Schweini: Überall nur Verfall, Wahnsinn, Jugend
Der weltweise Indianer verläßt seinen Wigwam nur unter Androhung
unmittelbaren Zwanges. Weil, wer rausgeht, der sieht Sachen, die sind so
grauslig, daß man schlagartig wieder heim möchte.
Ich war Mitte Juli beim Einkaufen (Polnische, Sauerkraut, Wacholder,
Lorbeerblätter), weil mein Butler krank war. Was seh ich dort, beim
EDEKA-Offenbeck an der Kasse? Die BILD-Zeitung seh ich, weil die Frau
vor mir hat sie auf's Laufband gelegt
[1].
Was lese ich? "So holten sich die Engländer unseren Schweini" lese ich
dort. Sebastian Schweinsteiger, so schließe ich messerscharf, verläßt
den FC Bayern München, um auf dieser neblichten Insel vor der Küste von
Europa sein Glück zu versuchen.
Zuhause schaue ich im Zwischennetz nach und finde die Information,
Schweinsteiger werde hinkünftig bei Manchester United spielen. Oh, denke
ich mir, eine kluge Entscheidung, gut für die Gesundheit. Bei
Manchester United spielt nämlich Wayne "Das Vieh!" Rooney. Mit dem Vieh
in einer Mannschaft zu spielen
schont die Knochen und das Gemächt, das sowieso.
In einem zivilisierten Land würde ein Fußball-Trainer, der Wayne Rooney
auf's Spielfeld schickt, wegen schwerer vorsätzlicher Körperverletzung
zu "schwerem Kerker, verschärft durch einen Fasttag und ein hartes Lager
pro Monat, weiters an den Jahrestagen seiner Taten Dunkelhaft bei
Wasser und Brot
[2]" verurteilt werden.
Aber, versteht sich, in einem Land, in dem die FIFA nicht als
kriminelle Vereinigung gilt, kann von Zivilisation keine Rede sein.
[1]
Du entkommst der BILD-Zeitung nicht, du magst GOtt so inbrünstig
anflehen wie nur möglich. Gegen BILD ist selbst GOtt nur zweite Liga.
[2] So was stand bis in die sechziger Jahre hinein im österreichischen Strafgesetzbuch.