Sonntag, 26. Januar 2014

Die SoKo 5113 und die Literatur

Theater light


Im Februar 2010 lief im Fernseh eine weitere Folge von "Soko 5113", der Titel war "Unter der Eiche".

Mord auf dem Land. Ein Großbauer wird unter einer alten Eiche erschlagen aufgefunden. Die Dorfbewohner verhalten sich gegenüber der ermittelnden Polizei sehr reserviert, gelegentlich läuft eine ältere, distinguierte Dame durchs Bild und erzählt, sie sei aus Sylt und verbringe hier ihren Urlaub.

Der Ermordete erweist sich als der Herr des Dorfes, die meisten dort sind bei ihm hoch verschuldet, er hat einen Beratervertrag für eine Entsorgungsfirma, die dort illegal Giftmüll abkippt, geplant ist ein Riesenprojekt für ein Feriendorf auf dem Gelände der Gemeinde.

Was soll ich erzählen? Am Schluß jedenfalls stellt sich heraus, daß die alte Dame aus Sylt aus dem Dorf stammt, daß sie vor 40 Jahren von dem ermordeten Großbauern vergewaltigt und anschließend aus dem Ort weggegrault wurde, weil sie die Dörfler ständig an ihre eigene feige Haltung gegenüber dem Großbauern erinnert hat. Das ganze Dorf hat damals von der Vergewaltigung gewußt, aber keiner wollte etwas wissen. Die Dame hat reich geheiratet, ist nun Witwe, sie erweist sich als Besitzerin sowohl der Entsorgungsfirma als auch der Holding, welche den Ferienpark errichten will.

Sie hat den Leuten aus dem Dorf mitgeteilt, sie bekämen das Projekt nur, wenn sie dafür den Großbauern erschlügen, es sei ihr egal, wer das mache, irgendeiner halt.
Das ganze letzte Drittel des Films über, als sich die Lösung allmählich abzeichnete, habe ich drauf gewartet, daß einer der Kriminaler zum anderen sagt, daß ihm die Geschichte bekannt vorkäme. Nichts. Da krallt sich ein Drehbuchautor den Plot von Dürrenmatts "Besuch der Alten Dame", weiß Gott kein unbekanntes Stück, und glaubt, er käme damit durch.

Nun haben sie wieder zugeschlagen, in der Folge "Bis daß der Tod euch scheidet" vom Mai 2013. Die eigentliche Krimihandlung - ein Student wird erschlagen aufgefunden - spielt nur eine Nebenrolle. Der Doktorvater des Studenten wird in seiner Wohnung befragt, seine Ehefrau ist anwesend. Das alternde Ehepaar liefert sich, reichlich Whisky nachschüttend, vor den beiden Kommissaren, einem jungem Mann und einer jungen Frau, eine Zimmerschlacht zwischen Haß und Liebe. Mehr und mehr steigern sich die Eheleute, reichlich Whisky nachschüttend, darin, sich wechselseitig vorzuführen, lächerlich zu machen und zu demütigen. Dieses Ehedrama (das für die Krimihandlung relativ nebensächlich ist, das Geständnis des Ehemannes erweist sich als falsch) nimmt den weitaus größten Teil des Films ein.

Herrgottsnein, denke ich beim Zuschauen, die Szenen kennst du doch, was war das nur. Dann fällt, zum wiederholten Male, der Name der Frau: Martha. Ich schlage in der Personenliste nach und tatsächlich: der Mann heißt Georg. Ah, jetzt wußte ich es.

Hat's klick gemacht? Wer erst mal selber in Ruhe rätseln will, soll dies tun. Wer nicht auf die Lösung kommt, darf sie hinter diesem Link aufdecken.

Kommentare:

  1. Naja, ich muss gestehen, dass ich hier keine Aufgabe lösen wollte, sondern verwirrt festgestellt habe, dass an anderer "prominenter" Stelle offensichtlich der "Franze" komplett die Segel gestrichen hat, aber komplett.
    Wahrscheinlich wurde das Paar in dem Krimi eindrucksvoll dargestellt von der Schauspielerin Lisa Schneider und dem Darsteller Richie Bourbon. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
    Aber die andere Angelegenheit verwirrt mich immer noch.

    Grüße von
    Rüdiger

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Rüdiger,

      ja, das Paar in dem Krimi hat seine Sache ganz ordentlich gemacht.
      Was die andere Angelegenheit betrifft, so habe ich sie hier dargestellt.
      http://derfranzehatgsagt.blogspot.de/2014/02/mein-verschwinden-aus-der-freitags.html

      Ciao
      Wolfram

      Löschen
    2. Rüdiger Grothues26. Februar 2014 um 17:11

      Hallo Wolfram,

      habe Deine Ausführungen zum Verschwinden aus der dFC gelesen, und nachvollziehen kann ich das Ganze nicht.
      Der Kommentar inkl. der „anrüchigen Länder“ kann es ja wohl nicht gewesen sein, allein schon wegen des klarstellenden „((und hat, wie ich fürchte)“, wie Du ja auch anmerkst.
      An anderer Stelle demnächst mehr.

      Auf den Freitag-Seiten hat Jr (China) in einem kurzen Beitrag auf Deine Franze –Website verwiesen, und heute, wie ich gerade lesen konnte, auch ChristianBerlin (10:46, „verdiente Blogger“), im Beitrag von Magda über den Freitag-Salon mit Claudia Roth.

      Grüße von
      Rüdiger

      Löschen
    3. "Der Kommentar inkl. der „anrüchigen Länder“ kann es ja wohl nicht gewesen sein, allein schon wegen des klarstellenden „((und hat, wie ich fürchte)“, wie Du ja auch anmerkst."

      Mir fällt aber sonst nichts ein.

      Ciao
      Wolfram

      Löschen
    4. Rüdiger Grothues8. April 2014 um 17:40

      War auf einem Schiff unterwegs, deshalb gab es allenthalben eine längere Funkstille.
      Jetzt aber habe ich im dF , das gibt's ja auf keinem Schiff, den altbekannten Konfirmanden als Avatar (wieder)entdeckt, und auf Namenseingabe auch Dein Oeuvre. Ist der Franze tatsächlich wieder da?
      Viele Grüße von
      Rüdiger

      Löschen
    5. Rüdiger Grothues10. April 2014 um 10:46

      "den altbekannten Konfirmanden als Avatar"
      Sakra, kruzifix,, völlig falsch, es hat sich natürlich um einen katholischen Initiationsritus gehandelt, das ist mal klar. RG

      Löschen
  2. Ja Grothues, wo haben sie eigentlich die ganze Zeit gesteckt?
    Tlacuache

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Je nun, hab so dies und das gelesen, aber mich ansonsten zurückgehalten (kann ja dann und wann nicht schaden).
      Aber dem ... ichsachma: Franzefundamentalrückzug lag doch kein expliziter Disput zugrunde, oder?
      Grüße von
      Rüdiger

      Löschen
  3. Lieber Wolfram, Du hast es scheints durchgezogen, und sie auch. Müssen wir uns halt in Dein Wohnzimmer begeben. LG Diander

    AntwortenLöschen