1.3.22
25.2.22
Mein Sohn wird immer älter
Es gab mal eine Zeit, da war ich siebenunddreißig mal so alt wie er. Wenn das so weiter geht, so dachte ich, dann hat er mich bald eingeholt und schließlich wird er älter sein als ich.
Der Stau und seine Beziehung zum Ungewußten
Zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten gehören die Meldungen über Staus auf den Autobahnen zum selbstverständlichen Service jeder Radiostation. Ein bundesweiter Sender wie der Deutschlandfunk meldet zuzeiten lediglich jene Staus, die über 5 oder 10 oder gar 15 oder 20 km lang sind.
20 km Stau - das gibt zu denken. In Deutschland liegen die Autobahnausfahrten relativ dicht beieinander. 10 km Fahrt zwischen zwei Ausfahrten ist schon lang, häufig sind die Abstände deutlich kürzer, vor allem in den Ballungsgebieten, wo auch die Staus wahrscheinlicher sind.
Ich, der ich in inzwischen 54 Führerscheinjahren sehr selten in wirkliche Staus gekommen bin, stehe jedesmal fassungslos vor der Radiomeldung von 20 oder 30 km Stau. Viele dieser im Stau festsitzenden Autos stehen doch unmittelbar vor einer Autobahnausfahrt, die müßten doch bloß nach rechts lenken und könnten dann auf der Landstraße weiterfahren. Unbequem und vielleicht nur langsam weiterfahren, aber eben doch weiterfahren, statt für unbestimmte Zeit hilflos im Stau feststecken zu müssen. Das ist ja das Unangenehme am Autobahnstau: dieses hilflose Ausgeliefertsein an eine Situation, die du nicht mehr beeinflussen kannst. Das kann bald wieder weiter gehen, das kann aber auch noch viele Stunden so dauern.
Warum, frage ich mich seit langem, fahren die Leute nicht raus?
Weil's dort auch nicht weitergeht, werden einige sofort antworten. Andere Autofahrer, so die naheliegende Überlegungen haben die Staumeldungen im Radio gehört, sie haben die Autobahn lange vor dem Stau bereits verlassen oder sie fahren gar nicht erst drauf. Sie fahren nun auf der Landstraße und die ist natürlich noch schneller verstopft als die Autobahn. Es geht also auch dort nicht weiter.
Vor vielen Jahren fuhren wir Ende August von Regensburg aus an die norditalienische Adria. Lange vor Salzburg hörten wir auf Ö 3, daß es vor dem Tauerntunnel einen ca. 3 km langen Stau gebe. Es wurde eine Umleitungsempfehlung über die Autoverladung Mallnitz gegeben. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir dieser Empfehlung folgen sollten. Wir dachten, es werde auf dieser empfohlenen Umleitung der Teufel los sein, weil jetzt alle, die noch nicht im Stau stehen, von der Autobahn runter fahren und diese Route benützen werden.
Wir sind dann doch abgebogen und - nichts war. Total tote Hose auf der Straße nach Mallnitz. Auch bei der Autoverladung war nichts los, keine Wartezeit, wir konnten sofort auf den Zug fahren und waren in kürzester Zeit durch den Eisenbahntunnel durch. Und die ganze Zeit über hörten wir wieder und wieder die Meldungen, daß der Stau vor dem Tauerntunnel immer länger werde und man doch bitteschön auf die Autoverladung...
Auf der Rückfahrt ist uns das gleiche noch mal passiert, diesmal von der anderen Seite. Die Tauernautobahn war bereits kurz hinter Klagenfurt absolut dicht, wir sind auf der parallel dazu verlaufenden Bundesstraße gefahren, auf der normaler Verkehr ohne Behinderungen war. Und immer wieder öffnete sich der Blick zur Autobahn mit den stehenden Kolonnen.
Warum also fahren die Leute nicht raus?
Die Erklärung liefert vielleicht eine Beobachtung aus den letzten Jahren. In den späten neunziger Jahren wurden die Routenplaner schnell zu absoluten Rennern auf dem Markt für Computerprogramme. Damals habe ich mich gefragt, wozu die gut seien. Wer eine ordentliche Karte hat, sagte ich mir, braucht doch kein Computerprogramm, um den schnellsten oder sonstwie günstigsten Weg von A nach B für sich rauszusuchen. Kurz drauf kamen die Navigationssysteme und wurden immer billiger. Sie sind heute in den meisten Autos schon serienmäßig drin. Wer braucht so was wirklich, außer vielleicht Fernfahrern, Handelsvertretern oder Taxifahrern?
