) haben bestimmte Bilder aus Supermärkten in Großbritannien Bestürzung ausgelöst. Die Sozialisten haben es geschafft, das die Grundnahrungsmittel knapp, also teuer werden! Als Folge müssen Grundnahrungsmittel, wie Butter und Käse unter Verschluss gehalten werden, denn die Diebstähle nehmen überhand. Die Menschen können sich bestimmte Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten!

Die Kommentatoren des Blogbeitrages haben sehr gelassen auf diese Nachricht reagiert, mich hat sie schockiert. In Großbritannien haben die Sozialisten die Macht übernommen, und das schon vor so langer Zeit, daß ihre Maßnahmen bereits Wirkung zeigen. Und mir hat wieder kein Schwein was gesagt. Tüppisch.

3.9.22

Kurz gesagt: Italien

Wenn du dich ein bisserl oder sogar ein bisserl mehr für Italien interessierst, dann empfehle ich dir einen neuen Podcast.

"Kurz gesagt: Italien" ist der Podcast, der Italien erklärt. Wort für Wort. Episode für Episode nimmt Sebastian Heinrich ein unübersetzbares italienisches Wort unter die Lupe – und erklärt so jedes Mal ein Stück Italien. Es geht um unübersetzbare Wörter, für die es keine einfache Entsprechung im Deutschen gibt. Zum Beispiel autogrill, tangentopoli, cinepanettone. Hinter jedem dieser Wörter steckt eine Geschichte, die dabei hilft, Italien besser zu verstehen. "Kurz gesagt: Italien" erzählt diese Geschichten. Viele Menschen im deutschsprachigen Raum interessieren sich für Italien. Doch der Blick vieler Menschen auf Italien ist von Klischees geprägt: vom negativen Klischee des angeblich chaotischen Lands, das nichts auf die Reihe kriegt – oder vom positiven, romantisch verklärten Klischee von amore und dolce vita. Vielleicht sogar von beiden gleichzeitig. Diese Klischees reichen aber nicht, um Italien zu begreifen. "Kurz gesagt: Italien" soll dabei helfen, Italien besser zu verstehen. Dieser Podcast soll das Italienbild der Menschen, die zuhören, bunter machen. Er bricht Klischees auf, ergänzt manche – und widerlegt andere. Host von "Kurz gesagt: Italien" ist Sebastian Heinrich. Er ist politischer Journalist, hat einen wichtigen Teil seines Lebens in Italien verbracht. Er lebt, seit er zwölf Jahre alt ist, ein zweisprachiges, deutsch-italienisches Leben. Sebastian kennt sich in Italien, diesem wundervollen und komplizierten Land, ziemlich gut aus – und hält sich Tag für Tag auf dem Laufenden darüber, was dort gerade passiert. Wer diesen Podcast unterstützen will, kann das auf Steady tun unter: steadyhq.com/kurzgesagtitalien. Sebastian Heinrich ist auf Twitter und Instagram als @bastianoenrico unterwegs. Per Mail ist er unter sebastian.heinrich.de@gmail.com erreichbar.

Es sind bislang vier Folgen erschienen, die neueste Folge heißt "Magnamagna: Das italienische Misstrauen gegen die Politik – und was dagegen helfen kann"

1.9.22

Sechs und Axelschweiß

Vor Urzeiten, als die Nebel von Avalon noch über die Welt waberten, schuf ich ein Lehrvideo über die Kunst, sich naß zu rasieren. Eine Dame mokierte sich über die schiere Länge des Monumentalfilmes: "25(!) minuten! soll nur noch einer sagen, man müsse immer auf frauen warten. in der zeit bin ich mit allem fertig, während der herr da immer noch zum friseur muss und unter den armen stinkt."

Ich antwortete ihr:

Man sagt nicht "stinkt unter den Armen" sondern spricht treffender von "maskuliner animalischer Erotik". Ganz viele Frauen mögen das, wäre es anders, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Übrigens gilt das auch für Männer, auch sie lieben "feminine animalische Erotik". Es gibt für die meisten Männer nichts Widerlicheres und sexuell Abtörnenderes als eine Frau, die in den Duft einer kostbaren Pflegelinie gehüllt ist.

Den Wenigsten scheint es aufzufallen, aber seit die Chemie imstande ist, wohlriechende Pflegedüfte kostengünstig auf den Markt zu werfen und damit intensive Körperpflege auch für die kleine Frau/den kleinen Mann zugänglich geworden ist, ist die Vermehrungsrate in unseren Breiten immer mehr zurück gegangen. Welche Frau mit Geschmack und Leidenschaft will sich schon mit einem Mann paaren, der nicht mehr stinkt wie ein Wiesel? Wer mit einer wohlriechenden Frau? Seit Kosmetika immer wohlfeiler und damit verbreiteter geworden sind, seit es Schmuck zum Schweinefüttern gibt und die Naßrasur auch den weiblichen Intimbereich erobert hat, sind naturbelassene Frauen (auch unter Öko-Tussies) zu einer kostbaren, gar nicht hoch genug zu schätzenden Rarität geworden. Naturbelassene Männer sind häufiger zu finden, aber auch hier geht der Trend in eine fatale Richtung.

