9.3.09

Alkoholbedingte Einfallserscheinungen

Weil immer so viel die Rede ist von den alkoholbedingten Ausfallserscheinungen, während die alkoholbedingten Einfallserscheinungen bei Dichtern, Musikern, Malern u. dergl. meist nicht gewürdigt werden.

Auch wird viel Aufhebens gemacht von den all den gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden, die der Alkohol anrichte, während der volkswirtschaftliche Nutzen anscheinend so ganz nebenbei und ohne weiteres Aufhebens mitgenommen wird. Überleg mal, wieviele Berufe oder Tätigkeiten überhaupt nicht auf Dauer durchzustehen wären, wenn sich die Leute nicht zumindest gelegentlich in den Suff flüchten könnten. Wieviel gesellschaftliche und soziale Unruhen wir hätten, wenn der Schnaps die vielen Verzweifelten und existentiell Bedrohten nicht ruhigstellen würde.

6.3.09

Käse

Give Cheese a Chance dichtete einst ein Werbetexter, der an einem Promotion Concept für die Firma Kraft arbeitete. Man lächelte. Als er anderntags darauf beharrte, Cheesus Christ Superstar sei das Schärfste, was ihm je eingefallen sei, trennte sich die Agentur von ihm.

Karikaturen

Nichts gegen Karikaturen. Aber in der Kunst dürfen sie natürlich nicht so überzeichnet sein wie im wirklichen Leben.

5.3.09

Die alte Sau, das geile Schwein

Mit der verletzten Ehre mancher Menschen ist es manchmal eine ganz eigene Sache. So eigen, daß manchmal der energische Schutz vor Beleidigung beleidigender ist als die Beleidigung, vor der man jemanden schützen wollte.
Das glaubst du nicht? Das ist dir zu abstrakt? Dann laß dir eine Geschichte erzählen.
In den frühen achtziger Jahren, Franz Josef Strauß wandelte noch über die Erde, als wäre er einer von uns, gab es im Allgäu eine Rock-Band namens "Checkpoint Charlie", welche, wenn sie nicht gerade musizierte, in ihrem Hauptquartier Schweine züchtete. In sich schlüssig also, daß die Buben sich aus Pappe und Pinselstrich eine Sau bauten, diese Papp-Sau dann zu ihrem Wappentier ernannten und - ach ja! - auf den Namen "Franz Josef" tauften. Bei ihren Bühnenauftritten stellten sie ihr Maskottchen jeweils vor der Bühne auf.
Eines Tages wurden sie angezeigt und ein Kemptener Staatsanwalt verfaßte eine Anklageschrift, in welcher er u. a. schrieb: "Zur Erklärung sagten sie, das sei ihr Maskottchen Franz Josef. Irgendeine Ähnlichkeit mit einem lebenden Schwein sei rein zufällig. Die Angeschuldigten brachen dann einen Textvorschlag, in dessen Refrain es heißt: 'Franz Josef, die Sau, Franz Josef, die alte Sau, Franz Josef, das geile Schwein'. Dies bezog sich, wie für jeden Zuschauer offenkundig (!!!; W. H.) war, auf den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Franz Josef Strauß."
Hm. Der Staatsanwalt wollte mit diesem letzten Satz sagen: "Bleibt mir mit dem allerunvergeßlichsten Bart-Kaiser Franz Josef vom Hals. Das einzige geile Schwein, die einzige alte Sau, die ich kenne und die auf den Namen Franz Josef hört, ist der bayerische Ministerpräsident." Ohne diese Logik bliebe der letzte Satz ohne Sinn.
In einer aufsteigenden Vision sah ich damals den alten Atheisten Sigmund Freud neben dem Lieben Gott sitzen, sah, wie die beiden kicherten und sich in die Seiten pufften. Amüsiert warteten sie darauf, daß der eifrige Staatsanwalt ob seiner respektlosen Assoziationen einen gehörigen Anschiß bekommt. Wahrscheinlich warten sie immer noch.

4.3.09

Eberhard - Geschichten von einem Schwein


Man glaubt es gar nicht, was alles für wilde Gerüchte im Umlauf sind über die Gründung Roms, die Erfindung der Pizza und den Bratenfänger von Hameln.

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