Möglicherweise ist es vielleicht tatsächlich nicht nur die pure Lust an der technischen Spielerei, was Routenplaner und Navigationssysteme so beliebt macht.
Eine Bekannte in Regenstauf hat mir mal erzählt, daß es bei Urlaubsfahrten oft ein rechter Streß für sie sei, dort hinzufinden, wo sie hinwollten. Und wenn sie glücklich dort seien, kämen sie oft nur noch schwer zurück, weil sie den Weg andersrum nicht wiedererkennen würden. Straßenkarten? Nein, mit Straßenkarten könnten sie beide nichts rechtes anfangen.
Ist das die Erklärung für die kilometerlangen Staus? Daß die Leute ganz einfach drauf angewiesen sind, auf der gut beschilderten und nicht zu verfehlenden Autobahn zu bleiben, weil sie sich in der freien Prärie hoffnungslos verfahren würden? Sie stehen - und dies oftmals tagtäglich - im Stau, weil sie einfach zu dumm sind? Zu dumm, um aus dem Wagenfenster zu schauen?
Und: Die freie Prärie ist angstbesetzt.
Als seinerzeit die als Sklaven gehaltenen Israeliten aus Ägypten auszogen, sehnten sie sich bei der ersten Ernährungskrise nach den ägyptischen Ketten und den Fleischtöpfen des Pharao zurück. Und die in Deutschland lebenden Türken haben mit deutlich größerer Mehrheit für Erdogan gestimmt als die türkischen Türken. "Freilandhühner stimmen für Käfighaltung" hat's geheißen.
Die Schleichwege abseits von der Autobahn mögen ungewiß und manchmal sogar gruselig sein, sie sind in jedem Falle spannender, als im Stau zu stehen. Lieber sich zum Lebkuchenhaus im Wald verirren und dort von der Bösen Hexe verspeist werden als im Stau vom ADAC mit heißem Tee versorgt zu werden, denn - samma sich doch mal ehrlich - dieser "Tee" ist in Wirklichkeit ja doch nur ein irgend gearteter Pflanzenabsud, Kamylenté [1] zum Beispiel.
Als ich vor Jahren eine Kurzversion dieses Blogbeitrages eingestellt hatte, gab's Kommentare: "Wir kennen es doch alle, dass es sich auf einer Straße aus unerfindlichen Gründen plötzlich staut." Auf den ersten Blick ist bei vielen Staus in der Tat keine Ursache zu sehen, allerdings sind die Gründe für diese Phantomstaus durchaus ersichtlich. "Und weil man es eben nicht weiß, ob und wann das passieren wird", fährt die Kommentatorin fort, "harrt man eben auf dem vermuteterweise doch schnellsten und direktesten Weg aus und hofft, dass nach der nächsten Biegung auf einmal freie Fahrt herrschen wird."
Achte mal auf das Verkehrsradio, antwortete ich ihr damals, die örtlichen Staus sind (fast) immer an den gleichen Stellen und zur selben Tageszeit. Ich muß kein Hellseher sein, um zu wissen, daß es auf der Autobahn zwischen Passau und Regensburg morgens kein Durchkommen gibt. Höre ich länger Verkehrsfunk (auf der Ausweichstraße etwa), dann kann ich nach wenigen Tagen schon ausrechnen, wann sich der Stau auflösen wird. Die Pendler wissen GANZ GENAU, was sie auf der Autobahn erwartet, trotzdem fährt so gut wie keiner auf Landstraße nördlich der Donau. Dort geht es zwar langsam voran, aber es GEHT voran. Auf den endgeilen Trick, mit der Regionalbahn nach Regensburg zu fahren, kommt sowieso (fast) keiner.
Wäre ich Personalchef der RUMSBUMS GmbH & Co. KG, dann würde ich Bewerber um eine Stelle danach fragen, wie sie zur Arbeit fahren. Wer "mit dem Auto" ankreuzt, bleibt weiter arbeitslos. Denn er (m/w/d) hat offensichtlich einen Schlag an der Waffel, ist engstirnig und dumm, so einer wählt auch Kurz & Strache [2].
[1] Nix gegen Kamillentee, damit das klar ist, ich trinke ihn sehr gerne. Aber das Wort ist ein frivoler Frevel. Der Italiener ist da schlauer, er hat drei verschiedene Wörter, die wir allesamt mit "Tee" übersetzen müssen. Té ist Tee im engeren Sinne, also der Aufguß von Blättern der Teepflanze. Infuso ist Kräutertee, also der Absud irgendwelcher Pflanzenteile, Kamille etwa oder Lindenblüten. Tisana schließlich ist ein medizinisch eingesetzter Pflanzenabsud, Hopfentee etwa oder Baldrian.
