Freitag, 17. September 2010

Intellenz und Uckermarck - Thilos Thesen, wirklich stark

Herr Sarrazin hat, du erinnerst dich, unter anderem behauptet, Schwaben seien intelligenter als Brandenburger [1]. Darüber freut sich natürlich der Schwabe, während den Brandenburger nur seine ausgeprägte Herzensbildung daran hindert, Herrn Sarrazin auf offener Bühne seiner Beinkleider zu berauben.
So denkt man jedenfalls.
Tatsächlich aber hat die auf einer Lesung in Potsdam anwesende brandenburgische Bevölkerung diese, auf Anfrage von Herrn Sarrazin wiederholte Behauptung bejubelt.
http://www.theodor-rieh.de/heinrich/Bilder/Sonneborn_bei_Sarrazin.flv

Daraus könnte man Schluß ziehen, die Brandenburger seien tatsächlich und wahrhaftig eine Horde lallender Idioten, zumindest müsse man dies für die im Saal anwesenden Brandenburger annehmen.
In Wirklichkeit jedoch ist die Sache mit der Intelligenz ein bisserl komplizierter. (Du dachtest dir so was schon, klar.)
Entgegen anderslautenden Gerüchten ist es nämlich so, daß Intelligenz, das heißt die von Intelligenztests erfaßbaren Intelligenz-Leistungen nicht spontan und voraussetzungslos sind. Die in solchen Tests zu lösenden Aufgaben sind von der Struktur her lehrbar, man kann sie üben und sie werden gelehrt und geübt, in höheren Schulen besser, in anderen Schulen nicht so gut. Vorhandene Intelligenz kann also gefördert oder nicht gefördert werden, sie wird in besseren Schulen intensiver gefördert, sie wird in Elternhäusern mit guter Schulbildung besser und in armen Familien (ich weise nur auf die Wohnsituation hin) schlechter gefördert als in wohlhabenden Familien.
Wenn ich also zwei Populationen im Hinblick auf ihre angeborene, spontan, also irgendwie von Natur aus vorhandene Intelligenz miteinander vergleichen will, dann muß ich die beiden Populationen im Hinblick auf diese meßfehlerträchtigen Störfaktoren parallelisieren. Ich will mich jetzt nicht mit der Problematik interkultureller Vergleiche aufhalten, nehmen wir der Einfachheit halber an, ein Forscher wolle die Intelligenz der Einwohner der Stadt Tübingen mit jener des Alb-Donau-Kreises (beide in Baden-Württemberg gelegen) in Verbindung bringen.
Jede Wette, daß der durchschnittliche Intelligenz-Quotient in Tübingen deutlich höher liegen wird als im Alb-Donau-Kreis. [2]
In der Universitätsstadt Tübingen (die von ihrer Uni geprägt ist wie keine andere Stadt in Deutschland) triffst du einen sehr hohen Anteil an Leuten mit guter bis sehr guter Bildung an, die aus dem Alb-Donau-Kreis stammenden Intelligenzbestien hocken in Tübingen rum und treiben hier den Meßwert hoch, während sie in ihrer Heimat zur Aufpolierung der Statistik fehlen.
Ich muß das jetzt nicht im Einzelnen ausführen, der Mechanismus ist klar.
Moslems in Deutschland (ich sag jetzt mal der Einfachheit halber "Türken") haben einen ganz deutlichen Bias [3] in Richtung Unterschicht, also wenig Förderung, schlechte Bildung, die üblichen Unterschichtphänomene. Der Bias wird im übrigen verschärft durch den Umstand, daß türkische Akademiker, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, irgendwann in die Türkei zurückgehen (nun, nicht eigentlich "zurück", aber es ist klar, was ich meine), weil sie es nicht mehr ertragen, in Deutschland wie ein minderwertiges Stück Fleisch behandelt zu werden.
Nun könnte ein schlaues Kerlchen kommen und sagen, es sei ja genau umgekehrt, die Unterschicht sei Unterschicht, weil diese Leute zu blöd wären, sich für bessere Jobs zu qualifizieren.
Schnitt/Gedankenexperiment:
Stelle dir eine Gesellschaft vor, die aus lauter Klons von Albert Einstein und Mileva Einstein-Marić [4] bestünde. (Okay, die Vorstellung ist optisch ein wenig eintönig.) Was würde geschehen? Eine Gesellschaft, in der alle über Theoretische Physik nachdenken wäre bald verhungert, es braucht Leute, die Gräben ausheben, Dächer decken, Brot backen und Kühe melken. Der Großteil der Alberts und Milevas müßte von der Theoretischen Physik abgezogen werden, damit die Gesellschaft überleben kann. Auf Theoretische Physiker kann eine Gemeinschaft zur Not verzichten, auf Bauern nicht.
Relativ kurze Zeit, nachdem du dir so eine Klongesellschaft eingerichtet hast (die allfälligen Nachkommen sind dann ja ebenfalls mit Intelligenz-Genen vollgepumpt, daß es ihnen bei den Ohren nur so rausspritzt), wirst du eine deutliche Differenzierung der Intelligenz-Werte feststellen. Wer seinen Tag damit zubringt, Kühe zu füttern und zu melken, braucht andere Anpassungsleistungen an seine Umwelt als ein Physikprofessor.
Ich muß jetzt nicht wirklich weiterargumentieren, oder?


[1] Er hat, um präzise zu sein, von Uckermärkern gesprochen, aber ich sehe darin eine ganz deutliche Spitze gegen unsere Bundeskanzlerin. Niewoh hat das nicht.
[2] Daß der Begriff "durchschnittlicher Intelligenz-Quotient" jeden Menschen, der weiß, was eine Ordinalskala ist, vor Pein und Scham winseln läßt, lasse ich hier ebenfalls mal außen vor.
[3] Bias ist ein meist störender, systematischen Effekt bei Messungen, der zu teils erheblichen Meßfehlern führt.
[4] Mileva Einstein-Marić war die erste Frau von Albert Einstein, eine hochqualifizierte Mathematikerin und Physikerin, der man nachsagt, sie habe dem mathematisch nicht ganz sattelfesten Einstein entscheidend geholfen, seine Relativitätstheorie zu formulieren.

Kommentare:

  1. Das Video ist leider nicht mehr auf YouTube.

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  2. Hier ist es: http://www.theodor-rieh.de/heinrich/Bilder/Sonneborn_bei_Sarrazin.flv

    Ciao
    Wolfram

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