Mittwoch, 3. Oktober 2012

Oi vita, oi core

Jeder Fußballverein, der auf sich hält, hat seine eigene Vereinshymne. Jeder Fan kennt sie und singt sie bei gegebenem Anlaß mit.
Die Hymne des SSC Neapel ist einigermaßen merkwürdig. Hier wird sie gesungen vom Hl. Diego Armando Maradona.
Kritische Anmerkungen zur musikalischen Performance von Señor Maradona können hier im Blog gefahrlos abgeladen werden, in Neapel sollte man bei dergleichen vorsichtig sein. Den Stadtheiligen, San Gennaro, kann man schon mal beschimpfen (vor allem wenn das Blutwunder mal wieder nicht funktioniert), Maradona aber ist absolut sakrosankt. Zurecht.
Was Maradona hier singt zu singen versucht, ist "O surdato nnamurato" (il soldato innamorato hieße das auf Italienisch), das Lied vom verliebten Soldaten. Es handelt von einem Soldaten im Ersten Weltkrieg, der fern der Heimat an die zurückgelassene Geliebte schreibt, die er womöglich niemals wiedersehen wird. Ein todtrauriges Lied also. Und so was als Hymne eines Fußballvereins? Ist der Neapolitaner verrückt?
Gewiß ist er das. In Neapel klingen selbst schwarzgallige Lieder der Sehnsucht lebenspraller als deutsche Karnevalsgesänge.

Das dachte ich zumindest geraume Zeit. Bis ich dann per Zufall auf diese Aufnahme stieß, wiederum von Massimo Ranieri, aber ungefähr dreißig Jahre später aufgenommen. Hier singt er das Lied so, wie man es eigentlich singen müßte.

So, Leute, ich muß jetzt aufhören. Mich hat der Napoli-Blues voll erwischt, das Heimweh schnürt mir das Herz zu und macht mir die Augen feucht und blind.

Kommentare:

  1. Der Maradona, a Fußballer war er schon. Irgendwie auch ein Napolitaner mit den Höhen und Tiefen. In Rom 1990 hat's nicht so gut geklappt. Der Buchwald!

    (Dortn schreib ich Dir grad nicht. Erst wenn der Relaunch wieder übersichtlicher wird, überleg ich mir das wieder. Jetzt habe ich einen Trotz.)
    Gruß, hd.

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    1. "(Dortn schreib ich Dir grad nicht. Erst wenn der Relaunch wieder übersichtlicher wird, überleg ich mir das wieder. Jetzt habe ich einen Trotz.)"

      Aber wenn dir der Kragen platzt schreibst du hoffentlich schon noch beim FREITAG?

      Ciao
      Wolfram

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  2. "Aber wenn dir der Kragen platzt schreibst du hoffentlich schon noch beim FREITAG?"

    Der Kragen ist mir geplatzt. Ich habe auch mein Abo gekündigt. Und dem Herausgeber als Grund der Kündigung den bisher misslungenen Relaunch mitgeteilt. Der ist ja derzeit noch schlimmer beieinander als der damalige bei der ZEIT. Die les ich jetzt nicht mal mehr online. Der FREITAG ist gerade auf dem besten Weg dahin, dass ich mit ihm auch so verfahre.

    Noch habe ich die Hoffnung, dass nicht falsche Versprechungen gemacht wurden oder werden. Die Prioritätensetzung beim Relaunch halte ich aber für so daneben, dass ich schier persönlich beleidigt bin.

    Sollte es doch wieder die mir unerlässlichen Funktionen geben, werde ich es mir mit dem ABO und dem Schreiben neu überlegen.

    Bis dahin, nada.

    Gruß, hd.

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  3. Kann ich nachvollziehen, insbesondere was die "Versprechungen" angeht.
    LG
    TL

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