[2] So war das damals vor 4 Jahren. Erinnert sich noch wer an Karl-Heinz Strache, den Zeitungsverkäufer von Wien, der eigentlich Heinz-Christian heißt?
Die alte Sau, das geile Schwein
Mit der verletzten Ehre mancher Menschen ist es manchmal eine ganz eigene Sache. So eigen, daß manchmal der energische Schutz vor Beleidigung beleidigender ist als die Beleidigung, vor der man jemanden schützen wollte.
Das glaubst du nicht?
Das ist dir zu abstrakt, zu allgemein? Dann laß dir eine Geschichte erzählen.
In den frühen achtziger Jahren, als Franz Josef Strauß noch über die Erde wandelte,
als wäre er einer von uns, gab es im Allgäu eine Rock-Band namens "Checkpoint Charlie". Auf
YouTube gibt's noch ein bisserl Musik von den Jungs, mein Geschmack ist es
nicht, genaugenommen ist in meinen Ohren diese Musik so grottenschlecht wie die
ganz überwiegende Mehrheit der Rock-Musiknummern grottenschlecht ist. Wie auch
immer, wenn die Band nicht gerade musizierte, züchtete sie auf ihrem Bauernhof Schweine.
In sich schlüssig also, daß die Buben sich aus Pappe und Pinselstrich eine Sau
bauten, diese Papp-Sau dann zu ihrem Wappentier ernannten und - ach ja! - auf
den Namen "Franz Josef" tauften. Bei ihren Bühnenauftritten stellten
sie ihr Maskottchen jeweils vor der Bühne auf.
Eines Tages wurden sie angezeigt und ein Kemptener Staatsanwalt verfaßte eine
Anklageschrift, in welcher er u. a. schrieb: "Zur Erklärung sagten sie
dem Publikum, das sei ihr Maskottchen Franz Josef. Irgendeine Ähnlichkeit mit
einem lebenden Schwein sei rein zufällig. Die Angeschuldigten brachten dann
einen Textvorschlag, in dessen Refrain es heißt: 'Franz Josef, die Sau, Franz Josef, die alte Sau, Franz Josef, das
geile Schwein'. Dies bezog sich, wie für jeden Zuschauer offenkundig (!!!;
T. R.) war, auf den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Franz Josef Strauß."
Hm. Der Staatsanwalt wollte mit diesem letzten Satz sagen: "Bleibt mir mit dem allerunvergeßlichsten
Bart-Kaiser Franz Joseph I. von Österreich (Sissi, eh schon wissen) vom Hals.
Das einzige geile Schwein, die einzige alte Sau, die ich kenne und die
auf den Namen Franz Josef hört, ist der bayerische Ministerpräsident."
Ohne diese Logik bliebe der letzte Satz ohne Sinn.
In einer aufsteigenden Vision sah ich damals den alten Atheisten Sigmund Freud
neben dem Lieben Gott sitzen, sah, wie die beiden kicherten und sich in die
Seiten pufften. Amüsiert warteten sie darauf, daß der eifrige Staatsanwalt ob seiner
respektlosen Assoziationen einen gehörigen Anschiß von ganz oben bekommt. Passiert
ist damals nichts und jetzt ist der damalige Staatsanwalt längst pensioniert
oder tot.
22.2.22
Diamant im Tropenlicht
Ich weiß nicht, ob Sie jemals schon einen geschliffenen Diamanten im vollen Sonnenlicht der Tropen schimmern und blitzen und blinken gesehen haben. Wenn ja, dann wissen Sie, was ich meine. Wenn nein, kann ich Ihnen kaum weiterhelfen, denn auch ich habe dergleichen noch nie gesehen, weder einen Diamanten noch das Sonnenlicht der Tropen.
21.2.22
Was lernt uns der Orkan in Norddeutschland?
Laßt euch wegen der Orkan-Warnungen bloß nichts einreden!
Die Meteorologen wollen sich nur wichtig machen und euch in euren Häusern einsperren! Wetterprognosen waren in der Vergangenheit mehrfach unzuverlässig und daher solltet ihr auch die aktuellen Warnungen nicht zu ernst nehmen.
Es ist euer gutes Recht, auch bei Sturm und Wetter in den Wald zu gehen! Laßt euch das auf keinen Fall verbieten - fordert es ein!
Trefft euch spontan zu Spaziergängen - frische Luft tut gut!
