Samstag, 28. November 2009

Das Geheimnis der Einkaufswägen

Gottchen, wie lange gibt es das inzwischen schon, daß man in einen Einkaufswagen 50 Cent einschlitzen muß, ehe man das Ding benutzen kann?
Das Einkaufswagenpfand, sei notwendig geworden, so erzählen uns die Supermarktbetreiber, weil zu viele Einkaufswägen aus dem Gelände geschleppt worden seien, wo sie dann endgültig verschwunden oder erst Tage später, beim nächsten Einkauf, zurückgebracht worden seien.
Was, so frage ich mich, geht in Menschen vor, die sich von 50 Cent davon abhalten lassen, den Einkaufswagen aus dem Supermarktgelände zu fahren? Bringe ich den Wagen beim nächsten Einkauf wieder zurück, dann sollte es mir eigentlich wurscht sein, ob ich die 50 Cent sofort zurückbekomme oder erst einige Tage später. Will ich den Einkaufswagen aber klauen (wozu eigentlich?), dann sind 50 Cent als Preis dafür sicher nicht zu hoch.
Als Kunde hast du jedenfalls das Geschiß, daß dir bei jedem zweiten Mal die zum Auslösen des Wagens nötige Münze fehlt.

In Süditalien löst der Kundige das Problem dadurch, daß er zur Kasse geht und dort um eine Münze für den Wagen bittet. Man öffnet die Kasse und der Kunde bekommt ein 50-Cent-Stück ausgehändigt (ausgehändigt, nicht gewechselt!). Das gibt er dann nach dem Einkauf wieder an der Kasse ab.
Das glaubt mir natürlich wieder kein Schwein. Es stimmt aber.

Kommentare:

  1. Deswegen nennt der Volksmund, der ungewaschene, die Einkaufswagen auch "Ein-Euro-Grill". Die Edelstahlgeräte weisen wohl bessere Lebensmittelverträglichkeit als ihre dreißig mal teureren Gegenstücke auf.

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  2. Diese Verwendungsmöglichkeit von Einkaufswägen habe ich erst vor kurzem in dem Film "Unterwegs nach woanders" kennengelernt:
    http://www.youtube.com/watch?v=NNMQmKTh2pg
    (fast ganz am Schluß, bei 40 min. 30 sec.)
    50 Cent für einen Grill ist doch ein Sonderangebot.

    Ciao
    Wolfram

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  3. Ich bin zwar kein Schwein, aber ich glaube Dir das sofort. Mir an der Kassa eine Münze auszuleihen ist mir auch in Wien schon geglückt.

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  4. Interessant ...

    Wenn man JavaScript ausgeschaltet hat, wird der Kommentar auf jeden Fall anonym veröffentlicht, auch wenn man was anderes ausgewählt hat.

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  5. "Ich bin zwar kein Schwein, aber ich glaube Dir das sofort. Mir an der Kassa eine Münze auszuleihen ist mir auch in Wien schon geglückt."

    Wien ist ja auch schon fast Südeuropa. Aber merkwürdig ist die Geschichte ja doch. Da schaffen die auf der einen Seite für teures Geld diese Pfandhöcker für jeden Einkaufswagen und dann sind sie so vertrauensvoll, dir ihr eigenes Pfand vorzuschießen.
    Nicht, daß ich drüber meckern will, ich weiß dergleichen zu schätzen.

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  6. "Wenn man JavaScript ausgeschaltet hat, wird der Kommentar auf jeden Fall anonym veröffentlicht, auch wenn man was anderes ausgewählt hat."

    Mach mich bitte nicht dafür verantwortlich, ich nutze dieses Blogprogramm einfach und bin heilfroh, daß ich inzwischen wenigstens die nötigsten Einstellungen hinbekommen habe.

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  7. Beim Neukauf (Oder wars Edeka, egal, ist derselbe Konzern) in in Inzell haben sie die Münzen abgeschafft. Die Schlitze sind noch dran, aber ein Schild bittet, da nichts einzuwerfen.

    Derselbe Laden bietet auch Leihbrillen für Kunden, die ihre Lesebrille vergessen haben und das Kleingedruckte auf den Packungen lesen wollen.

    Auch schon in Mainz ist mir dieser Konzern schon als besonders kundenfreundlich aufgefallen.

    Joachim

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  8. "Beim Neukauf (Oder wars Edeka, egal, ist derselbe Konzern) in in Inzell haben sie die Münzen abgeschafft. Die Schlitze sind noch dran, aber ein Schild bittet, da nichts einzuwerfen."

    Darauf habe ich schon länger gewartet, daß eine Einkaufskette auf den Trichter kommt und den Münzeinwurf abschafft. Damit läßt sich's trefflich punkten bei der Kundschaft. Gerade bei großen Läden ist es oft ein ziemlicher Weg von den Einkaufswägen (wo man festgestellt hat, daß man natürlich wieder mal keine passende Münze dabei hat) bis zur Kasse und wieder zurück.

    Ciao
    Wolfram

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