Du magst einwenden, gefickt werde erfahrungsgemäß trotzdem, ich aber wöhne und das arg, daß es schlicht immer weniger naturbelassene Frauen gibt (wann hast du zuletzt eine Frau ohne Lippenstift gesehen?), die Männer also notgedrungen die wohlduftenden Tussen begatten müssen, wollen sie überhaupt je zum Schusse kommen. Die vielgerühmte Erotik ist heutigentags kein Spaß mehr.

Ob Parfümeure Agenten des Vatikan sind, die Unzucht einzudämmen?

Ich bin ja schon froh, wenn eine Frau nicht nach Insektenspray riecht. Nein, das ist jetzt keine alberne Bemerkung, bloß damit eine alberne Bemerkung gemacht wird. Vor vielen Jahren ist es mir mehrmals passiert, daß mir im Bus oder wo eine Frau begegnet ist, die einen Duft verströmt hat, der mich zurückschrecken ließ. Das war nicht mangelhafte Körperpflege sondern riechbar Parfüm. Es hat eine Weile gedauert, bis ich den Duft identifizieren konnte - Insektenspray.

Wieso parfümiert sich eine Frau mit Insektenspray, und nicht nur eine Frau, sondern anscheinend etliche? Die erste Hypothese, es handle sich hier um einen ganz raffinierten Schachzug, sich vor sexueller Belästigung zu schützen, ließ ich bald wieder fallen. Dann kam ich drauf: Was die Frauen verströmten, war nicht wirklich der Geruch von Insektenspray. Die Wirkstoffe von Insektenspray sind vermutlich so unangenehm, daß man sie mit Duftstoffen zudeckt. Und genau so ein Duftstoff war offensichtlich mal eine zeitlang in Mode bei Herstellern von Insektensprays: "Psy 9, sprühen ohne sich zu scheu'n" hieß es einst in der Werbung.

Im übrigen gilt: Wenn du ein Parfüm bewußt riechen kannst, ist es in Überdosis aufgetragen worden.

Als ich 2010 aus Italien zurückgekehrt bin, lebte ich in einem Holzhaus weit draußen auf dem niederbayerischen Land. Der einzige, der sich damals in meinem Haushalt parfümiert hat, war mein Hund. Entgegen anderslautenden Gerüchten ist nämlich das Parfümieren, das Überdecken des Eigengeruchs, keine Sache, die erst mit dem Menschen in die Welt gekommen ist.

Wer einen Hund hat und mit ihm auf dem Land spazieren geht, hat oft seine liebe Mühe damit, das Zamperl davon abzuhalten, sich lustvoll in Kuhfladen, Pferdeäpfeln oder sonstigen Exkrementen von Pflanzenfressern zu wälzen. Gegebenenfalls ist der Hund auch mit einer toten Maus oder ähnlichem zufrieden.

Nun gab es bei uns draußen keine freilaufenden Rinder, es gab überhaupt in der ganzen Gegend dort kaum noch Rinder, die Bauern haben sich auf den Anbau von Feldfrüchten und Solarstrom spezialisiert. Keine Fladen also in erreichbarer Nähe. Herumliegendes Aas wurde, sollte es wirklich mal herumliegen, von mir rasch entsorgt, der Hund mußte sich also mit Gras begnügen, in dem er sich in der Tat sehr gerne suhlte.

Hunde - und andere Raubtiere - parfümieren sich, um damit beim Anschleichen an die Beute den eigenen Raubtiergeruch zu überdecken. Bei Frauen (und Männern, notabene) ist das nicht anders. Ob es zielführend ist, darüber kann man phil vielosofieren. Weil...

Vor einigen Jahren habe ich im italienischen Fernsehen einen Werbespot für ein Deospray gesehen. Der Spot ist - für eine Kosmetikwerbung - sehr ungewöhnlich aufgemacht: In einem offensichtlich menschenleeren (nächtlichen) Bürohochhaus wird eine junge Frau von zwei Männern gehetzt, Bluthunde an der Leine. In einem Treppenhaus, kurzfristig außer Sichtweite ihrer Verfolger, kann sie sich über das Treppengeländer schwingen. Sie klammert sich an einer Metallverstrebung fest, frei über einem gähnenden Abgrund hängend, von oben unsichtbar. Die Frau hängt im hautengen schwarzen Dress da, erregt atmend. Arme, Gesicht und Achselhöhle sind mit einem dicken Schweißfilm überzogen. Du riechst buchstäblich die Schweißwolke dieser angsterregten Frau. Obwohl die Frau nicht eigentlich schön ist - jedenfalls nicht nach meinem Geschmack - strahlt sie in diesem einen Bild eine enorme erotische Wirkung aus.