Der Anteil an Intensivpatienten, die wegen "Orkan" beatmet werden müssen, ist verschwindend gering. Was soll also die ganze Orkan-Panik? Es sind schließlich noch Betten frei auf der Intensivstation... Diejenigen, die versterben, sind am Ende meist gar nicht an "Orkan" gestorben, sondern wurden von herabfallenden Ästen und herumfliegenden Gegenständen erschlagen. Die Lügenpresse versucht verzweifelt, einen Zusammenhang herzustellen, der überhaupt nicht erwiesen ist! Womöglich wären die Äste ohnehin heruntergefallen, weil sie schon alt waren.
In den letzten Jahrzehnten kam es zu keiner Übersterblichkeit, die auf "Orkan" zurückzuführen ist. Alles ist reine Panikmache!
Vor allem: Es ist überhaupt nicht nachgewiesen, dass es Orkane überhaupt gibt. Niemand weiß, wie genau die Windmeßanlagen arbeiten, möglicherweise ist die Windgeschwindigkeit viel niedriger als es uns der System-Wetterdienst erzählt. Wahrscheinlich handelt es sich dabei nur um gewöhnliche Stürme, wie sie immer wieder auftreten! Wacht endlich auf!!!
Die ganze Orkan-Lüge ist ein Konstrukt der Dachziegel-Industrie, die euch auf Geheiß von Jeff Bezos bei der Reparatur eures Dachs das Haus verwanzt, falls ihr das mit Alexa noch nicht selbst gemacht habt!
Nieder mit der Orkan-Diktatur!!! Raus an die Luft mit euch!
Doitsche Sprach - kann, muß nicht
Freilich, wozu auch brauche ich eine differenzierte deutsche Sprache, wenn es doch reicht, irgendwas in die Welt zu grunzen. Mein Gesprächspartner wird sich schon denken können, wenn er denn denken kann, was ich gemeint haben könnte. Wenn er nicht denken kann - wovon ich hier bei "Fisch und Fleisch" bis zum Beweis des Gegenteils zunächst mal ausgehen muß - ist es schon zweimal wurscht, was ich auf den Server in Wien rülpse. Abgesehen davon ist mindestens die Hälfte von dem, was im Internet und vor allem hierzuforum mitgeteilt wird, sowieso gelogen, ein dritter Grund, warum Sprache nicht mehr wichtig ist.
Ich stelle mir grad vor, es wäre ein ausländischer Zuwanderer gewesen, der sich so wie der oben zitierte User über einen differenzierten Gebrauch der deutschen Sprache geäußert hätte. Groß wäre das Geheul aus der rechten Ecke gewesen über diesen Scheißkanacken, der bibergleich das Fundament abendländisch-christlich-jüdischer Kultur zernagt. Ich mach ihn Krankenhaus, dann sieht er scheiße aus.
Der aufmerksame Leser wird's bemerkt haben: Ich singe hier das weltberühmte "Ich mach dich Krankenhaus, dann siehst du scheiße aus" auf das bekannte Motiv aus der Ouvertüre von "La Paloma" von Giuseppe Pferdi.
Dein Knie hätte ich
auch nie sehen dürfen.
Weil's jetzt auch schon wurscht ist... In einem Kurs für Stenographie (volle Verkehrsschrift) hatten die Schüler mal folgenden Satz zu schreiben: "Sind der Ring und die Spange Anna genehm?" Im Lateinunterricht sollten sie folgendes auf Caesareisch übersetzen: "Glaubst du, daß dem Gaius Sempronius Gracchus vor eingemachten Bilchmäusen geekelt haben würde?"
Zur Not kommt man aber auch ohne Deutsch aus. "Sorry, my bad", schrieb mal einer im Usenet, "War wohl eher meine Font als Dein Encoding", worauf ich antwortete: "So schön kann die Deutsche Sprache sein, wenn man sie nicht benutzt."
Der "Rot-Blaue Stuhl" von Gerrit Rietveld
I ch muß gestehen, ich weiß nicht, wie gut man in der Kunstgeschichte bewandert sein muß, um Gerrit Rietveld und seinen Rot-Blauen Stuhl z...
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Am 8. Januar habe ich eine E-Mail der FREITAGs-Moderation erhalten, in der mir mitgeteilt wurde, daß mein Account für drei Monate gesp...
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Die Amerikanerin Lauren Angela (das sind nur die beiden Vornamen) stammt aus Florida, die Mutter ist kubanischer Abstammung. Sie lebt seit...
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Wäre ich ein Philosoph, also einer mit Diplom, ein Diplom-Philosoph mit Philosophen-Diplom, und wäre ich Teil des Lehrkörpers einer Uni...