Die Verfolger kommen mit ihren Hunden ums Eck gelaufen - und laufen trotz der Hunde über der unter ihnen hängenden Frau an ihr vorbei.

Eine Schrift erscheint, welche verspricht, daß man nach Benutzung des beworbenen Sprays keinerlei Geruch mehr ausströme - nessun odore.

Nagle mich jetzt keiner auf eine genaue Stelle fest, aber irgendwo bei Ludwig Thoma habe ich mal gelesen, seinerzeit hätten sich die Bauernburschen, wenn sie zum Tanz gegangen seien, ihr Taschentücherl unter der schweißnassen Achselhöhle durchgezogen und es dann ins Brusttascherl gesteckt, um die Mädels kirre zu machen. Und von Napoleon sagt man, er habe seiner Josephine bei der Rückkehr von einem Feldzug einen Boten vorausgeschickt mit der Nachricht "Wasch dich nicht, ich komme."

Und heute? Alles sauber, alles keimfrei, auch der Sex. Ach.

Toucha, toucha, touch me, I wanna be dirty

Seit es das Internet gibt sind die Menschen weitgehend von der Vögelpflicht befreit, der Trend geht mehr und mehr zum "virtual sex". Das meint jetzt weniger das klassische Sich-einen-abwichsen anhand einer zweckmäßigen Vorlage, sondern vielmehr das wechselseitige Masturbieren via Webcam. "Oh ja, Erwin, ramm ihn mir rein" stöhnt die holde Hilde in Wien-Ottakring, während ihr der in Hamburg-Ottensen ansässige Erwin dabei zusieht, wie sie sich ein irgend geartetes Stangerl ins Möserl steckt und sich seinerseits 1 abrubbelt. Ich mein, "Romeo und Julia" ist eine Geschichte mit Happy-End im Vergleich.

Geschlechterrollen

Früher hieß es: Der König regiert das Land, aber die Königin regiert den König. Das war manchmal richtig, meistens war es aber doch 1 Scheisendreck.

Man sollte auf Paarfotos öfter mal die Köpfe tauschen, man kann dadurch viel lernen. Die fast einen Kopf größere Nancy, die den kleinen Ronald liebevoll und beschützend, zugleich dominant umfängt, der kleine Ronald, der ergeben die Hände vor dem Schoß faltet und sich ganz seiner Beschützerin anvertraut. Die Geschlechterstereotype und Rollenbilder kommen dabei viel besser raus, als wenn die beiden die richtigen Köpfe hätten, sie springen einen unmittelbar an.

Sogar das Lächeln... Ich bin sicher, das Lächeln von Nancy hätte über ihrem eigenen Körper schüchtern gewirkt, hier in der Vertauschung wirkt dasselbe Lächeln ausgesprochen dominant und selbstbewußt, während Ronald wie ein verhuschtes Muttchen grinst.

Eine KRONE für den Oasch

Letztes Jahr schrieb mir der österreichische Bundespräsident für die nächsten sechs Jahre: "Wie unterscheiden sich KRONE (ein bekannten Boulevardzeitung in Ö) und KURIER (eine selbsternannte Qualitätszeitung in Ö)? Gar nicht. Zum Arsch auswischen sind sie gleich gut geeignet." Das ist natürlich Unfug, wie das meiste, was der Mann von sich gibt.

Die Kronenzeitung und der Kurier sind mir lediglich elektronisch zugänglich, wofür ich Gott sehr dankbar bin. Zum In-die-Hand-nehmen und an-den-Arsch-halten kenne ich dagegen (zum Beispiel) BILD-Zeitung und Süddeutsche Zeitung. Es ist ein Höllenunterschied. Die Süddeutsche Zeitung hinterläßt beim Schleifen über den hinteren Unterleib druckerschwärzemäßig durchaus Spuren, nach Benützung der BILD-Zeitung hast du allerdings einen Arsch, der so schwarz ist wie der politische Inhalt dieses Blattes. Als Student war ich Postbote in Niederbayern, jeden Donnerstag erhielt damals jedes CSU-Mitglied den "Bayernkurier". Frage nicht, wie meine Hände ausgeschaut haben, aber: Besser schwarze Hände als ein schwarzes Hirn!

Wie dumm kann ein Mensch sein?

 Gestern erschien es mir hoch an der Zeit, meinen großen Computer, der seit ein paar Tagen spinnt und nicht mehr zum richtigen Laufen zu bri...